Änderung der Startroute prüfen Plan gegen Fluglärm in Stuhr stößt auf Skepsis

Von Dirk Hamm

Startende Flugzeuge sorgen für starke Lärmbelästigung in Stuhrer Wohngebieten. Symbolfoto: Boris Roessler/dpaStartende Flugzeuge sorgen für starke Lärmbelästigung in Stuhrer Wohngebieten. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa

Stuhr. Der Vorschlag für eine geänderte Abflugroute über Stuhr stößt in der Gemeinde auf Zurückhaltung. In Teilen Stuhrs könnte die Lärmbelastung für die Bürger zunehmen.

Möglicherweise ist es keine so gute Idee, mit einer veränderten westlichen Abflugroute vom Bremer Flughafen die Lärmbelästigung von dichter besiedelten Wohngebieten auf weniger dicht bevölkerte Teile der Gemeinde Stuhr verlagern zu wollen. Einen entsprechenden Vorschlag hat der Moordeicher Volker Reinhold, der der Fluglärmkommission Bremen angehört, vorgelegt. Am Donnerstag stieß er mit seinem Plan auf Zurückhaltung im Stuhrer Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt.

Auch in Stuhrbaum wären Wohnhäuser betroffen

Im Zuschauerraum hatte sich mit rund 35 Bürgern ein für Ausschusssitzungen ungewöhnlich großes Publikum eingefunden. Aus den Reihen der Einwohner wurde auf die im Laufe der Jahre gestiegene Lärmbelastung durch den Luftverkehr von Bremen aus hingewiesen. Zugleich wurde hervorgehoben, dass im Mischgebiet Stuhrbaum, das nach den Vorstellungen Reinholds nach einer Startroutenänderung mehr Fluglärm abbekommen soll, auch zahlreiche Wohnhäuser betroffen wären.

Mögliche Folgen einer anderen Route prüfen

Grünen-Fraktionschefin Kristine Helmerichs mahnte, sich gut zu überlegen, „ob wir das Fass aufmachen“. Sie gab zugleich zu bedenken, dass 60 Prozent aller in Bremen startenden Flugzeuge Stuhr überfliegen, hingegen nur zehn Prozent über Huchtinger Gebiet aufsteigen.

Ein formaler Beschluss stand nicht an, einig war sich der Ausschuss aber, dass die Gemeinde zunächst die möglichen Folgen einer Veränderung der Abflugrouten prüfen soll, ehe über die Fluglärmkommission ein entsprechender Antrag gestellt wird. Zu prüfen sei, wie sich eine veränderte Startroute in den Lärmaktionsplan der Gemeinde Stuhr einfügt.


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