Kurs hilft geflüchteten Schwangeren Integration mit Geburtsvorbereitung erleichtern

Von Jasmin Johannsen

Wollen Schwangeren mit Fluchtgeschichte helfen (v.li.): Fathma Atenhahn vom Sozialen Service, die Hebamme Stephanie Baske, Abida Ahmed von der Ahmadiyya-Gemeinde Stuhr, die Hebammen Melanie Thies, Wiebke Sydow und Jennifer Schnelle sowie Nicole Feldmann-Paske (Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde) und die Dolmetscherin Erika Rösch. Foto: Jasmin JohannsenWollen Schwangeren mit Fluchtgeschichte helfen (v.li.): Fathma Atenhahn vom Sozialen Service, die Hebamme Stephanie Baske, Abida Ahmed von der Ahmadiyya-Gemeinde Stuhr, die Hebammen Melanie Thies, Wiebke Sydow und Jennifer Schnelle sowie Nicole Feldmann-Paske (Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde) und die Dolmetscherin Erika Rösch. Foto: Jasmin Johannsen

Stuhr. Mit einem integrativen Geburtsvorbereitungskurs will die Gemeinde Stuhr werdende Mütter mit Fluchtgeschichte unterstützen. Das Pilotprojekt startet im Februar.

„Zehn Prozent der hier lebendenden geflüchteten Frauen sind momentan schwanger“, berichtet Fathma Atenhahn vom Sozialen Service in Stuhr. Mit dem integrativen Geburtsvorbereitungskurs „(M)Ein Kind kommt an“ startet die Gemeinde in Kooperation mit dem Frauentreffpunkt „Sie(h) da“ nun ein Pilotprojekt, mit dem diesen Schwangeren geholfen werden soll. An drei Tagen, vom 6. bis zum 8. Februar, wird jeweils von 9 bis 18 Uhr alles „rund um die Geburt“ besprochen.

Geflüchtete Frauen von deutschem System völlig überfordert

„Viele der Frauen mit Fluchtgeschichte sind völlig überfordert von dem System in Deutschland“, weiß die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Nicole Feldmann-Plaske. Deshalb wird nicht nur auf Veränderungen während der Schwangerschaft oder auf den Geburtsablauf eingegangen. „Erklärt werden auch die bürokratischen Strukturen hierzulande und welche kulturellen Unterschiede während der Entbindung auf die Frauen zukommen“, ergänzt Feldmann-Plaske.

Barrieren abbauen

Durch den Intensivkurs, an dem auch Schwangere ohne Fluchtgeschichte teilnehmen können, sollen zudem Integrationsbarrieren abgebaut werden. „Wir wollen die Frauen untereinander vernetzen und sie auf weitere Hilfsleistungen aufmerksam machen“, erklärt Atenhahn.

Dolmetscherinnen stehen zur Verfügung

Während des Kurses stehen den geflüchteten Frauen Dolmetscherinnen zur Seite, die Französisch, Englisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi und Somali sprechen. Außerdem wird auch eine Betreuung für Geschwisterkinder geboten. Das Projekt, das von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung gefördert wird, ist auf 15 Teilnehmerinnen beschränkt. Die Anmeldung ist ab sofort über Fathma Artenhahn unter Telefon (0421) 80942763 oder per E-Mail an Gleichstellungsbeauftragte@Stuhr.de möglich.


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