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Drei Wohnungen geräumt Unbekannte sprengen Geldautomaten in Brinkum und flüchten

In der Nacht wurde an der Syker Straße in Brinkum ein Geldautomat gesprengt. Foto: NonstopnewsIn der Nacht wurde an der Syker Straße in Brinkum ein Geldautomat gesprengt. Foto: Nonstopnews

Brinkum. Unbekannte Täter haben in Stuhr-Brinkum in einer Bank einen Geldautomaten gesprengt. Ob sie Geld erbeutet haben, ist noch unklar. Über der Bank mussten Anwohner ihre Wohnungen vorübergehend räumen.

Seit mehreren Jahren sorgen in Nord- und Westdeutschland immer häufiger nächtliche Sprengungen von Geldautomaten für Schlagzeilen. Gestern haben Täter mit dieser dreisten und gefährlichen Masche auch in der Gemeinde Stuhr zugeschlagen: In den frühen Morgenstunden riss der Knall einer Explosion Anwohner der Syker Straße im Ortsteil Brinkum unsanft aus dem Schlaf. Laut Polizeibericht wurde gegen 3.20 Uhr die Auslösung der Alarmanlage in der Volksbankfiliale an der Syker Straße gemeldet. Vor Ort stellten Polizeibeamte fest, dass unbekannte Täter einen Geldautomaten mittels Gas gesprengt hatten. Die Täter waren schon geflüchtet.

Die Täter waren beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits geflüchtet. Foto: Nonstopnews


Drei Wohnungen nach Explosion geräumt

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass noch Gas aus den zurückgelassenen Flaschen strömt, mussten drei über der Bank liegende Wohnungen geräumt werden, berichtete Sprecher Thomas Gissing von der Polizeiinspektion Diepholz gestern Morgen. Eine Fahndung wurde eingeleitet. Einsatzkräfte aus Bremen und ein Polizeihubschrauber unterstützten die Fahndung.

Vermutlich über Friedhof geflüchtet

Aufgrund von Zeugenaussagen gehen die Ermittler laut Gissing von zwei Tätern aus. Diese seien über den an das Bankgebäude angrenzenden Friedhof geflüchtet. Anschließend stiegen sie in ein Fluchtauto, das an der parallel zur Syker Straße verlaufenden Wandelstraße bereitstand, wie die Ermittler vermuten. Die Täter nutzten auf diese Weise geschickt die Nähe zur Autobahn aus. Ein ähnliches Vorgehen sei bei vergleichbaren Fällen festgestellt worden, erklärte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen am Tatort dauerten den ganzen Vormittag an. Zur möglichen Beute konnte die Polizei gestern nur vage Angaben machen. „Vermutlich“ sei Bargeld gestohlen worden, so Thomas Gissing, genaue Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.

Feuerwehr muss Verstärkung anfordern

Auch die Ortsfeuerwehr Brinkum wurde kurz nach der Tat alarmiert. Zwar stellten die Feuerwehrleute in der Bank kein Feuer fest. Im Vorraum, in dem sich der gesprengte Geldautomat befand, entdeckten sie jedoch nach Angaben von Feuerwehrsprecher Matthias Thom „eine Apparatur mit Gasflaschen“. Da unklar war, ob Explosionsgefahr durch ausströmendes Gas bestand, wurde die Messgruppe Nord der Kreisfeuerwehr hinzugerufen, die in Sudweyhe und Barrien stationiert ist. Die Kräfte aus Brinkum stellten derweil den Brandschutz sicher und zogen sich einige Meter von der Einsatzstelle zurück. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Betreuung der Bewohner aus den geräumten Wohnungen.

Die Feuerwehr musste sich während des Gas-Alarms zurückziehen. Foto: Nonstopnews


30 Kräfte im Einsatz

Die Spezialkräfte der Feuerwehr nahmen Messungen unter Atemschutz vor, wie Thom weiter berichtete. Nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben werden, die Anwohner durften wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. 30 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, vor Ort befanden sich auch der Fachberater Gefahrgut der Kreisfeuerwehr und der Stuhrer Gemeindebrandmeister.

Unter anderem in Niedersachsen hat die Zahl der Sprengungen und Sprengversuche in den vergangenen Jahren stark zugenommen. 2018 verzeichnete das Landeskriminalamt mit 54 Vorfällen mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, In 37 Fällen blieben die Täter jedoch erfolglos.


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