43 von 62 Arbeitsplätzen gesichert Insolventer Autozulieferer aus Stuhr ist gerettet

Blickt nach erfolgreicher Sanierung positiv in die Zukunft seines Unternehmens: Geschäftsführer Michael Bubolz, Chef des gleichnamigen Automobilzulieferers aus Stuhr, steht vor einer Maschine, die Lenkzwischenwellen für den 5er BMW herstellt. Foto: Melanie HohmannBlickt nach erfolgreicher Sanierung positiv in die Zukunft seines Unternehmens: Geschäftsführer Michael Bubolz, Chef des gleichnamigen Automobilzulieferers aus Stuhr, steht vor einer Maschine, die Lenkzwischenwellen für den 5er BMW herstellt. Foto: Melanie Hohmann

Stuhr. Viele Mitarbeiter der Michael Bubolz GmbH aus Stuhr können aufatmen: Die Existenz des insolventen Automobilzulieferers ist gesichert. Allerdings sind rund 20 Arbeitsplätze weggefallen.

Für viele der verbleibenden Mitarbeiter und die Geschäftsführung der Michael Bubolz GmbH gehen bange Monate zu Ende. Der insolvente Automobilzulieferer, der im Gewerbegebiet Stuhrbaum angesiedelt ist, ist aller Wahrscheinlichkeit nach gerettet. 43 von zuvor 62 Arbeitsplätzen sind gesichert. Das teilt die auf Sanierungsberatung und Insolvenzverwaltung spezialisierte Kanzlei Schultze & Braun mit. Demnach haben die Gläubiger des Unternehmens am Montag vor dem Amtsgericht Syke dem vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt.

Sanierungsverfahren de facto zu Ende

„Damit ist der Weg frei für das baldige erfolgreiche Ende unseres Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung“, sagte dazu Michael Bubolz, geschäftsführender Gesellschafter des mittelständischen Familienbetriebs. Die Firma könne jetzt „befreit in die Zukunft starten“. Ingo Schorlemmer, Pressesprecher von Schultze & Braun, erklärte auf Nachfrage, dass die für die Gläubiger geltende Einspruchsfrist von zwei Wochen eine reine Formalie sei. Bedenken gegen den Insolvenzplan hätten bei dem Beratungstermin vor Gericht geäußert werden müssen, das sei nicht der Fall gewesen. „Das ist de facto das Ende des Verfahrens“, sagte Schorlemmer.

Expertenteam zur Unterstützung

Im Juni vergangenen Jahres hatte die Michael Bubolz GmbH beim Amtsgericht Syke einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt, mit dem Ziel, die Firma bei Fortführung des normalen Geschäftsbetriebs zu restrukturieren. Nach Angaben der Kanzlei Schultze & Braun ist die Eigenverwaltung ein Instrument der Insolvenzordnung, das die Sanierung von Unternehmen deutlich erleichtere. Die Geschäftsführung bleibe dabei im Amt und könne weiter uneingeschränkt agieren. Der Stuhrer Klient sei dabei von einem Expertenteam unterstützt worden, dem mit Detlef Specovius ein Spezialist für Eigenverwaltungen angehörte. Dieser habe unter anderem auch die Sanierung der Werkstattkette ATU betreut.

17 Mitarbeitern gekündigt

Während des Sanierungsverfahrens ist das Unternehmen laut Bubolz „einer eingehenden Analyse unterzogen“ worden. Produktionsabläufe seien optimiert und in Maschinen investiert worden. „Leider ließ es sich nicht vermeiden, unsere Personalstärke den veränderten Umsatzerwartungen anzupassen“, so der Firmenchef. 17 Mitarbeitern sei über einen Sozialplan gekündigt worden.

In Schieflage geraten sei das Unternehmen, dessen Kerngeschäft die Belieferung von Automobilherstellern unter anderem mit Fahrwerks- und Lenkungsteilen ist, nachdem neue Kunden akquiriert, die Serienstarts bei den Auftraggebern aber immer weiter nach hinten geschoben worden seien. Zudem habe es deutliche Auftragsrückgänge bei Bestandskunden gegeben.

Bubolz will zweites Standbein aufbauen

Jetzt scheint der Umschwung geschafft: „Wir gucken recht positiv in die Zukunft“, sagt Michael Bubolz. Der Firmenchef berichtet zudem von Erweiterungsplänen: Um künftig weniger abhängig von den Turbulenzen in der Automobilindustrie zu sein, soll die Medizintechnik, die bereits bis 2015 zum Firmenprofil gehörte, als zweites Standbein aufgebaut werden.


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