Esther Bejarano kommt Holocaust-Überlebende macht im Rathaus Stuhr Hip-Hop

Tritt in Stuhr auf: Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano. Foto: N. GolitschekTritt in Stuhr auf: Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano. Foto: N. Golitschek

Stuhr. Bejarano ist eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters Auschwitz. Bis heute setzt sich sie für ein friedliches Miteinander ein.

Esther Bejarano ist mittlerweile 94 Jahre alt. Und sie macht gemeinsam mit der Kölner Band Microphone Mafia Hip-Hop. Vertreter dreier Generationen und dreier Religionen (Judentum, Christentum, Islam) stehen am Donnerstag, 16. Januar 2020, ab 20 Uhr auf der Bühne im Rathaus Stuhr und musizieren gemeinsam für ein friedliches Miteinander. Die Veranstaltung ist eine Mischung aus Lesung und Konzert.

Im Mädchenorchester Auschwitz gespielt

Bejarano ist eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters Auschwitz. Sie hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des Dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte, drückt sie seit vielen Jahren schon zusammen mit ihrem Sohn Joram, sowie weiteren Musikern als Mitglied der Gruppe „Coincidence“ aus. Die dabei behandelten Themen wie Ausgrenzung, Rassismus oder etwa Gewalt sind damals wie heute unglücklicherweise noch aktuell und gehören noch längst nicht der Vergangenheit an.

Mit Sinn und Verstand

Den Beweis dafür liefert die Microphone Mafia, welche schon seit mittlerweile sage und schreibe zwanzig Jahren ihre Erfahrungen mit Rassismus als sogenannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ in ihren Musikstücken verarbeitet und sich nicht zeitweiligen Trends, wie beispielsweise dem populären Gangsta-Rap, beugt, sondern auf konsequent gehaltvolle Texte, mit Sinn und Verstand getextet und gerappt, setzt.

„Warum wir mit aufstehen? Wir haben alle zwar nur ein Leben, das wir einsetzen können, aber jede einzelne Person hat die Verantwortung und die Pflicht, sich für das Leben der anderen Menschen einzusetzen“, sagen die Musiker. Und sie betonen: „ Diese Welt ist voll von gleichgültigen Blicken. Wir müssen die Blicke wieder mit Zuversicht und Solidarität füllen, in dem wir als Beispiel vorangehen. Es gibt so viel Gutes, wir müssen es nur sehen und dann gegen Hass und Diskriminierung einsetzen. Also stehen wir gemeinsam auf.“


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