Hoffen auf die Linie 8 in Stuhr Straßenbahn soll den Staus ein Schnippchen schlagen

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Noch endet die „Tram“ in Huchting. Ab 2022 könnte sie weiter nach Stuhr fahren. Archivfoto: Dirk HammNoch endet die „Tram“ in Huchting. Ab 2022 könnte sie weiter nach Stuhr fahren. Archivfoto: Dirk Hamm

Stuhr. Stuhr hat noch keine Straßenbahn – ein Standortnachteil, sagt der Bürgermeister. Läuft alles glatt, könnte die Linie 8 in drei Jahren erstmals in Stuhr halten.

Wenn der Bürgermeister traditionell zum ersten „Dämmerschoppen“ des Jahres bei der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU) zu Gast ist, kommt ein Dauerbrenner immer zur Sprache: Wann kommt die Linie 8? In diesem Jahr war das nicht anders. Niels Thomsen erinnerte daran, dass die Zukunft des Projekts der Straßenbahnverlängerung von Huchting über Stuhr bis nach Weyhe zunächst einmal in den Händen des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig liegt. In dem Revisionsverfahren geht es um das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, das den Planfeststellungsbeschluss auf niedersächsischer Seite im August 2016 gekippt hatte.

Erst hat das Gericht das Wort

Für den Stuhrer Verwaltungschef bleibt es beim Prinzip Hoffnung: „Ich würde mich über eine richterliche Entscheidung in diesem Jahr freuen, die dasSignal gibt, dass es weitergehen kann.“ Ob diese juristische Hürde noch 2019 genommen werden kann, steht aber längst nicht fest. Einen Termin für die Revisionsverhandlung gibt es noch nicht, wie gestern auf Nachfrage von der Pressestelle des Gerichts zu erfahren war.

Linie 8 könnte ab 2022 in Stuhr halten

Geht dieses Verfahren positiv aus und ist auch die Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen – dafür ist laut Thomsen noch einmal rund ein Jahr zu veranschlagen –, kann es mit den notwendigen Arbeiten entlang der Trasse der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn losgehen. So sind einige Stationen und Querungen einzurichten. Im optimalen Fall könnten nach Angaben Thomsens 2022 die ersten Straßenbahnzüge von und nach Stuhr rollen.

Verlässliche Alternative zum Auto ersehnt

Wie wichtig dieses öffentliche Nahverkehrsprojekt für die Stuhrer Wirtschaft ist, machte der Rathauschef noch einmal unmissverständlich klar: „Es ist ein Standortnachteil, dass wir keine Straßenbahn haben.“ Angesichts von mehr als 20.000 Ein- und Auspendlern täglich und der ständigen Staus auf den Hauptverkehrswegen in Stuhr sei eine „verlässliche, pünktliche, barrierefreie und von Staus unabhängige Alternative“ zum Auto unerlässlich. „Wenn die Straßenbahn nicht kommt, ist der volkswirtschaftliche Schaden größer als die Straßenbahn kostet“, ist Thomsen überzeugt.

Unternehmer beklagt „grausame Verkehrsplanung“

Das Thema Verkehr brennt auch den Mittelständlern unter den Nägeln, wie beim ISU-Treffen deutlich wurde. Fuhrunternehmer Dirk Witte aus Groß Mackenstedt etwa machte seinem Unmut Luft und beklagte eine „grausame Verkehrsplanung“ in Bremen. Mit „gesundem Menschenverstand“ wäre etwa der neue Staus verursachende Neubau der Ochtumbrücke nicht erst im Anschluss an die Fahrbahnsanierung der A1 erfolgt. Einen Einfluss auf die Bremer Planung habe er nicht, räumte Niels Thomsen ein. Lediglich auf unterer Arbeitsebene, etwa bei Absprachen über Umleitungen, gebe es eine engere Zusammenarbeit.


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