BVDB stellt Bildungskonzepte vor Aufbruch zum digitalen Lernen

Von Florian Fabozzi

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Volker Meyer (rechts) setzt sich für digitale Bildung ein. Foto: FabozziVolker Meyer (rechts) setzt sich für digitale Bildung ein. Foto: Fabozzi

Stuhr. Am Donnerstag fanden sich der Landtagsabgeordnete Volker Meyer und zwei Vertreter des Bundesverbands Digitale Bildung zu einer Infoveranstaltung in Brinkum ein. Thema: Digitale Bildung an Schulen.

Deutschland verliert in puncto Digitalisierung zusehends den Anschluss an die europäische Konkurrenz. Besonders gut beobachten lässt sich diese Stagnation auf Schulebene. Das veranlasste Volker Meyer, seines Zeichens Landesabgeordneter der CDU, gemeinsam mit Vertretern des Bundesverband Digitale Bildung (BVDB) eine offene Veranstaltung mit dem Titel „Digitale Bildung an Schulen“ ins Leben zu rufen.

„Allein die Anschaffung von Tablets für Schüler genügt nicht“, warnt IT-Ökonom Marc Klages. Deshalb entwirft der BVDB Entwicklungsmodelle, die sie interessierten Schulen anbieten. Dabei sind neben der Bereitstellung technischer und infrastruktureller Rahmenbedingungen vor allem die Fortbildung der Lehrer ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Die Lehrkräfte müssten zunächst durch Schulungen mit der Nutzung digitaler Medien vertraut gemacht werden. Auch sei die Einstellung von IT-Fachkräften an allen Schulen ratsam.

Digitalisierung maßgeblich für Volkswirtschaft

Klages verdeutlicht den Stellenwert von Digitalisierung: „Sie hat Auswirkungen auf allen Branchen und birgt enorme Potenziale.“ Der Erfolg der Volkswirtschaft steht und fällt mit dem Fortschritt der Digitalisierung. Gerade mittelständische Unternehmen, die ihre Angestellten nicht selbst ausbilden, sind auf Arbeitskräfte angewiesen, die bereits fortgeschrittene Fähigkeiten im digitalen Bereich vorweisen können. Hierfür sei es sinnvoll, Programmiersprachen in den Lehrplan zu integrieren, sagt Klages.

Bei der praktischen Umsetzung eines digitalen Unterrichts würden allen Schülern und Schülerinnen einheitliche mediale Endgeräte zur Verfügung gestellt. Das Lernen erfolge papierlos, ausschließlich über intelligente Lernsoftwares, die die Schüler individuell fördern.

Auch eine Nutzung von audio-visuellen Lehrinhalten, wie man sie bereits zahlreich auf Videoportalen findet, erziele einen guten Lerneffekt. Noch in den Kinderschuhen steckt die Verwendung der „augmented Reality“-Technik, mittels der man virtuelle Objekte auf die Realität einblenden kann. Derartige bildliche Darstellungen erleichtern laut Klages den Verstehensprozess.

Bildungsausgaben zu gering

In Deutschland krankt es besonders auf politischer Ebene. Es müsse laut Stephanie Kleta-Bohmann eine Umverteilung der Ausgaben zugunsten der Bildung erfolgen. Zudem müssten Schulbuchverläge in die Pflicht genommen werden, um vermehrt digitale Lernprogramme zu entwickeln.

Auf einen genauen zeitlichen Rahmen zur Durchsetzung der Digitalisierung an Schulen wollte sich keiner der Anwesenden festlegen. Den Schulen fehlt es oft an dem nötigen Budget oder die Gelder werden für andere Projekte dringender benötigt. Die Vision des BVDB besteht darin, zunächst ein Exempel zu statuieren, indem das Konzept an einer Schule vollständig umgesetzt würde. Diese Schule diene dann als Muster für andere Schulen. Die Umsetzung eines solchen Unterfangens sei aber derzeit noch nicht in Sicht.


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