Bubolz in Insolvenzverfahren Auto-Zulieferbetrieb in Stuhr hofft auf Sanierung

Meine Nachrichten

Um das Thema Stuhr Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Juni hatte das Unternehmen einen Antrag auf Sanierung in Eigenverantwortung gestellt. Foto: Kai HasseIm Juni hatte das Unternehmen einen Antrag auf Sanierung in Eigenverantwortung gestellt. Foto: Kai Hasse

Stuhr. Das Unternehmen Michael Bubolz GmbH in Stuhr steckt in einem Insolvenzverfahren – dennoch ist der Geschäftsführer optimistisch. Erste Restrukturierungen würden Wirkung zeigen.

Das Unternehmen Michael Bubolz GmbH in Stuhr arbeitet an seiner Sanierung. Im Juni hat das Unternehmen einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Syke gestellt – eine Art Verfahren des Insolvenzrechts. Mittlerweile sollen erste Maßnahmen zur Restrukturierung Erfolg zeigen. Das berichtet die Firma Schultze & Braun, ein Dienstleister für Insolvenzverfahren. So würden Bearbeitungsprozesse optimiert. Die Geschäftsführung ist optimistisch.

Deutliche Auftragsrückgänge

Das Sanierungsverfahren sei notwendig geworden, weil die Bubolz GmbH deutliche Auftragsrückgänge hinnehmen musste, die sie nicht mit neuen Aufträgen ausgleichen konnte. Am 21. Juni ordnete das Amtsgericht dann die vorläufige Eigenverantwortung an. Dieses Insolvenzverfahren lässt die Geschäftsführung im Amt. So kann sie weiter uneingeschränkt agieren, und das Verfahren werde berechenbarer, so eine Erklärung von Schultze & Braun. Die Bubolz GmbH wird dabei von den Sanierungsexperten Stefan Ludwig und Detlef Specovius von Schultze & Braun unterstützt. Specovius ist Spezialist für Eigenverwaltungen und betreute unter anderem die Sanierungen des Automobilzulieferers SaarGummi sowie der Werkstattkette ATU.

70 Beschäftige betroffen

Der mittelständige Familienbetrieb Bubolz GmbH im Gewerbegebiet Stuhrbaum ist ein Zerspanungsbetrieb – das heißt, vereinfacht erklärt, in den Produktionshallen werden stählerne Werkstücke in eine bestimmte Form geschliffen und gefräst. Er stellt als Zulieferbetrieb Bauteile für Fahrzeuge her – beispielsweise Lenkstangen, Armaturen oder Hydraulik. Bis vor wenigen Jahren vermerkte die Firma auch Teile für Medizintechnik bei ihren Produkten – und etwa 300 Mitarbeiter. Laut der Firma Schultze & Braun sei dieser Produktionszweig jedoch aufgegeben worden. Mittlerweile hat die Firma nach neuesten Angaben noch 70 Beschäftigte und hat einen Umsatz von 12 Millionen Euro.

Erste Restrukturierungen

Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit ungehindert weiter. „Der eingeschlagene Kurs, nämlich die Sanierung durch Insolvenzplan, wird beibehalten. Erste Maßnahmen zur Restrukturierung zeigen Erfolg“, erklärte nun Sanierungsexperte Stefan Ludwig in einer Pressemitteilung. Bearbeitungsprozesse im Unternehmen würden optimiert und die Strukturen verbessert. So könne man sich von Anlagevermögen trennen, so hieß es gestern. Ob alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, war gestern wegen mehrerer Termine der Sprecher des Insolvenzverwalters nicht in Erfahrung zu bringen.

Unterstützung der Auftraggeber

Derweil würde die Firma Bubolz GmbH große Unterstützung der verbliebenen Auftraggeber erfahren, „insbesondere aus dem Bereich Automotive. Sowohl sie als auch unsere motivierten Mitarbeiter tragen den Sanierungskurs mit“, sagte Geschäftsführer Michael Bubolz am Montag, 3. September. Er danke allen Beteiligten, „denn so können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN