Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg empfängt Bad Schwartau

Von Lars Pingel

Wollen sich am Samstag nicht aufhalten lassen: die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Piet Gerke (Mitte). Sie empfangen den VfL Bad Schwartau. Foto: Rolf TobisWollen sich am Samstag nicht aufhalten lassen: die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Piet Gerke (Mitte). Sie empfangen den VfL Bad Schwartau. Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg. Drittes Bundesliga-Heimspiel: Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg empfangen an diesem Samstag, 15 Uhr, den VfL Bad Schwartau in der Halle am Ammerweg.

Vier Bundesligaspiele haben die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg inzwischen absolviert. 2:6 Punkte und vor allem gute Leistungen belegen, dass der Neuling in der Eliteklasse angekommen ist. „Ich sehe uns auf einem guten Weg“, sagt Trainer Stefan Buß vor der fünften Partie, dem dritten Heimspiel, gegen den VfL Bad Schwartau. Sie wird am Samstag um 15 Uhr in der Halle am Ammerweg angepfiffen. „Die Jungs sind in jedem Spiel mutiger geworden“, erklärt Buß, der die Mannschaft mit Andreas Müller betreut. Das gilt auch für das Trainerduo: „Wir haben in den Ferien gut trainiert. Wir wollen jetzt schon so langsam mal den ersten Bundesligasieg einfahren.“

HSG sieht sich als Außenseiter

Der Optimismus des HSG-Trainers ändert aber nichts an seiner Einschätzung der Rollenverteilung vor dem Heimspiel. Bad Schwartau, das in der A-Jugend-Bundesliga quasi zum Inventar gehört, ist der Favorit. „Wir gehen das Spiel ganz gelassen an, denn wir haben ja nichts zu verlieren“, bestätigt Buß. „Wir werden mal sehen, wie lange wir den VfL ärgern können.“ Dazu sei es notwendig, an die Leistung des zurückliegenden Heimspiels gegen den Spitzenreiter SC Magdeburg (27:28) anzuknüpfen. „Wir müssen wieder mit dieser Leidenschaft und Aggressivität auftreten“, fordert Buß. Außerdem gelte es, „die kleinen Fehler, die wir immer noch machen, abzustellen.“ Die würden in der Bundesliga eben sofort bestraft. „Zuletzt haben es die Jungs aber schon sehr gut gemacht“, lobt Buß.

Die Trainer der A-Jugend-Erstligisten haben die Möglichkeit, sich auf einem Internetportal Videos die Spiele der Konkurrenten anzuschauen. Das nutzen sie gerne. „Wir werden haarklein auseinandergenommen“, erklärt Buß, dass es dadurch schwer ist, einen Gegner zu überraschen. Doch er und Müller nutzen diese Möglichkeit, eine Mannschaft zu analysieren, natürlich genauso intensiv. „Bad Schwartau ist eine spielstarke Mannschaft“, verrät Buß, was das Studium ergeben hat. Sie agiert mit hohem Tempo. Herrausragender Akteur ist Jannik Schrader im rechten Rückraum. Mit 44 Saisontoren (17 Siebenmeter) ist er der Haupttorschütze der Schleswig-Holsteiner, die mit 4:6 Punkten Rang sechs belegen. Der Linkshänder, der auch im Zweitliga-Kader seines Vereins steht, ist zudem derjenige, der die VfL-Offensive lenkt. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen“, erklärt Buß.

Wenn die HSG-Spieler in Ballbesitz sind, werden sie, wenn sie Positionsangriffe spielen müssen, auf eine 6:0-Abwehrformation der Bad Schwartauer treffen, erklärt Buß. Die sei nicht leicht zu überwinden.

VfL Bad Schwartau feiert zwei Heimsiege

VfL-Trainer Martin Nirsberger, der eine im Vergleich zur Vorsaison personell stark veränderte Mannschaft aufbietet, hat eben diesen sechsten Tabellenplatz zum Saisonziel erklärt. Mit dem verjüngten Kader sollte sie die direkte Qualifikation für eine weitere Bundesligasaison „wieder meistern können“, sagte er den „Lübecker Nachrichten“. Bad Schwartau, das schon auf die Meisterschaftsfavoriten HSV Hamburg (24:30), Füchse Berlin (deutscher Vizemeister, 26:38) und SG Flensburg-Handewitt (26:30) getroffen ist, hat ihre seine Pluspunkte in Heimspielen geholt. Der VfL bezwang Empor Rostock (33:31) und am vergangenen Samstag, 7. Oktober, den 1. VfL Potsdam (29:26).

Buß setzt derweil auch darauf, dass seine Spieler wie schon gegen den THW Kiel (22:40) und Magdeburg lautstarke moralische Unterstützung von der Tribüne bekommen. „Ich hoffe, dass die Halle wieder voll ist“, sagt er. „Das pusht enorm.“ Das wiederum sei für seine Spieler wichtig. „Wir müssen auch über die Emotionen kommen“, erklärt Buß: „Das sind die letzten fünf bis zehn Prozent, die wir brauchen, um in der Bundesliga zu bestehen.“

HSG hat „alle Mann an Bord“

Das Heimspiel am Samstag ist die erste Partie in dieser Saison, vor der Buß sagen kann: „Alle Mann sind an Bord.“ Rückraumspieler Carsten Jüchter, der bisher passen musste, hat seine Verletzung überwunden, damit sind alle Aktiven des HSG-Kaders einsatzbereit. Für Buß und Müller bedeutet das allerdings auch, „dass wir leider Spielern sagen müssen, dass sie gegen den VfL nicht dabei sind“. Die unangenehme Entscheidung fällt dem Trainerduo nicht leicht. Der „super Zusammenhalt“ in der Mannschaft helfe aber dabei, diese Aufgabe erträglich zu machen. „Die Spieler nehmen das sehr gut auf“, lobt Buß, „und feuern das Team dann von der Seite aus klasse an“.

Dieser Mannschaftsgeist ist eine weitere Stärke, die die HSG in die Waagschale werfen will, um ihre Gäste möglichst bis zum Ende der 60. Spielminute zu ärgern. Buß glaubt fest daran, dass seine Mannschaft das Zeug dazu hat. „Wir müssen unser Spiel durchdrücken“, sagt er. Wenn es nicht zum ersten Sieg reicht, werde sie ihre Entwicklung trotzdem fortsetzen: „Wir nehmen aus jedem Spiel etwas mit.“