Verein will Problem mit Zaun lösen Vandalismus-Fälle sorgen wiederholt für Ärger in Stuhr

Mit Schmierereien haben Unbekannte zwölf Wahlplakate der CDU zur Bürgermeisterwahl in Stuhr verunstaltet. Foto: Dirk HammMit Schmierereien haben Unbekannte zwölf Wahlplakate der CDU zur Bürgermeisterwahl in Stuhr verunstaltet. Foto: Dirk Hamm

Stuhr. Eingeschlagene Scheiben hier, zerstörte Wahlplakate dort: Fälle von Vandalismus sorgen in Stuhr immer wieder für Ärger. Der Tennis-Club Blau Weiss Varrel will Abhilfe mit der Umzäunung seines Clubhauses schaffen.

Der Tennis-Club Blau Weiss Varrel will die Reißleine ziehen: Um nicht immer wieder von ungebetenen Gästen heimgesucht zu werden, die Schäden auf dem Tennisgelände und vor allem am Clubhaus hinterlassen, soll ein Zaun gebaut werden. Davon erhofft man sich beim TC Blau Weiss ein Ende der Serie von Sachbeschädigungen, die den Mitgliedern seit drei Jahren zu schaffen machen. Derweil ist die örtliche CDU aufgebracht wegen Schmierereien, mit denen Unbekannte in mehreren Ortsteilen zwölf Großplakate mit dem Konterfei von Bürgermeister-Kandidat Frank Holle verunstaltet haben.

Getränkevorräte geplündert

Den bislang schwersten Vorfall auf der in der Nähe des Guts Varrel etwas abgeschieden gelegenen Tennisanlage entdeckten die Vereinsmitglieder Ende Februar. Die nach einem ähnlichen Vorfall im Jahr zuvor mit verstärktem Fensterglas versehene Eingangstür des Clubhauses wurde erneut beschädigt, Unbekannte warfen das Fenster mit Steinen ein. Innen plünderten sie dann das Getränkelager der Tennisspieler und zerbrachen das Fenster zum Abstellraum.

Glasscherben und Schmierereien

Die überdachte Terrasse am Clubhaus biete jungen Leuten gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn die Anlage nahezu verwaist ist, einen idealen Ort, um uneingeladen Party zu machen und über die Stränge zu schlagen, meint der Vorsitzende des TC Blau Weiss, Nicolas Sanchez de la Torre. Ärgerlich seien auch die Hinterlassenschaften: „Wir finden ständig kaputte Flaschen, überall liegen Glasscherben.“ Es komme auch zu Farbschmierereien an den Wänden und werde mit Feuer gespielt. Ein Loch von 2500 bis 3000 Euro, so der Vereinschef, rissen die angerichteten Schäden Jahr für Jahr in der Vereinskasse.

Zwei Meter hoher Zaun geplant

Nachdem auch ein an der Einzäunung der Tennisplätze angebrachter Bewegungsmelder, der hell strahlende Lichter aktiviert, keine Besserung gebracht hat, setzen die Vereinsverantwortlichen jetzt darauf, auch das Clubhaus einzuzäunen. Ein zwei Meter hoher, stabiler Doppelstabzaun soll künftig den Vandalen den Zutritt zumindest erheblich erschweren.

Zwischen 15 000 und 20 000 Euro kostet dieses Vorhaben, wie ein Kostenvoranschlag laut Sanchez de la Torre ergeben hat. Die Summe soll neben dem Rückgriff auf Vereinsrücklagen durch in Aussicht gestellte Sportfördermittel der Gemeinde und des Kreissportbundes sowie durch einen einmaligen Sonderbeitrag von 35 Euro pro Vereinsmitglied gestemmt werden. Die Zustimmung dazu hat der Vorstand bereits auf der Jahreshauptversammlung erhalten. Auf der Vorstandssitzung am 23. April soll die endgültige Entscheidung fallen, der Zaun könnte dann bis Ende Oktober stehen.

Politischer Hintergrund vermutet

Vermutlich politisch motiviert sind hingegen die Schmierereien auf den CDU-Wahlplakaten. Fraktionschef Frank Schröder ist aufgefallen, dass auf allen betroffenen Werbeträgern dieselbe Botschaft inklusive der Zahl 13 aufgesprüht wurde. Das beziehe sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf den umstrittenen Artikel 13 der jüngst von der EU beschlossenen Urheberrechtsreform. Er habe Anzeige erstattet, inzwischen sei der Fall an den Staatsschutz in Hannover weitergeleitet worden, sagte Schröder auf Nachfrage.

Ruhe am Gut Varrel

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fördervereins Gut Varrel hat Frank Schröder indes Erfreuliches zu berichten. Denn auch die idyllische Gutsanlage mit den von den Förderern gepflegten historischen Gebäuden rund um das Backhaus im hinteren Teil war eine Zeit lang von Vandalismus-Fällen betroffen. Seit Längerem herrsche jedoch „absolute Ruhe“. Mit den Jugendlichen, die sich dort immer wieder mal aufhalten, gebe es anders als in früheren Jahren keine Probleme. Ob diese positive Entwicklung auf die installierten Überwachungskameras zurückzuführen sei, lasse sich aber nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.


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