Auf tote Schlange gestoßen Schockierender Fund beim Gassi gehen in Steller Heide

Eine Delmenhorsterin hat beim Spaziergang mit dem Hund in der Steller Heide eine tote, rund einen Meter lange Schlange gefunden. Foto: Nicole LütteckeEine Delmenhorsterin hat beim Spaziergang mit dem Hund in der Steller Heide eine tote, rund einen Meter lange Schlange gefunden. Foto: Nicole Lüttecke

Stuhr/Delmenhorst. Schreck in der Morgenstunde: Beim Spazierengehen mit dem Hund in der Steller Heide ist eine Delmenhorsterin auf eine tote Schlange gestoßen. Das gut ein Meter lange Tier war eine Kornnatter, die nur in Nordamerika vorkommt.

Das ist wahrlich ein Schreck in der Morgenstunde: Eine rund ein Meter lange, leblose Schlange hat Nicole Lüttecke am Dienstagvormittag beim Spaziergang in der Steller Heide entdeckt. Von der Steller Straße auf Delmenhorster Seite aus hat die 40-Jährige ihren Vierbeiner auf dem bei Hundebesitzern beliebten Gelände ausgeführt. Als der Mischlingshund in einem Gebüsch heftig an einem Objekt zu schnüffeln begann, schaute die Delmenhorsterin selbst nach – und der Schreck fuhr ihr in die Glieder.

Lüttecke vermutet, dass das Tier ausgesetzt worden ist. Traurig und wütend zugleich habe sie der Anblick gemacht, sagte die Hundebesitzerin gegenüber unserer Redaktion. „Eine Schlange bei Minusgraden aussetzen, da fällt mir nix mehr zu ein“, postete sie bei Facebook kurz nach dem schockierenden Fund.

Tot statt in Kältestarre

Zufällig befanden sich Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Gemeinde Stuhr in der Nähe. Von Lüttecke auf den Vorfall aufmerksam gemacht, legten sie das leblose Tier in einen Eimer und brachten es später mit zum Bauhof in Brinkum. Dessen Leiter Guido Stuck versuchte derweil, Kontakt mit Experten aufzunehmen, um herauszufinden, ob die Schlange wirklich tot ist. Denn wechselwarme Tiere können in eine Kältestarre verfallen, wenn eine bestimmte Außentemperatur unterschritten wird, wie schließlich die unter anderem auch auf Reptilien spezialisierte Tierärztin Alexandra Dörnath aus Bremen-Hastedt bestätigen konnte.

Ferndiagnose per Foto

Das geschah laut Stuck per Ferndiagnose: Anhand der extremen Krümmung des Schlangenkörpers, der auf dem bei Facebook geposteten Foto zu erkennen ist, und des von den Bauhofmitarbeitern beschriebenen starken Gestanks bestand für die Tierärztin kein Zweifel: Die Schlange, eine Kornnatter, ist nicht eines natürlichen Todes gestorben. Möglicherweise sei die Schlange von einem Hund so heftig geschüttelt worden, dass sie dadurch starb, sagte Stuck. Die Entsorgung des Kadavers sei nun ein Fall für die Tierkörperbeseitigung.

Bei der Kornnatter handelt es sich um eine nicht giftige Schlange, die im östlichen Teil der USA heimisch ist. Ebenfalls nicht giftig ist die Ringelnatter, die am häufigsten in Deutschland vorkommende und auch in Niedersachsen anzutreffende Schlangenart. Über Giftzähne verfügt hingegen die Kreuzotter, die auch im Norden Deutschlands zu finden ist.

Abgeben statt aussetzen

Ein in unserer Region nicht heimisches Tier in der Natur auszusetzen, ist für Gaby Schwab vom Bremer Tierschutzverein ein Unding: „Wer sich ein solches Tier anschafft, sollte auch den Mut haben, es wieder abzugeben.“ Das ist in verschiedenen Auffangstationen möglich, zum Beispiel in Niedersachsen in Rastede und in Sachsenhagen. „Im Notfall“ nehme auch das Bremer Tierheim eine nicht mehr gewollte Schlange auf. Anders als etwa das Tierheim Arche Noah in Brinkum verfügt die Bremer Einrichtung über Experten und eine Exotenstation, in der neben Schlangen auch Vogelspinnen, Leguane oder Schildkröten aufgenommen werden.

Reptilien zu Dumpingpreisen verkauft

Immer häufiger landeten exotische Tiere in solchen spezialisierten Stationen, weil die Halter „völlig überfordert sind“, berichtet Gaby Schwab. Das Problem seien die Exoten- und Reptilienmessen, auf denen Lebendtiere „zu Dumpingpreisen“ an Unkundige verkauft würden. „Das müsste verboten werden“, fordert die Pressesprecherin des Bremer Tierschutzvereins.


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