Mehr Betrugsfälle in Stuhr und Weyhe Polizei hat es immer öfter mit Abzockern zu tun

Hier ist es schon zu spät, das Opfer ist auf den Enkeltrick hereingefallen. Die Zahl von Betrügereien in Stuhr und Weyhe hat laut Polizei 2018 spürbar zugenommen. Symbolfoto: ImagoHier ist es schon zu spät, das Opfer ist auf den Enkeltrick hereingefallen. Die Zahl von Betrügereien in Stuhr und Weyhe hat laut Polizei 2018 spürbar zugenommen. Symbolfoto: Imago

Stuhr/Weyhe. 2018 sind deutlich mehr Menschen in Stuhr und Weyhe Opfer von Betrügern geworden als im Vorjahr. Hinter Maschen wie dem Enkeltrick stehen laut Polizei gut geschulte „Maschinerien“.

Ob der vermeintliche Enkel, der die Oma um Geld bittet, oder der falsche Dachdecker, der Hausbesitzern angeblich notwendige Reparaturen zu Wucherpreisen aufschwatzt: Mit perfiden Maschen zocken Trickbetrüger vor allem ältere Menschen ab. Über explodierende Fallzahlen, bei denen skrupellose Täter sich am Telefon als Polizisten ausgeben, um an Geld und Wertsachen der Opfer zu gelangen, hat erst kürzlich das Landeskriminalamt berichtet. Auch im Raum Stuhr/Weyhe beschäftigen Betrügereien die Polizei.

45 Fälle mehr als ein Jahr zuvor

654 Fälle von „Vermögens- und Fälschungsdelikten“ verzeichnet die kürzlich für das Jahr 2018 vorgelegte Kriminalstatistik des Polizeikommissariats Weyhe, das auch für die Gemeinde Stuhr zuständig ist. Im Jahr davor registrierte die Polizei noch 609 Taten in dieser Kategorie – ein Anstieg um 7,4 Prozent. Und ein gegenläufiger Trend, vergleicht man die Betrugsfälle etwa mit den Diebstählen, bei denen die Beamten in Weyhe einen Rückgang von 5,8 Prozent verzeichnen konnten.

Gesamtzahl der Straftaten gesunken

Als „dramatisch“ möchte die Leiterin des Polizeikommissariats, Franziska Mehlan, die Zunahme bei den Betrügereien zwar nicht bewerten, bei dieser Art von Kriminalität habe es in Stuhr und Weyhe in der Vergangenheit auch schon höhere Zahlen gegeben. Sie gibt zugleich aber zu bedenken, dass der Anteil der Betrugsdelikte am Gesamtaufkommen der Taten steige. Laut der jüngst vorgelegten Statistik des Polizeikommissariats die Zahl aller Straftaten im eigenen Zuständigkeitsbereich 2018 um 1,6 Prozent auf erstmals unter 3000 zurückgegangen.

Täter gehen taktisch äußerst geschickt vor

Ein großer Teil der Betrugsfälle geht auf die Abzocke durch Kriminelle im Internet zurück. Etwa wenn auf Portalen wie Ebay-Kleinanzeigen vermeintliche Ware angeboten und nach Bezahlung nicht geliefert wird. Viele dieser Fälle, bei denen ein Opfer im Internet geprellt wird, tauchen laut Franziska Mehlan wegen unklarer Zuordnung aber gar nicht in der offiziellen Kriminalstatistik des Kommissariats auf.

„Da steckt eine ganze Maschinerie dahinter“, sagt die Kommissariatsleiterin mit Blick auf die gängigen Betrugsmaschen am Telefon wie den sogenannten Enkeltrick. „Die Täter sind so geschult, dass sie mit einer taktisch geschickten Gesprächsführung bei dem Gegenüber sämtliche Zweifel ausräumen. Das Opfer ist dann bereit, fast sein ganzes Vermögen herzugeben. Das ist erschreckend.“

Vor allem isoliert lebende Senioren werden Opfer

Es seien vor allem ältere Menschen, die isoliert leben und nur noch wenig Anschluss an ein persönliches Umfeld haben, die leichtgläubig auf diese Masche hereinfallen, sagt Mehlan. Sie rät Familienmitgliedern dazu, in Gesprächen innerhalb der Familie auch über die bekannten Betrugsmaschen zu sprechen und so potenzielle Opfer für die heimtückischen Maschen der kriminellen Abzocker zu sensibilisieren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN