Hohorster See an Verein verpachtet Stuhrer Fischer wollen wilde Griller stoppen

Der Hohorster See wird nicht nur von Spaziergängern genutzt, sondern in den Sommermonaten auch von „Wildgrillern“. Wo sich diese gerne aufhalten, zeigen (v. l.) Fred Lemke, Jens Diessel und Rolf Libertin vom Sportfischerverein Bremen-Stuhr. Foto: Melanie HohmannDer Hohorster See wird nicht nur von Spaziergängern genutzt, sondern in den Sommermonaten auch von „Wildgrillern“. Wo sich diese gerne aufhalten, zeigen (v. l.) Fred Lemke, Jens Diessel und Rolf Libertin vom Sportfischerverein Bremen-Stuhr. Foto: Melanie Hohmann

Moordeich. Wildes Grillen und offene Feuer am Hohorster See in Moordeich sollen effektiver verhindert werden. Der Sportfischerverein als neuer Pächter übernimmt die Aufsicht an dem Gewässer.

„Grillen, offenes Feuer und Zelten sind hier nicht gestattet“ – der Hinweis auf dem Verbotsschild am Hohorster See ist unmissverständlich. Das beeindruckt so manchen Besucher an dem unmittelbar an den Park Links der Weser in Huchting angrenzenden Gewässer allerdings nicht im Geringsten, wie die Mitglieder des Sportfischervereins Bremen-Stuhr schon seit Längerem feststellen. Immer wieder komme es vor, dass Gruppen an dem ehemaligen Badesee lagern, Grills aufstellen oder ein Lagerfeuer anzünden. Von dem Müll, den sie dann hinterlassen, ganz zu schweigen. Das berichtet Rolf Libertin, Vorsitzender der Sportfischer.

Seit Jahresbeginn sind die Fischer die „Hausherren“

Das Grillen mit billigen Einweggrills habe „extrem zugenommen“, und offenes Feuer sei gerade in einem so trockenen Sommer wie 2018 sehr gefährlich, betont Libertin. Um am Hohorster See eine bessere und regelmäßigere Aufsicht gewährleisten zu können, haben die Gemeinde und der Verein einen Vertrag geschlossen: Seit dem 1. Januar 2019 sind die Sportfischer Pächter des Sees und des gesamten, knapp sieben Hektar großen Areals. „Wir haben mit der Verpachtung der Fischteiche am Gut Varrel an den Verein gute Erfahrungen gemacht“, sagt Marc Plitzko, Umweltbeauftragter der Gemeinde Stuhr. So sei die Idee entstanden, das Modell auch auf den Hohorster See zu übertragen.

See soll weiter öffentlich zugänglich bleiben

Dort üben die Sportfischer aus Bremen und Stuhr schon seit jeher die Fischereirechte aus. „Der See soll weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, sagt Rolf Libertin. Allerdings habe man jetzt eine bessere Handhabe, in Gestalt der ehrenamtlichen Fischereiaufseher des Vereins gegen die unerlaubten Freizeitaktivitäten am Seeufer vorzugehen.

Keine Angst vor Konfrontationen

Sorge, dass es dabei zu gefährlichen Konfrontationen mit uneinsichtigen Personen kommen könnte, hat Rolf Libertin angesichts der Erfahrungen mit der Fischereiaufsicht an den anderen Gewässern des Vereins nicht. Im Gegenteil: „In der Regel reagieren die Personen, die wir ansprechen, sehr vernünftig. Nach Möglichkeit machen wir die Kontrollen zu zweit.“ Im Fall der Fälle seien die Aufseher angewiesen, sich zurückzuziehen und die Polizei zu rufen.

Der Hohorster See ist im Zweiten Weltkrieg beim Bau einer Flaksiedlung zum Schutz des nahen Flughafens entstanden. Später wurde er als Badesee, dann als Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz genutzt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN