Kandidaten diskutieren zur Wahl Stuhrer Schüler fordern Verbesserungen im Nahverkehr

Die drei Bürgermeister-Kandidaten in Stuhr stellen sich den Fragen der Lise-Meitner-Schüler: (v. l.) Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle. Foto: Dirk HammDie drei Bürgermeister-Kandidaten in Stuhr stellen sich den Fragen der Lise-Meitner-Schüler: (v. l.) Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle. Foto: Dirk Hamm
Dirk Hamm

Moordeich. Wenige Tage vor der Bürgermeisterwahl in Stuhr haben sich die drei Kandidaten in der Lise-Meitner-Schule den Fragen von Zehntklässlern gestellt.

Klimakatastrophe, schlechte Busverbindungen, mangelnde Freizeitangebote, fehlende WLAN-Hotspots – mit diesen Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen, haben Zehntklässler der Lise-Meitner-Schule (KGS Moordeich) am Dienstagmorgen die drei Stuhrer Bürgermeisterkandidaten konfrontiert. Kurzfristig hatten die Junge Union und die Jusos in der Gemeinde die Initiative ergriffen und zusammen mit KGS-Schulleiter Jürgen Böckmann eine Diskussion mit Frank Holle (CDU), André Uzulis (FDP) und Stephan Korte (unabhängig, unterstützt von SPD und Grünen) organisiert.

Auch 16-Jährige dürfen wählen

Rund 60 Schüler aus dem Gymnasial- und Hauptschulzweig hatten sich eigens auf das Bürgermeister-„Casting“ vorbereitet und hielten im Forum der KGS mit ihren Fragen nicht hinter dem Berg. Da nach dem niedersächsischen Kommunalwahlrecht auch 16-Jährige schon wählen durften, lieferten die Antworten die eine oder andere Entscheidungshilfe für die Wahl am 26. Mai.

Lob für Schülerproteste

Wie stehen die Kandidaten zur „Fridays for Future“-Bewegung, wollte eine Schülerin wissen. „Gut, weil es anders nicht geht“, findet Frank Holle das Engagement der Schüler für den Klimaschutz, eine „super Aktion“ nannte es André Uzulis und auch Stephan Korte fand unterstützende Worte für die Bewegung. Eine Meinungsverschiedenheit offenbarte sich aber beim Aspekt des Schulschwänzens für den Klima-Protest. Korte riet zu „mehr Gelassenheit“ und Holle berichtete, dass in Tarmstedt, wo er Samtgemeindebürgermeister ist, die Teilnahme an den freitäglichen Demonstrationen in Bremen als Schulveranstaltung organisiert wird. Uzulis hingegen verteidigte den FDP-Standpunkt, die Schulpflicht sei einzuhalten.

Thema Nahverkehr brennt unter den Nägeln

Durch mehrfaches Nachbohren wurde deutlich, dass besonders beim öffentlichen Nahverkehr aus Sicht der Jugendlichen erheblicher Verbesserungsbedarf in Stuhr besteht. Die Schüler wünschten sich etwa mehr Busse in Richtung Bremen und eine bessere Anbindung der ländlicheren Ortsteile. Konkrete Zusagen zu bestimmten Busverbindungen und kürzeren Takten konnten die Kandidaten jedoch nicht liefern.

Straßenbahn keine kurzfristige Lösung

Dass alle drei Bewerber die Straßenbahnanbindung Stuhrs befürworten, reichte den Schülern nicht aus, schließlich steht in den Sternen, ob und wann die Linie 8 kommt. „ÖPNV ist ein ganz dickes Brett, da kann man nicht kurzfristige Lösungen versprechen“, gab Frank Holle zu bedenken. Er wolle die Mobilität der Jugendlichen mit einem Zuschuss von 50 Euro zum Jugend-Freizeitticket fördern. Stephan Korte sprach sich für einen „kostenlosen ÖPNV für Jugendliche“ aus.

Holle will Jugendparlament einführen

André Uzulis lehnte sich beim Thema Digitalisierung aus dem Fenster und versprach, sich für öffentliches WLAN in der gesamten Gemeinde einzusetzen. Korte nannte die Förderung eines Freifunknetzes als kostengünstige Alternative. Holle sagte, er wolle das Thema Breitbandausbau und Handyempfang zur Chefsache machen.

Der CDU-Kandidat hatte an diesem Morgen ein Alleinstellungsmerkmal mit seinem Vorschlag, als Bürgermeister ein Jugendparlament zu installieren, dass mit einem eigenen Budget ausgestattet sein soll.


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