Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg tritt in Potsdam und Berlin an

Von Lars Pingel

Wird sein Team an diesem Wochenende in zwei Spielen innerhalb von 23 Stunden betreuen: Stefan Buß, Trainer der Bundesliga-Handballer HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Die A-Jugend-Mannschaft tritt am Samstag beim VfL Potsdam an, am Sonntag bei den Füchsen Berlin. Foto: Rolf TobisWird sein Team an diesem Wochenende in zwei Spielen innerhalb von 23 Stunden betreuen: Stefan Buß, Trainer der Bundesliga-Handballer HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Die A-Jugend-Mannschaft tritt am Samstag beim VfL Potsdam an, am Sonntag bei den Füchsen Berlin. Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg. Zwei Bundesligaspiele innerhalb von 23 Stunden: Die A-Jugendhandballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg treten an diesem Samstag beim VfL Potsdam an, am Sonntag sind sie dann bei den Füchsen Berlin zu Gast.

Besuche des Schlosses Sanssouci und des Reichstagsgebäudes werden in jedem Reiseführer über die Region Berlin-Brandenburg als ein „Muss“ beschrieben. Nun ist es so, dass diese Bücher nicht für Bundesliga-Handballer geschrieben wurden – also werden die A-Jugendlichen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg am Samstag und Sonntag zwei der touristischen Highlights von Potsdam und Berlin nicht besichtigen. Langweilig wird ihnen deshalb nicht. Im Gegenteil. Zwei Partien, die innerhalb von 23 Stunden angepfiffen werden, sind die Schwerpunkte des Zwei-Tages-Ausflugs des Aufsteigers. Er tritt am Samstag ab 17 Uhr in der Ballspielhalle Luftschiffhafen an der Zeppelinstraße beim VfL Potsdam an; am Sonntag ab 16 Uhr geht es dann in der Lilli-Henoch-Halle auf dem Gelände des „Füchse Town“ genannten Sportforums an der Fritz-Lesch-Straße in der Bundeshauptstadt gegen das Nachwuchsteam des Männer-Erstligisten Füchse Berlin.

Viele Fans begleiten HSG-Team

HSG-Trainer Stefan Buß, der mit seinem Kollegen Andreas Müller so etwas wie die Funktion eines „Reiseleiters“ übernimmt, freut sich auf die beiden Aufgaben. Die wird seine Mannschaft mit lautstarker Unterstützung von den Tribünen angehen, da HSG-Fans alle noch freien Plätze im Bus gebucht haben. Sie werden „ihre“ Spieler am Samstag in Potsdam in einem Duell mit einem Team anfeuern, das vier Punkte und damit zwei mehr als das Liga-Schlusslicht Grüppenbühren/Bookholzberg aufweist. „Es wäre schön, wenn wir dort etwas holen könnten“, sagt Buß.

Er sei zuversichtlich, weil seine Mannschaft in der zurückliegenden Trainingswoche, zu der eine gemeinsame Einheit mit dem Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz gehörte, „gute Ansätze“ gezeigt hätte. Das zeichnet seine Spieler allerdings schon während der gesamten Saison aus. Buß wünscht sich daher, dass sie es schaffen, die Leistungen aus den Übungseinheiten in einem Punktspiel aufs Feld zu bringen. „Wir müssen mit Spaß und, vor allem, mit großer Leidenschaft an die Sache herangehen“, sagt der HSG-Trainer: „Wir müssen einfach mal wieder von Anfang an voll dagegenhalten.“ Das bedeute, dass sein Team dem VfL mit engagierter Abwehrarbeit möglichst früh den Spaß am Angriffsspiel nehmen will und dass es sich, wenn es in Ballbesitz ist, nicht von der robusten Defensive des Gastgebers aus dem Konzept bringen lassen soll.

HSG-Mannschaft besucht Drittligapartie

Für die HSG endet der Handball-Samstag übrigens nicht mit dem Schlusspfiff der Partie. Die Mannschaft schaut sich vor dem Abendessen noch die Drittligapartie der VfL-Männer gegen den HSV Hannover in der benachbarten MBS-Arena an, erzählt Buß. Übernachtet wird ebenfalls noch in Potsdam. Am Sonntagmorgen fährt der HSG-Tross dann nach Berlin. Um sich ein wenig die Beine zu vertreten und so die Anstrengungen des ersten Spiels aus den Knochen zu bekommen, wurde dann auch ein wenig „klassisches Sightseeing“ in den Ablaufplan aufgenommen.

„Vielleicht schauen wir uns das Olympiastadion an“, verrät Buß. Er hofft zudem, dass die Möglichkeit besteht, die „Füchse Town“ kennenzulernen. Die liegt auf einem Gelände, auf dem auch Leistungssportzentren, der Olympiastützpunkt und die Eliteschule des Sports angesiedelt sind, erklärt der Bundesligist auf seiner Internetseite. Das Füchse-Trainingszentrum biete unter anderem die „multifunktionelle Trainingshalle“, einen „der modernsten Krafträume“ in Berlin-Brandenburg und einen großen Physiotherapie-Raum. Buß hofft, dass Füchse-Trainer Bob Hanning, auch Geschäftsführer des Vereins und DHB-Vizepräsident Leistungssport, das möglich macht.

HSG trifft auf Deutschen Vizemeister

In der „Füchse Town“ trainieren täglich die Spieler, auf die die HSG am Sonntag trifft. „Das wird vielleicht das schönste Auswärtsspiel der Saison“, sagt Buß vor der Partie beim amtierenden Deutschen Vizemeister, der in der Nordstaffel der Eliteklasse Zweiter ist (16:0 Punkte). „Das ist die beste Mannschaft der Liga“, erklärt der HSG-Trainer seine Einschätzung: „Die individuelle Qualität der Füchse-Spieler ist unfassbar. Es macht Spaß, gegen eine solche Mannschaft zu spielen, auch wenn man im Grunde chancenlos ist.“ Hanning kann auf einige DHB-Auswahlspieler bauen. Und, ebenfalls ein Zeichen für die Stärke der Berliner: Die Aktiven des jüngeren Jahrgangs im Füchse-Kader gewannen sogar den DM-Titel.

Füchse-Spieler schaffen Sprung in Bundesliga

Die Füchse setzen seit 2005 auf eine intensive, auch außersportliche, Ausbildung junger Spieler. Das zahlt sich aus. Der Verein holte vier DM-Titel in der A-Jugend und fünf in der B-Jugend. Und, für den Verein noch wichtiger, regelmäßig schaffen Spieler den Sprung in die erste und zweite Bundesliga (nicht nur bei den Füchsen). Einer, dem dies bei den Berlinern gelang und der im Bundesligateam sogar schon längst zu den Leistungsträger gehört, ist Paul Drux, 2012, 2013 und 2014 deutscher A-Jugendmeister. Mit möglichen Nachfolgern des 22-Jährigen, der 2016 im Männer-Nationalteam Olympia-Silber gewann, messen sich die HSG-Aktiven also am Sonntag. „Für dieses Spiel gilt das, was wir oft sagen“, erzählt Buß. „Wir wollen mutig auftreten und zeigen, dass wir auch Handball spielen können.“

Genug Gesprächsstoff für die Rückreise

Das HSG-Programm garantiert einen großen Erlebnisfaktor für die beiden Tage. Damit ist sicher, dass es im Bus auf der Rückfahrt in den Landkreis, die Sonntag gegen 22 Uhr enden soll, genug Gesprächsstoff gibt. Dass zwei heiße Tipps aus Reiseführern nicht angenommen wurden, spielt dafür keine Rolle.