Gedenkgang zum Mahnmal Obernheide Beschriftete Steine erinnern an ein düsteres Kapitel

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Hinter den bloßen Namen verbergen sich Einzelschicksale: (v. l.) Silke Amrhein vom Jugendtreff No Moor und die Lehrerinnen Nina Bernard und Diana Heinz zeigen drei der Steine, die am 21. November am Mahnmal in Obernheide niedergelegt werden sollen. Foto: Dirk HammHinter den bloßen Namen verbergen sich Einzelschicksale: (v. l.) Silke Amrhein vom Jugendtreff No Moor und die Lehrerinnen Nina Bernard und Diana Heinz zeigen drei der Steine, die am 21. November am Mahnmal in Obernheide niedergelegt werden sollen. Foto: Dirk Hamm

Stuhr. Jugendliche aus Moordeich engagieren sich für das Gedenken an ein düsteres Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg. Am 21. November gestalten sie den Gedenkgang zum Mahnmal Obernheide mit.

Sie hatten Entsetzliches zu ertragen, die „Frauen von Obernheide“. Unter diesem Sammelbegriff verbergen sich die Einzelschicksale von rund 800 Jüdinnen aus Polen und Ungarn, die im letzten Kriegsjahr ins Außenlager Obernheide des KZ Neuengamme verschleppt worden waren und bei der Beseitigung von Trümmern in Bremen Zwangsarbeit leisten mussten. An ihr Schicksal erinnert in Stuhr-Obernheide heute ein Mahnmal.

Gedenkgang keine Routine

Für Mittwoch, 21. November, rufen die Gemeinde Stuhr, die KGS Moordeich (Lise-Meitner-Schule) und die Stuhrer Kirchengemeinden auch in diesem Jahr zu einem Gedenkgang zum Mahnmal auf. „Obernheide wird nie Routine werden“, ist Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen überzeugt. Er wünscht sich, dass möglichst viele Bürger sich dem Gedenkgang anschließen. Auch, um so das Engagement der Jugendlichen zu würdigen, die die Gedenkveranstaltung mitgestalten.

Steintafeln mit Namen versehen

Die Schüler des Profilkurses Geschichte im Gymnasialzweig der Schule lesen Texte vor. Zusammen mit Jugendlichen aus dem Moordeicher Jugendtreff No Moor haben sie außerdem eine besondere Aktion vorbereitet: Die Namen von 300 der Lagerinsassinnen wurden mit witterungsbeständigen Stiften auf handtellergroße Steinplatten aufgetragen. Die Teilnehmer des Gedenkganges werden je einen Stein in die Hand und legen ihn am Mahnmal niederlegen.

Gedenkgang beginnt am Bahnhof in Alt-Stuhr

Die Gedenkveranstaltung beginnt am 21. November um 11 Uhr am Bahnhof in Alt-Stuhr. Die Frauen aus dem Lager mussten morgens zu Fuß bis zu diesem Punkt laufen, dann wurden sie mit der Kleinbahn nach Bremen gebracht. Die Gedenkfeier in Obernheide beginnt gegen 11.45 Uhr. Für die Rückfahrt stehen Busse bereit.

Wegen des Gedenkganges wird die Obernheider Straße am 21. November zwischen Kronsbrook und Delmenhorster Straße von 11 Uhr bis etwa 12.30 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt.


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