Wrestling-Abend in Delmenhorst Tatanka begeistert Fans in der Markthalle – und verliert

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Delmenhorst. Die Deutsche Wrestling-Allianz, ein Verband mit Sitz in Braunschweig, hat am Samstag unter dem Motto „Hard Knocks IV ¨– One more time“ in der Delmenhorster Markthalle eine Veranstaltung mit sechs Kämpfen ausgerichtet. Im „Main-Event“ verlor die WWE-Legende „Tatanka“ (Christopher Chavis) gegen den „Canadian Rebel StarBuck“ (Michael Majalathi).

Es ist eine ganz kleine Bühne. Doch: „Wir lieben so etwas“, sagte der US-Amerikaner Christopher „Chris“ Chavis über die Delmenhorster Markthalle. Und deshalb bot der 56-Jährige, der unter seinem Ringnamen Tatanka in den 1990-er Jahren zu einem international bekannten Wrestler geworden ist, dort am Samstag die selbe professionelle Show wie zum Beispiel im April 2016, als er vor 100000 Zuschauern in einem Stadion in Arlington in Texas bei der „Wrestlemania 32“ genannten Großveranstaltung der Organisation World Wrestling Entertainment (WWE) auftrat. Die börsennotierte WWE richtet Shows und Events aus, die regelmäßig auch im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Am Samstag war Tatanka aber der Star von „Hard Knocks IV - One more time“, das die Deutsche Wrestling-Allianz, ein Verband mit Sitz in Braunschweig, ausrichte. Etwa 170 Zuschauer waren gekommen, schätzte die Delmenhorsterin Katharina Meyer, die zum Organisationsteam gehörte.

Fans stehen für Autogramme von Tatanka Schlage

Bereits am Nachmittag gab es die Gelegenheit, die Wrestler bei einem sogenannten „Meet&Greet“ zu treffen. Vor dem Stand, an dem Chavis T-Shirts, Poster und Fotos verkaufte, die er dann signierte, war immer eine Warteschlange. Mehr als 90 Minuten lang plauderte er dabei mit Fans, schüttelte jedem die Hand, posierte für Selfies und lieferte für Videos Ansagen als „The native Indian Tatanka“ – einen zweiten Anlauf brauchte er für keines.

„Tatanka war der Grund dafür, dass ich angefangen habe, Wrestling zu gucken“, erzählte der Delmenhorster Kai Heinken. Er sei mit einem Kumpel in den 90-ern auf die WWF, die 2002 zur WWE wurde, aufmerksam geworden. Dort durfte Tatanka nach seinem Debüt zwei Jahre lang unbesiegt bleiben.

Heinken besuchte die Halle mit Sohn Florian, der ebenfalls über TV-Übertragungen zum Fan wurde. „Ich kenne die heutigen Stars zwar besser“, erzählte er. Einen Favoriten habe er aber nicht. Sein Vater gab zu, dass er bei den Protagonisten aus den 90-er Jahren „hängengeblieben“ ist, auch wenn er sich die aktuellen Übertragungen, die er immer aufnimmt, gerne mit seinen Sohn anschaut. Dass eine der Legenden dieses Sports in Delmenhorst antrat, begeisterte allerdings beide. Sie hatten Karten für die erste Reihe.

Merchandising-Artikel begehrt

Die alten Sachen – sie sind das Spezialgebiet von Stefan Kästner. Er hatte einen mehrere Meter langen Stand aufgebaut, an dem er Merchandising-Artikel verkaufte. „Das ist mein Hobby“, sagte er. „Das ist alles mein Privateigentum.“ Kästner verkaufte aus seiner „mindestens dreimal so großen“ Sammlung Dinge, die er doppelt besitzt. Vieles bestellt er in England oder den USA, erzählte der 38-jährige Chemnitzer.

Seit 1996 sei er Wrestling-Fan. 2009 wurde Kästner auf die DWA aufmerksam, deren Markenzeichen es ist, Legenden wie Tatanka zu verpflichten. „Erst war ich als Fan bei den Veranstaltungen, dann habe ich die Organisatoren kennengelernt.“ Figuren in allen Größen, viele noch originalverpackt, und Videos von Kämpfen dominierten sein Angebot – fast alles waren beziehungsweise fast alle zeigen die Stars aus den 90-ern: zum Beispiel Hulk Hogan, Shawn Michaels, The Ultimate Warrior – und auch Tatanka.

Dass die Faszination für diese Stars ungebrochen ist, weiß Chavis. Er lobt die WWE für ihre heutigen Aktivitäten, sagt aber auch: „Es wurden Sachen verändert, die gut waren. Das Wrestling selbst ist nicht mehr das, was es einmal war.“ Damals seien die Kämpfer unverwechselbar gewesen, hätten Charakter gehabt. Und deshalb würden sie heute noch geliebt. Das habe die WWE auch erkannt und nutze es, indem sie sogenannte Legenden-Verträge vergibt und so die verschiedenen Generationen an sich bindet. Einen dieser Verträge besitzt Chavis. Sein Auftritt bei der DWA sei auch Werbung für die WWE, sagte er.

Kopfüber zum Sieg: Die „Spot Monkeys“ bezwangen im einzigen Tag-Team-Match des Abends „Old’s Cool“. Foto: Rolf Tobis

Das Schöne an den Auftritten in solch kleinen Räumen wie der Markthalle sei der direkte Kontakt zu den Fans, erzählte Chavis. Er höre immer, was sie rufen. Hin und wieder sei es möglich, darauf zu reagieren. „Wir können aber natürlich nicht alles machen, was sie wollen.“ Die Fans in Deutschland seien übrigens „großartig. Sie haben eine besondere Beziehung zu Tatanka“.

Die Legende kämpfte nicht um einen Gürtel, den Verbände für Titelträger in verschiedenen Kategorien vergeben. Das macht auch die DWA. Am Samstag ging es in zwei von fünf Wettbewerben vor dem Auftritt von Tatanka um Titel. Die „Spot Monkeyz“, (Dennis Fischer und Birk Nero) verteidigten den der Teams gegen „Old’s Cool“ („Crazy Johnny Tiger“ Christian Städter und „Machine“ Dennis Schatull). Der Engländer Rob Cage blieb nach einem Sieg über seinen Landsmann Jack Burchill „European Champion“.

Überraschendes Ende

Tatanka traf im „Main-Event“, dem Hauptkampf am Schluss der Veranstaltung, während der eine lange Pause nach Kampf drei der Stimmung unter den Zuschauern nicht gutgetan hatte, gegen den „Canadian Rebel StarBuck“ (Michael Majalathi) an. Die Auseinandersetzung der trotz ihrer Größe und Masse sehr beweglichen Athleten hatte das klar beste Niveau. Sie bot viele spektakuläre Aktionen, die das Publikum begeisterten. Der Kampf endete allerdings ziemlich überraschend: Publikumsliebling Tatanka verlor ihn.

Nächster Kampfabend in Delmenhorst am 3. März 2018

Die DWA versprach schließlich noch, dass am 3. März 2018 erneut WWE-Legenden nach Delmenhorst kommen. Das US-amerikanische Tag-Team „Nasty Boys“, Brian Knobbs und Jerry Saggs, soll dann in der Markthalle antreten.


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