Jungtiere in Tierheim aufgepäppelt Sechs Katzenbabys in Stuhr-Brinkum ausgesetzt

Von Dirk Hamm

Sie wirken fast wie ein einziges Wollknäuel: Sechs Katztenbabys sind in Brinkum ausgesetzt worden. Jetzt werden sie im Tierheim Arche Noah aufgepäppelt. Foto: Tierheim Arche NoahSie wirken fast wie ein einziges Wollknäuel: Sechs Katztenbabys sind in Brinkum ausgesetzt worden. Jetzt werden sie im Tierheim Arche Noah aufgepäppelt. Foto: Tierheim Arche Noah

Brinkum. Es zerreißt einem schier das Herz: In einem Karton kauernd, laut miauend, ohne Wasser und Futter zurückgelassen – so sind am Montagnachmittag sechs Katzenbabys von einer aufmerksamen Passantin auf dem Gelände eines Markts in Brinkum-Nord aufgefunden worden.

Die junge Frau hat umgehend das Tierheim Arche Noah benachrichtigt. Die Tierschützer haben die circa zehn Tage alten Kätzchen in das am Rodendamm in Brinkum beheimatete Tierheim gebracht, wie sie in einem Eintrag auf ihrer Facebookseite berichten.

Jungtiere unterkühlt und ausgetrocknet

„Bei der ersten Begutachtung der Tiere fiel uns sofort auf, dass die Kleinen völlig unterkühlt und ausgetrocknet waren. Hinzu kam noch, dass die Tiere mit einer stinkenden Flüssigkeit übergossen worden waren, die das ganze Fell verklebte“, heißt es dort. Die Tiere seien sofort gebadet und mit Kitten-Milch versorgt worden. Am Dienstag schaute sich der Tierarzt die Jungtiere an.

Beste Vorbeugung ist Kastration

Es handelt sich nicht um einen Einzelfall, berichtet Janina Walter, die bei Arche Noah als Tierpflegerin im Katzenbereich arbeitet, auf Nachfrage. Jetzt in der Kittenzeit komme es des Öfteren vor, dass Jungtiere gefunden und abgegeben werden, sieben oder acht Würfe seien es im vergangenen Jahr gewesen.

Walter legt Wert auf die Feststellung, dass das Aussetzen von Tieren kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat ist. „Die beste Vorbeugung ist die Kastration der Katze“, rät sie Haltern, die eine unliebsame Überraschung vermeiden wollen, die ihnen ein Wurf Jungtiere beschert.

Zurzeit 50 Katzen im Tierheim

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, gibt es die Möglichkeit, die Tiere gegen die Zahlung eines Beitrags beim Tierheim abzugeben, sagt Walter. Anders als bei Fundtieren, die zeitweise die Kapazitäten der Einrichtung ausfüllen könnten, bestehe aber keine Verpflichtung zur Aufnahme. Derzeit kümmerten sich die Pfleger im Brinkumer Tierheim um etwa 50 Katzen, außerdem um rund 40 Hunde, die überwiegend aus Partnertierheimen in Ungarn und Rumänien stammen.

Keine Probleme bei der Vermittlung

Probleme, für die abgegebenen Katzenbabys neue Besitzer zu finden, gebe es erfahrungsgemäß nicht, so Walter: „Auf Katzenkindern bleiben wir nicht sitzen.“ Für die Versorgung der Tiere in der Zwischenzeit ist das Tierheim auf Spenden angewiesen. „Für Fundtiere bekommen wir von der Gemeinde eine Pauschale, die die Kosten aber nicht abdeckt“, sagt die Tierpflegerin. Wer die Arbeit der Einrichtung unterstützen wolle, tue das am besten mit Geld. Die Abgabe von Katzenmilch sei hingegen in der Regel nicht hilfreich, da eine spezielle Milch für die Katzenbabys verwendet werde.

Geldspenden erwünscht

Die sechs in Brinkum ausgesetzten Kätzchen werden jetzt von den Pflegern „liebevoll aufgepäppelt“, berichtet Janina Walter, es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Über den Berg sind sie aber noch nicht: „Wir hoffen, dass sie durchkommen.“


Weitere Informationen über das Tierheim Arche Noah: www.tierheim-arche-noah.de. Das Tierheim ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr unter Telefon (0421) 890171 zu erreichen.

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