Amina Brotz stellt aus Neue Ausstellung in der Künstlerstätte Heiligenrode

Von Florian Fabozzi

Stipendiatin Amina Brotz lädt zu ihrer neuen Kunstausstellung ein, die von Alltagsgegenständen geprägt wird. Foto: Florian FabozziStipendiatin Amina Brotz lädt zu ihrer neuen Kunstausstellung ein, die von Alltagsgegenständen geprägt wird. Foto: Florian Fabozzi

Stuhr. In der Künstlerstätte Heiligenrode verwandelt Amina Brotz Alltagsgegenstände in Ausstellungsobjekte. Am Samstag öffnet sie die Pforten für interessierte Gäste.

„Ich möchte nur besitzen, was ich wirklich brauche.“ Dies ist der Grundsatz der Kunststipendiatin Amina Brotz, der sie zu ihrer neuen Ausstellung inspirierte. „In Teilen vor Ort“ lautet der Name der Ausstellung, die am Samstag, 19. Mai, um 15 Uhr im neuen Müllerhaus der Künstlerstätte Heiligenrode eröffnet wird. In zwei großen Räumen stellt Brotz alte Alltagsgegenstände aus, für die sie keine Verwendung mehr hat. Darunter Kleidung, Hefte, Kosmetikartikel und eine Matratze.

Ordnung ins Chaos bringen

Da Brotz sich darauf versteht, Ordnung und Struktur in vermeintliches Chaos zu bringen, sind die Gegenstände einrichtungstypisch angeordnet. Das linke Zimmer hat sie in ein Schlafzimmer verwandelt, das rechte, sehr geräumige Zimmer ist Wohnzimmer und Atelier in einem. Letztendlich also ein gewöhnliches, möbliertes Haus.

„Meine Arbeit ist immer ortsabhängig“, erklärt die 31-jährige Bremerin. Und da die Künstlerstätte Heiligenrode, in der sie seit August vergangenen Jahres lebt und arbeitet, über ein leer stehendes Müllerhaus verfügt, lag es nahe, dieses als Unterbringungsort für nicht mehr benötigte Objekte zu nutzen. Dabei handle es sich keineswegs um Müll, ganz im Gegenteil: „Viele der Sachen werde ich im Anschluss der Ausstellung verschenken“, erzählt Brotz. Interessenten gäbe es genug: Familie, Freunde und andere Künstler hätten schon Interesse bekundet.

„Viele Künstler arbeiten beispielsweise mit Gardinen“, erläutert sie, „und ein paar Freunde haben es auf die Kleidungsstücke abgesehen“ Es geht ihr dabei auch darum, anderen Leuten eine Freude zu bereiten. „Wenn ich alte Sachen weiter verschenke, statt sie wegzuwerfen, bleiben sie in einem Kreislauf.“

Den Dialog suchen

Gäste sollen die verschiedenartigen Ausstellungsstücke auf sich wirken lassen, doch Brotz ist stets auch auf der Suche nach dem Dialog. Wenn Interesse an einem der Gegenstände und Sammlerstücke besteht, sei sie unter Umständen bereit, sie den Interessierten nach Ende der Ausstellung zu überlassen.

Bei der Ausstellungseröffnung am Samstag werden auch Bürgermeister Niels Thomsen und Kunstwissenschaftlerin Aneta Palenga zugegen sein. Bis zum 10. Juni dürfen Interessierte an Wochenenden kostenlos vorbeischauen und sich von der künstlerischen Sammlung einen Eindruck verschaffen.