Projekt „Adelante“ auch in Stuhr Spanische Fachkräfte sollen Lücken in Kitas füllen

Von Dirk Hamm

In den Stuhrer Kindertagesstätten könnten bald spanische Sozialassistenten das vorhandene Personal unterstützen. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpaIn den Stuhrer Kindertagesstätten könnten bald spanische Sozialassistenten das vorhandene Personal unterstützen. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Stuhr. Der Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten beschäftigt auch die Gemeinde Stuhr. Die setzt nun ein ungewöhnliches Mittel dagegen: Mithilfe des europäisch geförderten Programms „Adelante 2.0“ sollen zwölf spanische Sozialassistenten angeworben werden.

So könnten nach Vorstellung der Gemeinde Vakanzen, die aufgrund von lang anhaltenden Erkrankungen, Schwangerschaften oder Abgängen entstanden sind, aufgefangen werden. Für junge Sozialassistenten, die in Spanien mit hoher Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen haben, könnte sich eine längerfristige Beschäftigungsperspektive in Stuhr eröffnen. Angedacht ist, zwölf Bewerber von der iberischen Halbinsel in allen Stuhrer Kitas zunächst als zusätzliche Kräfte einzusetzen.

Bildungsabschlüsse als gleichwertig eingestuft

Ein wichtiges Hindernis für das Projekt ist aus dem Weg geräumt worden: Die Landesschulbehörde hat nach Angaben von Philipp Rohlfing, Fachdienstleiter Zentrale Dienste im Stuhrer Rathaus, bestätigt, dass der entsprechende spanische Bildungsabschluss und der deutsche Abschluss als sozialpädagogische(r) Assistentin/Assistent gleichwertig sind. Eine Anpassungsqualifizierung ist deshalb nicht erforderlich.

Nach Praktikum einjährige Eingliederungsphase

Partner des durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekts sind die Zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV), der auch in Stuhr vertretene Projektträger Practigo und die Gemeinde Stuhr als Arbeitgeber. Nach der Vermittlung spanischer Fachkräfte durch die ZAV, einem Deutsch-Intensivkurs und einem sechswöchigen Praktikum beginnt laut Rohlfing die etwa einjährige Eingliederungsphase als Ersatzkraft. Danach sollen die Spanier regulär Planstellen für Zweitkräfte in den Kitagruppen besetzen.