Vortrag in Stuhr über Globuli Wie Homöopathie Tieren helfen könnte – und wie nicht

Von Florian Fabozzi

Wie können Globuli bei Tieren wirken? Hierzu sprach kürzlich in Stuhr die Tierheilpraktikerin Petra Herrlett. Symbolfoto: Franziska Gabbert/dpaWie können Globuli bei Tieren wirken? Hierzu sprach kürzlich in Stuhr die Tierheilpraktikerin Petra Herrlett. Symbolfoto: Franziska Gabbert/dpa

Stuhr. Die Homöopathie verspricht, gegen alle gesundheitlichen Beschwerden eine Lösung zu kennen. Bei über 5000 Heilmitteln ist es jedoch schwierig, für alle Fälle das richtige Mittel zu finden. Tipps zur Erstbehandlung von Tieren gab es nun durch Heilpraktikerin Petra Herrlett in Stuhr.

Geht es dem eigenen Haustier schlecht, ist die nächste Tierklinik nicht immer in der Nähe. In so einem Fall ist Erstversorgung wichtig. Glaubt man der Weyherin Petra Herrlett, braucht es dafür keine Schulmedizin. Herrlett ist Tierheilpraktikerin und schwört auf die Homöopathie zur Erstbehandlung von Tieren.

Vielseitige Anwendungen

Den Überblick über alle homöopathischen Heilmittel zu bewahren, sei schier unmöglich. „Die Homöopathie kennt 5500 unterschiedliche Heilmittel“, betont Herrlett im Mehr-Generationen-Haus am Dienstagabend. Diese würden aus Grundstoffen von Pflanzen, Tieren und Mineralien gewonnen. Um das richtige Heilmittel für den leidenden Hund oder die Katze zu finden, müsse man dessen Beschwerden ganz genau untersuchen. So mache es bereits einen Unterschied, ob sich der Hund einen glattkantigen Schnitt etwa durch eine Glasscherbe oder einen Riffelschnitt durch ein Brotmesser zugezogen hat. Bei glatten Schnitten sollte man auf das Stephanskraut zurückgreifen, einem Hahnenfußgewächs aus Südeuropa. Bei Riffelschnittwunden oder auch Insektenstichen sei dagegen der Sumpfporst das Mittel der Wahl. Die richtige Entscheidung hängt häufig auch davon ab, wie das Tier auf Wärme und Kälte reagiert und ob es sich nervös oder ruhig verhält.

Viele der Mittel sind in Apotheken erhältlich

Die meisten Mittel sollten in sogenannten Globuli, kleinen Kügelchen, verabreicht werden. Diese sind in Apotheken erhältlich. „Man sollte das Tier fünf Globuli schlucken lassen und diesen Vorgang nach 15 Minuten einmal wiederholen“, erklärt Herrlett. Wichtig sei es auf die Potenz, also das richtigen Mischverhältnis von Wirkstoff und Wasser oder Zucker, zu achten. Bei Notfällen sollte man zu Globuli mit der Potenz „C30“ zurückgreifen.

Schwört auf die Homöopathie zur Erstbehandlung von Tieren: die Tierheilpraktikerin Petra Herrlett aus Weyhe. Foto: Florian Fabozzi

Prinzip des Ähnlichkeitsprinzips

Die Homöopathie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass Beschwerden mit Mitteln bekämpft werden, die im gesunden Organismus dieselben Symptome hervorrufen würden, an denen Mensch oder Tier gerade leidet. Herrlett vergleicht das Prinzip mit einem Pendel. „Wenn ein Pendel auf einer Seite feststeckt, stößt man es noch mal in dieselbe Richtung, um es wieder in Bewegung zu bringen. So geht es auch mit dem Organismus.“ Wenn das Tier nach einem Hitzschlag unter großen Durst leide, sollte man ihm entsprechend Kochsalz-Globuli verabreichen. Selbst wenn man denken mag, der Durst würde dadurch noch stärker.

"Homöopathische Mittel können Tierklinik-Besuch nicht ersetzen"

Eines macht Herrlett jedoch deutlich: Homöopathische Mittel können bei Notfällen nicht den Besuch in der Tierklinik ersetzen. Sie seien in erster Linie „unterstützend“ und verschaffen dem Tierhalter Zeit. „Homöopathie und anerkannte Medizin schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich“, erklärt sie. Zu den Heilmitteln, die jeder Tierbesitzer im Haus haben sollte, zählte sie die Arnika-Pflanze, die sich für die Linderung von Schwellungen und Prellungen eignet. Auch Johanniskraut sei ein unverzichtbarer Bestandteil des heimischen Arzneischranks – es helfe bei Nervenkrankheiten. Haben Hund oder Katze dagegen versehentlich an giftigen Pflanzen geknabbert, sollte man auf die Wirkung der Brechnuss vertrauen. Der Wirkstoff sei auch für Menschen nützlich, „um am Morgen nach einer Feier nicht verkatert aufzuwachen“, so Herrlett.


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