Fünfte Auflage der Highland Games Wenn am Steller See wieder die Baumstämme fliegen

Kraft und Geschicklichkeit sind bei den Highland Games auf dem Platz des Märchencampings am Steller See gefragt. Archivfoto: Dirk HammKraft und Geschicklichkeit sind bei den Highland Games auf dem Platz des Märchencampings am Steller See gefragt. Archivfoto: Dirk Hamm

Stuhr. Ganz viel schottisches Flair wollen die starken Jungs von den Highland Games Bremen im Juni wieder auf dem Märchencampingplatz am Steller See verbreiten. Dann geht die fünfte Auflage des Spektakels über die Bühne, bei dem Baumstämme und schwere Gewichte durch die Luft fliegen.

Damit hätte Uwe Reiter nicht gerechnet, dass er am Samstag, 15. Juni, auf seinem Märchencamping-Gelände am Steller See tatsächlich das gewohnte Beinkleid gegen den Schottenrock eintauschen muss. Doch versprochen ist versprochen: Der Betreiber des Campingplatzes hatte ganz zu Beginn mit Heiko Matz, dem Initiator der Highland Games Bremen, abgemacht, einen Kilt zu tragen, sollte diese urige Veranstaltung dort ihre fünfte Auflage erleben. „Bisher hat er sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt“, sagt Matz. Das geht jetzt nicht mehr, wenn sich am 15. Juni ab 12 Uhr zum fünften Mal auf diesem Campingplatz Zweierteams mit starken Männern und Frauen in Kraft- und Geschicklichkeitsdisziplinen ganz in der Tradition des schottischen Hochlandes messen. Die Highland Games sind somit zu einem festen Bestandteil des Sommerprogramms beim Märchencamping geworden.

Dudelsäcke und Whisky für das schottisches Flair

„Wir haben vier erfolgreiche Highland Games hinter uns gebracht. Sie wachsen von Jahr zu Jahr“, zieht Matz eine positive Bilanz des bisher Geleisteten vor der fünften Ausgabe der Spiele. Das Interesse von Insidern aus der Szene ebenso wie von Neugierigen von außerhalb, die selber einmal das Schleudern eines Baumstammes und andere ungewohnte sportliche Aufgabenstellungen ausprobieren wollen, ist groß, und das Rahmenprogramm nimmt immer größere Dimensionen an. Ein Mittelalterlager und Kunsthandwerker gehören laut Matz dazu, die Familie Helmerichs zeigt ihre beeindruckenden Hochlandrinder und Schaukämpfe mit mittelalterlichen Waffen sollen einen weiteren Hingucker bieten. Wenig überraschend können die Gäste an einem Whisky-Tasting teilnehmen. Für die Kinder stehen Ponys zum Reiten bereit.

Dudelsack- und Trommelklänge bilden während der Wettkämpfe den stilechten musikalischen Rahmen: Die Hamburg Caledonian Pipes & Drums sollen mit Kurzauftritten am Nachmittag ihren Teil zum schottischen Flair beitragen. Mit der gegen 18 Uhr angesetzten Siegerehrung ist nur der sportliche Teil beendet, danach sind Teilnehmer und Besucher zur Abschlussparty eingeladen. Auf der Lkw-Bühne covert die Bremer-Band The Rockalots Hardrock-Klassiker. Das Konzert ist ebenso wie die Schwimmbadnutzung im Tagespreis von vier Euro (zwei Euro für Kinder) inbegriffen.

Kraft allein reicht nicht aus

Bei den sportlichen Disziplinen gibt es laut Heiko Matz einige kleine Veränderungen gegenüber den Vorjahren. Da der bisherige Betreuer für das Bogenschießen an dem Tag verhindert ist, entfällt diese Disziplin eventuell. Und der zu werfende Sieben-Kilo-Stein wird durch die Kettlebell ersetzt, ein zwölf Kilo schweres Gewicht mit Griff, das durch die Beine schwingend nach vorne gewuchtet wird. Unverändert zum Programm gehört neben dem Hammer- und Speerwurf, dem Treckerreifen-Ziehen und dem 20-Kilo-Steinwurf das Baumstammwerfen, das wohl wie keine andere Disziplin mit den Highland Games verbunden wird. Allerdings legen die Organisatoren Wert darauf, mit einem Irrglauben aufzuräumen: Es komme nicht auf pure Kraft an und darauf, den Stamm so weit wie möglich zu schleudern, betont Matz. Vielmehr sei Technik gefragt, damit sich der Baumstamm in der Luft überschlägt und punktgenau zum Liegen kommt.

Pure Kraftmeierei ist also nicht der Sinn der Highland Games am Steller See, Matz und seine Mitstreiter wollen nach eigener Aussage wieder einen „Wettkampf für jedermann“ auf die Beine stellen. Der Spaß an der Sache solle eindeutig im Vordergrund stehen.

Kein Kiltzwang bei den Highland Games

Und dann ist da noch die Frage: Kilt ja oder nein? Uwe Reiter bleibt ja nun keine Wahl. Den Teilnehmern der Highland Games steht es laut Heiko Matz jedoch frei, ob sie den Schottenrock tragen oder nicht. „Die allerwenigsten kommen ohne, der Kilt gehört schon dazu“, stellt der Vorsitzende des vereins Highland Games Bremen zugleich fest. Schon für zwischen 30 und 50 Euro sei dieses spezielle Kleidungsstück auf den bekannten Verkaufsportalen im Internet zu erwerben.

Die Anmeldung für die Highland Games erfolgt per E-Mail an heiko.matz@highland-games-bremen.de oder auf der Facebook-Seite Highland Games Bremen. Teams bestehen aus je zwei Personen. Das Startgeld beträgt zehn Euro.


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