Ein Leben ohne Grenzen Joey Kelly erzählt in Stuhr über sein Leben

Von Florian Fabozzi

V. l. n. r.: Henning Sittauer, Volker Twachtmann, Joey Kelly, Werner Heinken und Martina Strauch. Foto: Florian FabozziV. l. n. r.: Henning Sittauer, Volker Twachtmann, Joey Kelly, Werner Heinken und Martina Strauch. Foto: Florian Fabozzi

Stuhr. Prominenter Besuch in Stuhr: Unter dem Motto „No Limits“ lässt Sänger und Extremsportler Joey Kelly seine bisherige Karriere Revue passieren. Eine Selbstdarstellung, der es etwas an Tiefe fehlt.

„Das ganze Leben ist ein Marathon“, erzählt Joey Kelly, seines Zeichens Sänger der Kelly Family und Extremsportler, vor 300 Besuchern im Restaurant Nobel in Moordeich. Die Worte eines Mannes, dessen Familie sich einst mit Straßenmusik über Wasser hielt, und später Konzerthallen in ganz Deutschland füllte. „No Limits“ lautet das Lebensmotto Kellys, dem er sein ganzes Leben treu geblieben sei, als Sänger, Unternehmer und als Extremsportler.

ISU organisiert

In einer bildgewaltigen Präsentation blickt Kelly zurück auf die unterschiedlichen Abschnitte seines Lebens. Organisiert wurde der Auftritt von der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU), die einmal im Jahr einen großen Vortragsabend für die Bürger der Gemeinde organisiert. Eine derart prominente Person ist in Stuhr eine Rarität, dementsprechend gut gefüllt war der Saal im Restaurant Nobel.

Das Augenmerk des Vortrags lag auf Kellys Aktivitäten als Extremsportler, die ihn durch die ganze Welt führten. Sei es der 217 Kilometer lange Ultramarathon durch das 50 Grad heiße Death Valley oder eine vierwöchige Expedition durch die Antarktis – Kelly liebt die Extreme. Solche Belastungen durchzustehen sei vor allen Dingen eine mentale Herausforderung. „Der Kopf gibt zuerst auf“, erklärt er. Doch der Körper kenne keine Grenzen – no limits.

Zu Fuß durch Deutschland

Sehr ausführlich ist seine Schilderung über die Deutschlandtour 2010. Das erklärte Ziel lautete dabei, ganz Deutschland zu Fuß zu durchqueren. Auf seiner Reise, die in Wilhelmshaven begann, schlief er in einem Zelt und ernährte sich allein von dem, was die Natur hergab. Nach nur 18 Tagen erreichte Kelly die Zugspitze, den höchsten Punkt Deutschlands.

Während des Vortrags gibt der 44-jährige immer wieder Anekdoten zum Besten. So sei die Gründung der Kelly Family reiner Zufall gewesen. Nachdem die Großfamilie während eines Urlaubs in Italien 1976 ihres Vermögens beraubt wurden, entschied Familienvater Dan Kelly kurzerhand eine Familienband zu formieren und Geld auf den Straßen Roms zu verdienen. Wem die Musik der Kelly-Family also missfällt, so Joey Kelly, „der soll sich beim Dieb aus Italien beschweren.“

Wohltätiges Engagement

Mit selbstironischen Sprüchen wie diesem erntet Kelly immer wieder Lacher im Publikum. Immerzu witzelt er über seine gesanglichen Qualitäten und über absurde Aktivitäten wie ein 24-stündiges Rennen gegen eine Rolltreppe. „Niemand ist so bescheuert wie ich“, sagt Kelly mit einem Augenzwinkern.

Für Kelly steht dabei immer der gute Zweck im Vordergrund. So kommen in seinen sportlichen Projekten immer wieder Erlöse für wohltätige Zwecke zustande. „Gib mehr, als du nimmst“, ist eines von vielen Zitaten, die er den Zuschauern mitgibt.

Kelly kein Motivationstrainer

Wer sich von dem Vortrag Kellys Tipps und Strategien zum Erreichen von Zielen erhofft hat, wurde enttäuscht. So unterhaltsam die Präsentation war, war sie in erster Linie eine Selbstdarstellung. Kelly sagt selber, er wolle kein Motivationstrainer sein, sondern seine Geschichte erzählen. Zu einem vagen Appell ließ Kelly sich dennoch hinreißen. Man solle seine Ziele verfolgen und nicht in der Komfortzone leben, erzählte er am Ende des Vortrags.

Zum Abschluss widmete sich Kelly den anwesenden Fans und Zuschauern und verschenkte signierte CDs mit den besten Weihnachtssongs der Kelly Family. Diese wurden begeistert aufgenommen und das obwohl, so Kelly, „doch niemand mehr die Kelly Family hören wolle.“