1. Fußball-Kreisklasse Zimmermanns Arbeit trägt beim TV Falkenburg Früchte

Von Andreas Bahlmann

Toptorjäger beim TV Falkenburg: Dominique Streif (am Ball) erzielte bislang zwölf Saisontore. Foto: Rolf TobisToptorjäger beim TV Falkenburg: Dominique Streif (am Ball) erzielte bislang zwölf Saisontore. Foto: Rolf Tobis

Falkenburg. Trainer Georg Zimmermann scheint den Umbruch beim TV Falkenburg erfolgreich eingeleitet zu haben. Aus einer überalterten Mannschaft formte der Vollblut-Trainer eine Mannschaft, die zur Zeit an den Aufstiegsplätzen der 1. Fußball-Kreisklasse schnuppert.

Am Dienstagabend gab es für Georg Zimmermann und den TV Falkenburg kostenlosen, aber bitteren Anschauungsunterricht. Mit einer 2:8-Niederlage gegen den Kreisligisten SV Atlas Delmenhorst II verabschiedeten sich die Falken aus dem Pokalwettbewerb. Und Zimmermann musste auch nicht lange überlegen, warum seine Elf als Mannschaft aus der 1. Kreisklasse gegen den SVA keine Chance hatte und die erste Niederlage nach acht Pflichtspielen kassierte.

„In der Kreisliga wird einfach gedanklich schneller gehandelt und strategisch weiter gedacht, in der Kreisklasse spielt man den Ball eher irgendwohin und hört dann auf zu spielen“, sagte der Falken-Trainer und fand: „Das war ein ganz seltsames Spiel. Wir haben direkt zu spüren bekommen, dass unsere Fehler schonungslos bestraft werden.“ Hinzu kam, dass Zimmermann seine Elf im Vergleich zum letzten Ligaspiel gleich auf sechs Positionen verändert hatte.

Da der Vollblut-Trainer, der schon als B-Jugendlicher jüngere Jahrgänge trainierte, spätestens im Viertelfinale mit dem Pokal-Aus gerechnet hatte, stellte Zimmer Spieler in die Startelf, die zwar regelmäßig am Trainingsbetrieb teilnehmen und auch zu den Spielen mitfahren, aber nicht so viele Einsatzzeiten bekommen.

Zimmermann experimentiert im Pokalspiel viel

„Als Fußballer brauchst Du einfach Deine Spieleinsätze, sonst verlierst Du den Spaß an der Sache, das ging mir als Spieler doch genauso“, weiß der Trainer aus eigener Erfahrung. „Ich war aber auch neugierig, wie sich die Spieler aus der zweiten Reihe so machen und ich wollte gegen einen starken Gegner einige Spieler auf einer anderen, als ihrer gewohnten Positionen ausprobieren.“ Seine Experimentierfreudigkeit warf jedoch die gesamte Hierarchie und Stabilität innerhalb der Mannschaft um – die schließlich in der hohen Pleite mündeten.

Dass die Niederlage gegen Atlas so hoch ausfiel, daran hatte Zimmerman schon etwas zu knabbern. Beim Blick auf die aktuelle Spielzeit in der 1. Kreisklasse ist der Coach aber wesentlich zufriedener mit seiner Mannschaft. Zimmermann hatte die Falken im Januar 2016 übernommen. Der 63-Jährige fand eine eingespielte, aber überalterte Mannschaft vor, die sich nach dem Kreisliga-Klassenerhalt 2015 freiwillig wieder in die 1. Kreisklasse zurückgezogen hatte. Den Umbruch beim kleinen Verein aus der Gemeinde Ganderkesee peu à peu einzuleiten, das war das Ziel, mit dem der damalige Spielertrainer Florian Erhorn den nach seinem Rücktritt beim TV Dötlingen vereinlosen Zimmermann ködern wollte. Und es gelang.

„Florian ist ein richtiger Menschenfänger. Er hat mir die Aufgabe und den Verein so richtig schmackhaft gemacht, da musste ich das einfach machen. Der Florian ist nicht nur von Beruf Verkäufer“, schmunzelt Zimmermann und man glaubt es ihm sofort, wenn er sagt: „Ich habe diesen Schritt nie bereut, denn beim TV Falkenburg sind viele Positionen und Aufgaben auf vielen Schultern vieler Personen verteilt. Ich begegne hier überall so viel Engagement, das findet man im Umfeld einer Vereinslandschaft nicht allzu häufig.“

... „denn das bedeutet Stillstand“

Nach zwei siebten Plätzen 2016 und 2017 hat sich die unerfahrenen Truppe mit fünf Siegen in Folge in der Liga auf Rang vier vorgearbeitet – mit Blickkontakt zu den beiden Aufstiegsplätzen – und das, obwohl Falkenburg die ersten beiden Saisonspiele verloren hatte. Der Falken-Trainer sieht zur Zeit ein kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Mannschaft, die am Freitagabend ab 20.15 Uhr den TSV Großenkneten II erwartet. „Man darf als Verein, als Mannschaft oder als Person nie satt werden, denn das bedeutet Stillstand.“

Deshalb ging es für ihn in dieser Saison zunächst hauptsächlich darum, an „der Etablierung der erreichten Qualität zu arbeiten, um dann die nächsten Schritte in der Entwicklung gehen zu können“. Das gelte vor allem für die Defensivarbeit. Nach 72 Gegentore in der Vorsaison scheint Zimmermann, hier die Hebel erfolgreich angesetzt zu haben. In ersten zehn Saisonspielen kassierte das Team erst acht Gegentore – nur Spitzenreiter TuS Hasbergen musste bislang weniger Gegentore schlucken.


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