Unfallstatistik 2017 Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte in Stuhr

Von Marie Busse

Die Zahl der Unfälle stieg um 12,4 Prozent. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpaDie Zahl der Unfälle stieg um 12,4 Prozent. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Stuhr. Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist in den Gemeinden Stuhr, Weyhe und im Norden des Landkreis Diepholz im vergangenen Jahr spürbar angestiegen. Weniger Menschen starben und verletzten sich auf den Straßen, allerdings wurden deutlich mehr Fahrradfahrer schwer verletzt. Sorge bereitet der Polizei die Ablenkung durch Handynutzung am Steuer. Stuhr-Brinkum bleibt Hauptunfallgebiet.

Das Polizeikommissariat Weyhe verzeichnet für das vergangene Jahr 1651 Unfälle, 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2017 hervor, die am Donnerstag, 29. März., veröffentlicht wurde. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten, ging trotz gestiegener Unfallzahlen, zurück.

Mehr ältere Menschen an Unfällen beteiligt

48 Personen verletzten sich schwer, die Zahl der Leichtverletzten beläuft sich auf 297. 17 Schwerverletzte waren Radfahrer, im Vorjahr waren es 11. Mehr als die Hälfte der Schwerverletzten (54 Prozent) war über 65 Jahre alt. „Personen, die länger als 24 Stunden im Krankenhaus verbringen, gelten als schwer verletzt. Bei älteren Menschen ist das häufiger der Fall“, erklärt Franziska Mehlan, Leiterin des Kommissariats.

Mehr Bagatellunfälle

Bei 1339 (81 Prozent) der Zusammenstöße handelte es sich um Unfälle mit geringem Schaden. Die Anzahl stieg um 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehlan sagt: „Es werden deutlich mehr Unfälle angezeigt. Daher wissen wir nicht, ob die Unfallzahl steigt, oder nur mehr bei uns landet.“ Ein schwerer Sachschaden entstand bei 31 Fahrzeugen. Zugenommen hat auch die Zahl der Unfallfluchten. Sie stieg um mehr als 16 Prozent auf 435. Die Polizei klärte fast die Hälfte (47,1 Prozent) der Fälle auf.

Vielfältige Ursachen

251 Unfälle führten die Beamten auf einen zu geringen Sicherheitsabstand zurück. Im vergangenen Jahr waren es 181. Die Zahl der Vorfahrtsverletzungen stieg geringfügig an – von 111 im Jahr 2016 auf 112 im vergangenen Jahr. Überhöhte Geschwindigkeit war der Grund für 65 Unfälle, im Vorjahr waren es 58. Im Zuge des Abbiegens kam es 68 Mal zu Zusammenstößen.

Gefahr durch Handynutzung

Die meisten Unfälle nahmen die Beamten in Stuhr-Brinkum auf. „Wie im Vorjahr kommt es an den Auf- und Abfahrten der B6 in Stuhr-Brinkum zu den meisten Zusammenstößen. Das Verkehrsaufkommen ist dort sehr hoch“, sagt Mehlan. Auf der Heiligenroder Straße in Stuhr kommt es ebenfalls vermehrt zu Unfällen.

Handynutzung im Straßenverkehr sehen die Beamten als wachsendes Problem. „Wir führen gezielte Kontrollen durch, aber es ist schwer nachzuweisen. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass jeder zehnte Unfall durch Handynutzung entsteht“, ergänzt die Kommissariatsleiterin.