Podiumsdiskussion im Rathaus Stuhr Lob für Helfer bei Integration der Flüchtlinge

Christine Uwingabire (Mitte) schilderte im Rathaus Stuhr die Sicht der Flüchtlinge. Landjugend-Mitglied Gerrit Severs und Seniorenbeiratsvorsitzende Dagmar Bischof diskutierten mit. Foto: Dirk HammChristine Uwingabire (Mitte) schilderte im Rathaus Stuhr die Sicht der Flüchtlinge. Landjugend-Mitglied Gerrit Severs und Seniorenbeiratsvorsitzende Dagmar Bischof diskutierten mit. Foto: Dirk Hamm

Stuhr. Das Zusammenleben der Bürger in Stuhr war Thema einer Gesprächsrunde im Rathaus. Die Hilfe für die Flüchtlinge rückte in den Mittelpunkt.

Einmal im Jahr befasst sich der Stuhrer Seniorenbeirat in Form einer Podiumsdiskussion mit Fragen des Zusammenlebens in der Gemeinde. In diesem Jahr stand die Gesprächsrunde im Rathaus überwiegend im Zeichen der Integration von Flüchtlingen. Dabei wurden zwei Seiten der Medaille deutlich: Zum einen ist in Stuhr ein breites Netzwerk an Ehrenamtlichen entstanden, das sich intensiv um Eingliederungshilfen für die Zuwanderer bemüht. Andererseits liegt die Beseitigung von bürokratischen Schwierigkeiten, die für viele Flüchtlinge die ersehnte Arbeitsaufnahme hinauszögern, nicht in den Händen der Gemeinde.

„Alles dafür getan, dass wir uns wohlfühlen“

Die Perspektive der Flüchtlinge wurde in der Diskussion von Christine Uwingabire eingenommen. Die junge Frau ist vor Repressalien in ihrem Heimatland Ruanda geflohen, seit September 2014 lebt sie in Stuhr. Für das Engagement der Helfer fand sie lobende Worte: „Die Gemeinde und viele Privatleute haben alles dafür getan, dass wir uns wohlfühlen.“

Zugleich betonte Uwingabire, dass es den Flüchtlingen wichtig sei, Deutsch zu lernen, eine Ausbildung zu machen und eine Arbeit aufzunehmen. Sie beklagte, dass es dabei viele Hindernisse gebe. Sie selbst hat bereits gut Deutsch gelernt und strebt nach Praktika im Pflegeheim eine Ausbildung zur Altenpflegerin an. Doch noch immer warte sie auf die Erlaubnis durch die Ausländerbehörde.

Anfangs Skepsis beim Bau der Moschee in Brinkum

Auch das Thema Islam kam zur Sprache. Dabei vertauschte Mujib Ata, Sprecher der reformorientierten Nasir-Moschee in Brinkum, kurzzeitig die Rollen und stellte die Frage, wie vor elf Jahren der Bau der Moschee empfunden worden sei. Ein Zuhörer räumte ein, dass es damals Skepsis im Ort gegeben habe, die aber bei der Mehrheit ausgeräumt sei. Ein anderer Gast kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde Distanzierung der Muslime vom IS-Terror. Ata betonte, dass es die Abgrenzung gebe, ob sie aber in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, stehe auf einem anderen Blatt.


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