55.000 Hausbesuche im Jahr Sozialstation Stuhr ist komplett ausgelastet

Von Dirk Hamm

Blicken auf eine erfolgreiche Entwicklung der Sozialstation Stuhr seit 1978 zurück: (v. l.) Pflegedienstleiter Wolfram Klüpfel und Fachdienstleiter Jörg Grube. Foto: Dirk HammBlicken auf eine erfolgreiche Entwicklung der Sozialstation Stuhr seit 1978 zurück: (v. l.) Pflegedienstleiter Wolfram Klüpfel und Fachdienstleiter Jörg Grube. Foto: Dirk Hamm

Stuhr. Die Sozialstation Stuhr bietet seit 40 Jahren ambulante Pflege in Stuhr an. Die Nachfrage übersteigt derzeit die personellen Möglichkeiten.

Lediglich ein einziges Fahrzeug, ein Renault 4, hat vor 40 Jahren den „Fuhrpark“ der Sozialstation Stuhr gebildet. Drei Pflegekräfte fuhren damit zu den Patienten. Heute zählt der ambulante Pflegedienst der Gemeinde 27 Mitarbeiter, die auf 23 Dienstautos zurückgreifen können. Die Sozialstation, in Stuhr anders als in den meisten Kommunen in Niedersachsen in alleiniger Trägerschaft der Gemeinde aufgebaut, war als Nachfolgemodell für die aussterbende Institution der Gemeindeschwestern gedacht.

Vor 40 Jahren Arbeit aufgenommen

Diesen Rückblick auf die Anfänge der Sozialstation Stuhr, die bis 1996 im Rathaus untergebracht war und jetzt ein paar Schritte weiter an der Straße Am Rathaus beheimatet ist, hat der zuständige Fachdienstleiter Jörg Grube nicht zufällig unternommen: Die Sozialstation hat vor 40 Jahren, am 3. Mai 1978, ihre Arbeit aufgenommen.

470 Patienten jährlich versorgt

Vor einem Jahr hat Wolfram Klüpfel die Pflegedienstleitung übernommen. „Im Augenblick ist die Nachfrage größer, als wir abdecken können“, berichtet der 55-Jährige. Im vergangenen Monat hätten deshalb 30 Anfragen abgelehnt werden müssen. Laut Grube nehmen jährlich mehr als 470 Personen die Dienste der Sozialstation in Anspruch, über 55.000 Hausbesuche kommen im Jahreszeitraum zusammen, das entspricht 150 jeden Tag.

Einführung der Pflegeversicherung war Herausforderung

Der Fachdienstleiter bewertet die 40 Jahre seit der Gründung der Sozialstation „ganz klar“ als eine Erfolgsgeschichte. Ein einschneidendes Ereignis und zugleich eine große Herausforderung sei die Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 90er Jahre und damit die Entstehung eines privaten Markts für Pflegedienstleistungen gewesen. Plötzlich sei es auch auf kaufmännische Kompetenz angekommen.

Juristisch werde die Sozialstation seitdem als sogenannter Regiebetrieb der Gemeinde geführt. Das erspare ein eigenes Aufsichtsgremium.