Fußball-Bezirksliga Schlitzohr Lorer schießt Tur Abdin zum Sieg

Von Daniel Niebuhr

Kein Kopfballungeheuer, aber ein Knipser: Andreas Lorer (links) traf für Tur Abdin doppelt. Foto: Rolf TobisKein Kopfballungeheuer, aber ein Knipser: Andreas Lorer (links) traf für Tur Abdin doppelt. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Andreas Lorer schießt den SV Tur Abdin zum 3:1 im Bezirksliga-Duell gegen den VfB Oldenburg II. Tur Abdin setzt sich weiter oben fest.

Andreas Lorer war am Sonntagnachmittag schon mit dem Abbauen der Werbebanner beschäftigt und damit außer Hörweite, als auf ihn die schönste Lobrede des Nachmittags gehalten wurde. Der Fußballer hatte nach dem Bezirksliga-Verfolgerduell des SV Tur Abdin gegen den VfB Oldenburg II unter anderem die beiden Tore zum 2:1 (0:0)-Sieg der Delmenhorster in seinem Arbeitsnachweis stehen, nicht nur deshalb schwärmte Coach Christian Kaya so blumig wie selten: „Ihn im Kader zu haben, ist ein Vergnügen. Wie er die Tore macht, ist einfach Wahnsinn – und das in seinem Alter.“ Wer sich gefragt hat: Lorer wird in diesem Monat 33 Jahre alt.

Abwehr steht sicher

Seine Verpflichtung im Sommer wird für Tur Abdin immer mehr zum Geniestreich; zumindest gestern übertrug Lorer jedenfalls sein mehrfach nachgewiesenes Schlitzohr-Gen auf seine Nebenleute, die ihre Reifeprüfung gegen die starke Oldenburger Reserve bravourös bestanden. Vor allem die Abwehr um den umsichtigen Daniel Karli war zweikampfstark, zuverlässig und ließ kaum Chancen der jungen Gäste zu. Vorne hatte Karli sogar die beste Gelegenheit der ersten Hälfte, als er eine Flanke von Michael Sen aus drei Metern noch über das Tor beförderte.

Der Unterschied zwischen zwei annähernd gleich starken Mannschaften offenbarte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Nach einer Ecke kratzte Tur Abdins Torwart Ehsan Ehsani Tabar einen Schuss von Jonathan Matondo von der Linie, zwei Minuten später war Lorers Zeit gekommen. Er schoss einen langen Diagonalball von George Celik volley genau in den Winkel.

Mehr Punkte als nach 24 Spielen der Vorsaison

Noch mehr Freude bereitete Trainer Kaya wohl das 2:0: Sein Team gewann im Pressing durch den eingewechselten Jewgeni Plushnikow in der gegnerischen Hälfte den Ball, den Lukas Mutlu dann auf Lorer flankte. Der Routinier grätschte die Kugel mit der Fußspitze ins lange Eck. Dass Tur Abdin seit zwei Wochen nicht auf Rasen trainieren konnte, fiel wohl kaum einem der 120 Zuschauer auf.

Oldenburgs Antwort kam erst in der Nachspielzeit, als Bastian Asmus mit einem abgefälschten Schuss verkürzte – aber eben erst unmittelbar vor dem Abpfiff. VfB-Trainer Marco Elia, der seine Spieler nach einigen Frustaktionen während der Schlussphase wiederholt zur Ordnung rufen musste, war hinterher gefasst genug, um anzuerkennen: „Der Gegner war bissiger, wir haben dagegen teilweise bubihaft ausgesehen und waren am Ende mehr mit uns selbst beschäftigt.“ Tur Abdin bleibt dagegen die Geschichte der Bezirksliga, der Fastabsteiger hat nun nach elf Partien 23 Punkte – mehr als nach 24 Spieltagen der Vorsaison. „Ich hoffe, dass wir in der Woche nun auch wieder trainieren können“, sagte Kaya – denn am Sonntag wartet Spitzenreiter VfL Wildeshausen.