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18 Briefe bei Polizei abgegebn Polizei hat erste Spur nach Großeinsatz in Brinkum

Von Dirk Hamm

Nach dem Großeinsatz in Brinkum wegen des an viele Haushalte verschickten weißen Pulvers laufen jetzt die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. Symbolfoto: Michael GründelNach dem Großeinsatz in Brinkum wegen des an viele Haushalte verschickten weißen Pulvers laufen jetzt die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. Symbolfoto: Michael Gründel

Brinkum/Weyhe. Nach dem durch ein weißes Pulver ausgelösten Großeinsatz am Freitag in Brinkum laufen intensive Ermittlungen der Polizei.

So manchem Anwohner im Stuhrer Wohngebiet Briseck ist am Freitag der Schreck in die Glieder gefahren, als eingeworfene Umschläge, die eine unbekannte weiße Substanz enthielten, einen Großeinsatz von Sicherheitskräften und Gefahrgut-Experten auslösten. Im Polizeikommissariat Weyhe laufen jetzt die Ermittlungen auf Hochtouren. Nach Auskunft von Polizeisprecherin Sandra Franke ist auch im Kommissariat selbst ein Brief mit dem Pulver und einem Schreiben, in dem ein anonymer Schreiber eine Nachbarin des Mordes bezichtigt, eingegangen.

Polizei, Zeitungen und Haushalte in drei Straßen betroffen

Nach derzeitigem Stand sind seit Freitag 18 Briefe mit identischem Inhalt bei der Polizei abgegeben worden, teilen die Ermittler mit. Empfänger der Briefe waren mehrere Haushalte an der Johanna-Spyri-Straße, Anna-Seghers-Straße und Ricarda-Huch Straße, zwei Zeitungsredaktionen sowie die Polizei in Weyhe und Stuhr. Die Briefe gelangten nach bisherigem Ermittlungsstand alle über den Postweg in die betroffenen Briefkästen. Die Ermittler der Polizei Weyhe arbeiten nach eigener Auskunft intensiv daran, den Absender des Briefes zu ermitteln. „Derzeit werden die Briefe einer aufwendigen und zeitintensiven Spurensuche beim LKA unterzogen“, erklären die Beamten.

Durchsuchungen liefern wichtige Erkenntnisse

Noch am Freitag seien im Einzugsbereich der im Weyher Ortsteil Leeste gelegenen Polizeidienststelle mehrere Hausdurchsuchungen unternommen worden. Dabei seien Gegenstände gefunden worden, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Tat stehen, sagte Franke auf Nachfrage. Die Ermittlungslage sei aber noch nicht ausreichend, um einen Tatverdacht konkret zu begründen.

Verleumderischer Inhalt der Briefe

Bereits im November waren Briefe mit gegen eine Person gerichteten Mordvorwürfen an Polizei und private Wohnungen versendet worden, damals noch ohne die weiße Substanz. Die in den Schreiben geäußerten Vorwürfe seien „völlig haltlos“, erklärte Franke. Somit stünden üble Nachrede oder Verleumdung als Straftat im Raum, möglicherweise handele es sich auch um das Vortäuschen einer Straftat. Die genaue Zusammensetzung der nach ersten Erkenntnissen Zucker und Stärke enthaltenden Substanz wird derzeit analysiert.