Parteiempfänge in Stuhr Große Politik im Vordergrund bei SPD und CDU

Von Dirk Hamm


Stuhr. Gegen neue Grenzzäune in der EU haben sich gestern Redner der CDU und der SPD in Stuhr ausgesprochen. Beide Parteien hatten zu Neujahrsempfängen eingeladen.

Beide großen Parteien haben sich am Sonntag in Stuhr fast zeitgleich auf die Herausforderungen des neuen Jahres eingestimmt. Rund 90 Gäste konnte die Stuhrer CDU gemeinsam mit den Christdemokraten aus Bassum und Syke am Vormittag zum Neujahrsempfang im Hotel Bremer Tor begrüßen, etwa 60 Teilnehmer zählte die SPD eine Stunde später im Gutshaus Varrel.

Zwar steht in dem kommenden Monaten die Kommunalwahl am 11. September im Fokus der Lokalpolitik. Doch in den Ansprachen am Sonntag wurde schnell deutlich, wie sehr die weltpolitischen Ereignisse und der daraus resultierende Flüchtlingszustrom die Handlungen auf kommunaler Ebene bestimmen. Als Gastredner der Christdemokraten warb der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok, einer der anerkanntesten Kenner der internationalen Politik, mit deutlichen Worten für die in den Reihen der Union zunehmend umstrittene Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin.

Absage an Forderungen der CSU

„Ich fürchte, Markus Söder wird nicht einen so hohen Zaun zwischen Bayern und Österreich bauen können, dass sich damit das Flüchtlingsproblem lösen lässt“, sagte Brok in Anspielung auf die Forderungen aus der CSU nach einem Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik. Er forderte, die Fluchtursachen zu bekämpfen statt Zäune zu bauen. Dafür müsse auch mehr Geld in die Hand genommen werden.

Auch die Gastrednerin der SPD, Luzia Moldenhauer, wandte sich gegen eine Abschottung der EU-Staaten untereinander. „Wenn wir in Europa die Grenzen schließen, verschließen wir uns vor dem Problem“, meinte die SPD-Landtagsabgeordnete. Moldenhauer war kurzfristig für den Bremer Bürgermeister, Carsten Sieling eingesprungen, der krankheitsbedingt absagte.