Brinkum diskutiert Verschönerung Heiße Diskussion um Neugestaltung des Ortskerns

Von Florian Fabozzi

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Dominik Geyer (links) und Christian Strauß stellten Möglichkeiten für Brinkum vor. Foto: Florian FabozziDominik Geyer (links) und Christian Strauß stellten Möglichkeiten für Brinkum vor. Foto: Florian Fabozzi

Stuhr. Die Gemeinde Stuhr will den Ortskern Brinkums umgestalten. Dazu hat sie zu einer Infoveranstaltung in das Rathaus eingeladen. Mehrere Möglichkeiten wurden vorgestellt. Die Entscheidung für ein Konzept soll im Dezember fallen.

Der Ratssaal im Rathaus Stuhr war fast bis auf dem letzten Platz besetzt, als die Gemeindeverwaltung am Dienstagabend, 3. September, zu einer Bürgerbeteiligung eingeladen hatte. Drei neue Varianten zur Umgestaltung des Ortskerns wurden vorgestellt. Betroffen von der Neugestaltung ist das Areal um den ZOB. Dieser soll auf die Parkplatzfläche hinter dem Hotel Bremer Tor verlegt werden und somit Platz für Einkaufsmöglichkeiten, Praxen und Gastronomiebetriebe schaffen. Auch neue Mietwohnungen und Einfamilienhäuser oder ein großer Marktplatz wären Möglichkeiten.

Begegnung für Einwohner

Die Neugestaltung sieht eine Belebung des Gemeindezentrums vor und soll neue Begegnungsstätten für die Einwohner schaffen. Gleichzeitig soll das Konzept wirtschaftlich tragfähig sein. Stadtleitungsplaner Christian Strauß, Baurechtsfachbereichsleiter Hajo Giesecke und Diplom-Ingenieur Dominik Geyer vom Stadtplanungsunternehmen Dr. Jansen stellten den Gästen die Varianten vor. Schon im März des vergangenen Jahres hatte die Gemeinde Stuhr ein Konzept zur Neugestaltung verabschiedet und einen Investorenwettbewerb ausgerufen. Die Suche nach dem passenden Investor erwies sich jedoch als Fehlschlag. „Es gab unter den Investoren keinen Volltreffer“, erklärte Geyer. Und da keiner das Konzept finanzieren wollte, wurde es nun überarbeitet – mit drei neueren Varianten.

Marktplatz oder Wohnungen

Die erste Variante sieht einen 1.200 Quadratmeter großen Discounter oder Vollsortimenter und eine hohe Anzahl an Wohnungen und Parkplätzen vor. Variante zwei bietet weniger Wohnungen, aber einen größeren Marktplatz. In Variante drei wird auf Einkaufsmöglichkeiten gänzlich verzichtet und der Fokus auf Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe gelegt.

„Mehr Leben rein in Delmenhorst“

Die Präsentation der Varianten entfachte eine rege Diskussion. „Es muss mehr Leben rein in Brinkum“, sagte einer der Gäste und erntete Applaus. Deutlich wurde der Wunsch nach Kultureinrichtungen und gemütlichen Orten der Begegnung wie etwa Straßencafés. Die zu geringe Anzahl von Parkplätzen in allen vorgestellten Varianten wurde dagegen mehrfach bemängelt. Geyer appellierte mehrfach an die Kompromissbereitschaft der Gemeindebewohner: „Man kann nicht jeden Wunsch erfüllen“, erklärte er, „Alle Seiten müssen aufeinander zukommen, denn so funktioniert Stadtleben.“ Bezüglich der Errichtung neuer Einzelhandelsbetriebe gab es unterschiedliche Meinungen. Gerade im Norden Brinkums gäbe es kaum Einkaufsmöglichkeiten, erklärte eine der Anwesenden. Gerade für ältere Menschen, denen das Laufen schwerfällt, sei dies ein Problem. Andere Personen sprachen sich gegen Discounter im Ortskern aus - es schade dem Stadtbild.

Wieder Suche nach Investor

Bezüglich der Wahl der Variante kam es am Dienstagabend zu keinem Konsens, doch die vielen Anregungen und Kritikpunkte sollen, so Geyer, in die Entscheidungsfindung mit einfließen. In der letzten Ratssitzung des Jahres möchte sich der Verwaltungsausschuss schließlich für eine der Varianten entscheiden und anschließend wieder auf die Suche nach einem passenden Investor gehen.

Ob es im Zweifelsfall nicht einfacher wäre, sich dem Willen eines Investoren zu beugen? Dazu hat Bürgermeister Thomsen eine klare Meinung: „Brinkum ist stark und attraktiv, wir können und werden an unseren Konzepten festhalten.“


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