Neujahrsempfang der SPD in Stuhr Kultusminister tritt gegen Bildung als Luxusgut ein

Von Manuel Titze


Stuhr. Die Forderung, Bildung dürfe kein Luxusgut sein, hat der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne ins Zentrum seiner Festrede beim Neujahrsempfang der Stuhrer SPD am Freitagabend gestellt.

Rund 40 Genossen waren zum neunten Neujahrsempfang der Sozialdemokraten im Hotel Bremer Tor gekommen, das zugleich als Gründungsstätte der Stuhrer SPD vor 115 Jahren gilt.

Qualität in der Lehre soll trotz Quereinsteigern gewahrt werden

Während die Parteigänger sich damals noch als Arbeiter-Gesangsverein tarnen mussten, konnte Ortsvereins-Vorsitzender Arno Büchel am Freitag offen zum Neujahrsempfang begrüßen und allen danken, die den Abend ermöglicht hatten. Besonders begrüßte er Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der seinen Fokus im Anschluss auf die Bildungspolitik legte. Er strich die Abschaffung der Elternbeiträge und die Flexibilität des Einschulungsjahres heraus. Bezüglich des Lehrermangels war ihm wichtig, dass trotz Quereinsteigern die Qualität der Bildung gewahrt bleibt.

„Gefühlte Unsicherheit bei Bürgern“

Zudem sprach Tonne von einer „gefühlten Unsicherheit bei den Bürgern“, welche schnellstmöglich mit der Gewährleistung von vertrautem Handeln beseitigt werden müsse. Dies sei eine gesamtstaatliche Verantwortung, so Tonne weiter. Zudem sei es wichtig, gewissen Parteien Einhalt zu bieten und gezielte Grenzüberschreitungen zu unterbinden. „Verhandelt hart… und setzt es dann auch um“, rief er die SPD-Mitglieder auf.

Politische Lebensabschnittsgefährten

Ein Grußwort ließ die örtliche Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag verlesen. Hierin wies sie darauf hin, dass sich die SPD aktuell in aufregenden Zeiten befinde. Die laufende Sondierung sei nur eine Art „Vorvertrag“, den man mit dem „politischen Lebensabschnittsgefährten“ unter Vorbehalt auf eine Laufzeit von zwei Jahren geschlossen habe.

SPD-Jubilare geehrt

Schließlich ehrte die SPD eine Reihe Jubilare. Mit seinen 60 Jahren Parteizugehörigkeit war Artur True der älteste Anhänger der Sozialdemokratischen Partei an diesem Abend und wurde hierfür mit einem lang anhaltenden Applaus gewürdigt. Musikalische Unterhaltung bot die Band „dersiebteton“, bestehend aus der Sängerin Tanja Scherbaum und dem Pianisten Dominik Kroll.