Sterben ist kein Tabuthema mehr Bestattungs-Informationsmesse im Mehr-Generationen-Haus Brinkum

Marlene Krause kümmert sich bei den Herzenssternen um Kinderbestattungen und Trauerbewältigung. Foto: Daniela GräfMarlene Krause kümmert sich bei den Herzenssternen um Kinderbestattungen und Trauerbewältigung. Foto: Daniela Gräf
Daniela Gräf

Stuhr. Über das Sterben wird selten gesprochen. Das möchte das Mehr-Generationen-Haus Stuhr-Brinkum mit einer Bestattungs-Informationsmesse ändern.

Sterben wird heutzutage häufig noch als Tabu-Thema behandelt. Betroffen ist irgendwann jeder und doch ist es schwer, über Wünsche zu reden oder sich und die Angehörigen entsprechend vorzubereiten. Deswegen bietet das Mehr-Generationen-Haus Stuhr-Brinkum (MGH) am Sonntag, 29. September zum ersten Mal eine Bestattungs-Informationsmesse unter dem Namen „Und dann..?!“ an. 

Vorsorge und Trauerbewältigung

Von 11 bis 17 Uhr informieren die Bestatter Marlene und Florian Krause aus Dörpel (Gemeinde Eydelstedt) und 15 weitere Firmen und Institutionen über Möglichkeiten der Vorsorge, der Bestattung und der Trauerbewältigung. „Wir hoffen, auf diese Weise ein bisschen dazu beitragen zu können, das Thema aus der Tabu-Zone zu holen“, wünscht sich Daniela Gräf, Leiterin des Mehr-Generationen-Hauses.

Sternfahrten zum letzten Wunsch

Mit dabei an diesem Tag ist der Ambulance Service Nord (ASN). Er wird seinen „Wünschewagen“ mitbringen, ein umgebauter Krankenwagen, mit dem letzte Wünsche, wie beispielsweise noch einmal das Meer oder die Berge sehen, erfüllt werden können. Begleitet werden diese sogenannten Sternfahrten von entsprechendem Fachpersonal. Mit einer umfassenden ambulanten Versorgung von Schwerstkranken beschäftigt sich der Stand des Palliativstützpunkte im Landkreis Diepholz.

Besondere Erinnerungen

Sabine Möller bietet ganz persönliche Erinnerungsstücke an. Aus der Asche handgeschriebener Briefe oder von Haaren des Verstorbenen fertigt sie Kristalle an, auch in Form kleiner Herzen. Neben Erinnerungsschmuck, wie Armbändern mit Fingerabdrücken, werden auch Kuscheltiere aus Kleidungsstücken gezeigt. Die Organisation „Tree of Life“ informiert über die Möglichkeit, Asche unter Pflanzenerde zu mischen und dann schrittweise einem individuell ausgesuchten, jungen Baum zukommen zu lassen. Später kann dieser Baum dann als „Baum des Lebens“ an einen geeigneten Ort gepflanzt werden.

Kinderbestattungen und Trauerbegleitung

Die „Herzenssterne“ klären über Kinderbestattungen sowie die Trauerbegleitung für Eltern und Geschwister auf. „Denn nach der Trauerfeier ist nicht Schluss“, sagt Marlene Krause von den Herzenssternen. Informieren kann man sich auch über ganz praktische Dinge, wie dieVerwaltung von Vorsorgegeldern bei Bestattungs-Treuhandgesellschaften. Das Geld wird dann erst mit der Sterbeurkunde freigegeben.

Auszeit im Begegnungscafé

„Wer eine Auszeit von dieser Informationsfülle benötigt, ist herzlich ins angeschlossene Sonntagscafé eingeladen“, wirbt Daniela Gräf, Leiterin des MGHs. Unterstützt von ihrer Familie und anderen ehrenamtlichen Helfern, bietet Astrid Kaluza im Begegnungscafé des Hauses wieder selbst gemachte Kuchen und eine herzhafte Kürbiscreme-Suppe zur Stärkung an.

Freier Eintritt

Die Bestattungs-Informationsmesse findet im Mehr-Generationen-Haus Stuhr-Brinkum, Bremer Str. 9 von 11 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.


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