Nachtwanderer ziehen wieder los Freiwillige Kümmerer aus Stuhr starten in zehnte Saison

Von Dirk Hamm

Sie üben ihr Ehrenamt teils gehend aus: die Nachtwanderer (v. l.) Hans Schüler, Arno Büchel und Nayef Zeineddine. Foto: Dirk HammSie üben ihr Ehrenamt teils gehend aus: die Nachtwanderer (v. l.) Hans Schüler, Arno Büchel und Nayef Zeineddine. Foto: Dirk Hamm

Stuhr. Im zehnten Jahr ziehen sie an den Wochenenden durch die Nacht, um Jugendlichen mit ihren Sorgen ein Ohr zu leihen: Die Stuhrer Nachtwanderer starten in die neue Saison.

Wenn in gut einer Woche auch in Stuhr die Osterfeuer lodern und große Menschenmengen anlocken, dann wollen die Nachtwanderer wieder Präsenz zeigen. Am Samstag, 31. März, startet die Gruppe von Ehrenamtlichen abends zu ihrem ersten Einsatz in der nunmehr zehnten Saison. Sie bieten sich draußen Jugendlichen, die Gesprächsbedarf vom Schulstress bis zum Ärger im Elternhaus haben, als Zuhörer und Ratgeber an.

15 aktive Nachtwanderer umfasst die Gruppe, darunter acht Frauen. Aus diesem Pool von Freiwilligen rekrutiert sich vom Frühjahr bis in den Herbst an jedem Freitag und Samstag eine Gruppe von drei bis fünf Nachtwanderern, die in den Abendstunden gezielt die Plätze im Gemeindegebiet ansteuern, an denen sich Jugendliche bevorzugt aufhalten.

Jugendliche haben keine festen Treffpunkte

Von festen Brennpunkten könne dabei aber nicht gesprochen werden, meint Hans Schüler, Leiter des Teams Jugend bei der Gemeinde und Nachtwanderer der ersten Stunde: „Im Moment gibt es in Stuhr keinen mir bekannten Ort, an dem sich die Jugendlichen regelmäßig treffen.“ Nachtwanderer Arno Büchel pflichtet dem bei: „Vor ein paar Jahren gab es feste Treffpunkte wie die den ZOB in Brinkum oder die Hütte auf dem Parkplatz am Gut Varrel. In den letzten zwei Jahren ist die Tendenz, dass diese Plätze irgendwie wandern.“

Gleichzeitig rückt Büchel ein Missverständnis gerade, das bei einigen in den Köpfen stecke: „2017 sind wir mehrfach von Bürgern angerufen und gebeten worden, zu kommen, weil es Ärger mit Jugendlichen gab. Wir sind aber keine Hilfskräfte für die Polizei, sondern in erster Linie Ansprechpartner für die Jugendlichen.“

Neuzugänge sind sehr willkommen

Abgänge aus der Gruppe der Nachtwanderer haben immer ersetzt werden können, seitdem dieser Pfeiler der aufsuchenden Jugendarbeit vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben worden ist, sagt Schüler. Und die 33 Einsätze im vergangenen Jahr, so viele wie lange nicht mehr, seien eine erfreuliche Bilanz. Dennoch sind die Aktiven bestrebt, neue Freiwillige zu gewinnen. Wer sich eventuell den Nachtwanderern anschließen möchte, kann Hans Schüler unter Telefon (0421) 5695-231 kontaktieren.