Handball vom Profi lernen Handballtag an der Grundschule Bookholzberg

Von Kristina Müller

Sebastian Latz zeigt den Viertklässlern, wie Handball funktioniert. Foto: Kristina MüllerSebastian Latz zeigt den Viertklässlern, wie Handball funktioniert. Foto: Kristina Müller

Bookholzberg. Von einem echten Experten durften die Viertklässler der Grundschule Bookholzberg am Freitag Handball lernen: Sebastian Latz, FSJler bei HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, hat einen Handballtag veranstaltet.

Von der großen Handball-Bühne in die Grundschul-Sporthalle: Sebastian Latz spielt mit der A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Bundesliga. Seit Juli absolviert er aber auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der HSG, weshalb er gestern einen Handball-Tag für die Viertklässler der Grundschule Bookholzberg organisierte.

Latz ist der zweite FSJler beim Handballverein. „Eigentlich wollte ich erst eine Ausbildung absolvieren. Weil ich aber selbst viel Sport betreibe, war das eine gute Alternative“, sagt der 17-Jährige. Mit „selbst viel Sport machen“ meint er seine erfolgreiche Karriere bei der HSG: Mit der E-Jugend hat alles vor vielen Jahren begonnen – jetzt spielt er bei den A-Junioren in der Bundesliga gegen Mannschaften wie THW Kiel oder HSV Hamburg.

Vom Experten lernen

Trotz des hohen Konkurrenzkampfes fühlt er sich im Team wohl: „Wir hatten in letzter Zeit auch nicht so eine Glückssträhne, aber die Mannschaft ist wie eine Familie geworden.“ Seine Erfahrungen konnte er für den Handballtag aber gut gebrauchen. „Für die Übungen hilft das. Man muss sie nur abwandeln, damit sie kindgerecht sind“, sagt Latz.

Prellen, passen und werfen – drei Übungsstationen hatte Latz in der Sporthalle der Grundschule für den Handballtag aufgebaut. Die beiden vierten Klassen durften alles ausprobieren und am Ende auch gegeneinander spielen. „Am Anfang ist es schon komisch, gesiezt zu werden“, sagt der junge Experte und lacht.

Den Nachwuchs locken

„Es ist schön, auch aus ansässigen Sportvereinen Fachsportler zu haben, die die Sportart den Kindern näher bringen können“, betont Sportlehrerin Carolin Tönjes. Vor allem, weil Handball kein Schwerpunkt im Grundschul-Lehrplan sei. „Das wird sehr positiv aufgenommen, die Vorfreude ist immer groß“, sagt Tönjes.

Aber auch nach der Schnupperstunde sind noch viele Schüler begeistert: „Es gibt eine Handvoll Kinder, die danach zum schnuppern kommen“, berichtet Jasmin Borchers von der HSG. „Aber es gibt auch einige, die schon im Verein mitspielen.“ Eine gute Möglichkeit also, um gegen das Nachwuchsproblem anzugehen.

Den Nachwuchs trainieren

Dafür tut Latz aber auch noch mehr: Während seines FSJs bietet er in Bookholzberg und in Schierbrok eine Handball-AG an den Grundschulen an. Dadurch gewann er sogar schon zwei Schüler für die E-Jugend-Mannschaft. „Da ist man dann natürlich stolz drauf, dass man sie selbst trainiert und herangeführt hat“, freut er sich. Beim Training der E-Jugend unterstützt er ebenfalls viel.

Beim Sport bleiben

Was er besonders toll am FSJ findet? „Dass ich mit dem Nachwuchs arbeiten und mich für den Verein engagieren kann“, sagt Latz. Gleich zu Beginn seines freiwilligen Jahres hatte er die Jugendleitercard erworben und möchte später auch noch die Trainer C-Lizenz absolvieren.

Nach dem FSJ soll es für ihn aber mit dem Sport nicht aufhören: Er möchte eine Ausbildung im Bereich Sportwirtschaft machen.