Historische Serie in der Kreisklasse Kowalski führt die Abwehr des TuS Hasbergen

Von Daniel Niebuhr

Starke Brüder am Tell: Sebastian (links) und Michael Kowalski (Mitte) haben mit dem TuS Hasbergen schon zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz – den Sebastian Ahlers mit dem TV Falkenburg einnimmt. Foto: Rolf TobisStarke Brüder am Tell: Sebastian (links) und Michael Kowalski (Mitte) haben mit dem TuS Hasbergen schon zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz – den Sebastian Ahlers mit dem TV Falkenburg einnimmt. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der TuS Hasbergen hat in der 1. Kreisklasse alle 13 Spiele bisher gewonnen, auch dank des neuen Abwehrchefs Michael Kowalski.

Man tut Michael Kowalski vermutlich kein Unrecht, wenn man behauptet, dass er nichts gegen eine Winterpause einzuwenden hätte. Der Abwehrchef des TuS Hasbergen klingt gerade etwas verschnupft, am Sonntag steht als Jahresabschluss aber noch das Stadtderby beim TV Jahn II an – jedenfalls theoretisch, wie man bei den aktuellen Platzverhältnissen sagen muss. „Ich glaube ja nicht, dass wir spielen“, meint Kowalski, der einen Ausfall auch verkraften könnte: Dann wäre die historische zweite Jahreshälfte des Stadtteilclubs in der 1. Kreisklasse bereits perfekt.

Erst zehn Gegentore in 13 Spielen

13 Siege aus 13 Spielen lautet die makellose Bilanz der Hasberger Fußballer, der einzige (drohende) Punktverlust wurde am 24. September von einem Chaoten verhindert, der beim Stand von 2:3 gegen Hicretspor in der Nachspielzeit für einen Spielabbruch sorgte. Weil die Partie vom Sportgericht neu angesetzt wurde, ist die Hasberger Weste offiziell noch weiß, woran Kowalski einen beträchtlichen Anteil hat. Der Verteidiger führt die beste Defensive der Liga, auch wenn die TuS-Abwehr mit der selbst für Kreisklassen-Verhältnisse angestaubten Formation mit einem Libero aufläuft, den in der Regel Jonas Schröder gibt. Die Bilanz von erst zehn Gegentreffern gibt dem Trainerteam Andreas Lersch und Tim Müller Recht.

Die Hasberger scheinen dem Rest des Feldes um Lichtjahre enteilt zu sein. Nur Rot-Weiß Hürriyet kann als Zweiter mit sieben Punkten Rückstand einigermaßen mithalten, zum TV Falkenburg auf dem ersten Nichtaufstiegsplatz liegt der Vorsprung schon bei zehn Punkten – und der TuS hat noch zwei Spiele weniger ausgetragen. „Der Aufstieg ist mehr als realistisch. Wir sind in dieser Liga als Team, aber auch individuell die beste Mannschaft“, glaubt Kowalski, der nach seinem Wechsel vom SV Atlas III im Sommer sofort eine zentrale Figur am Tell geworden ist.

Endlich mit dem Bruder vereint

Es war ein Wiedereinstieg in den Leistungsfußball, der während eines Studiums in Berlin und nach der Geburt seines Sohnes vor knapp zwei Jahren seinen Spitzenplatz auf Kowalskis Prioritätenliste eigentlich verloren hatte. „Es gibt wichtigere Dinge als Fußball. Aber in Hasbergen macht es Spaß“, sagt der 29-Jährige – auch, weil er endlich mit Bruder Sebastian zusammen spielen kann.

Die Kowalskis gehören zu den insgesamt 13 Torschützen, die der TuS bereits stellt – im Schnitt kam pro Ligaspiel einer hinzu. „Die Breite des Kaders hat mich überrascht“, gesteht Michael Kowalski. „Wir haben 17, 18 sehr gute und motivierte Jungs, das ist schon fast ein Luxusproblem.“ In der Kabine, verrät er, träumt mancher schon von der ganz großen Geschichte – einer perfekten Saison ohne Punktverlust: „Bisher hat einfach alles funktioniert, und wenn man so einen Lauf hat, denkt man automatisch weiter. Eine perfekte Saison wäre einmalig, aber dafür muss alles passen. Ein schlechter Tag kann die Serie schon zerstören.“ Das abgebrochene Skandalspiel gegen Hicretspor darf als mahnendes Beispiel dienen.

Ob ungeschlagen oder nicht, die Rückkehr in die Kreisliga rückt nach fünf Jahren langsam näher, Kowalski brennt jedenfalls darauf. „Ich habe Lust auf die Herausforderung“, meint er. Mit einigen möglichen Kreisliga-Gegnern kann sich Hasbergen schon am 13. Januar auseinandersetzen, wenn der TuS bei der Futsal-Kreismeisterschaft in Sandkrug unter anderem auf Jahn, Titelverteidiger Harpstedter TB und Oberligist Atlas trifft – allerdings vermutlich ohne Michael Kowalski: „Ich bin kein Edeltechniker. Ich würde dem Nachwuchs den Vortritt lassen.“