Fußball-Bezirksliga VfL Wildeshausen stolpert am Elfmeterpunkt

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Erstmals gestrauchelt: Maximilian Seidel und der VfL Wildeshausen kassierten beim Verfolger SV Brake um Sascha Schwarze die erste Niederlage. Foto: Daniel NiebuhrErstmals gestrauchelt: Maximilian Seidel und der VfL Wildeshausen kassierten beim Verfolger SV Brake um Sascha Schwarze die erste Niederlage. Foto: Daniel Niebuhr

Brake. Der VfL Wildeshausen verliert nach acht Siegen in Folge das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga beim SV Brake. Ein verschossener Strafstoß wird dem Tabellenführer beim 1:2 zum Verhängnis.

Rauchen gefährdet bekanntlich die Gesundheit; so genüsslich wie Gerold Steindor an seinem Zigarillo zog, war ihm das am Sonntagnachmittag aber vermutlich gerade herzlich egal. Der Trainer des SV Brake hatte nach dem 2:1 (1:1) seiner Fußballer im Gipfeltreffen gegen Bezirksliga-Tabellenführer VfL Wildeshausen die Sieger-Humba seiner Spieler aus der Ferne genossen und dann auf dem Kunstrasen den Poligras-Stadions mit Glimmstängel im Mund der kleinen Presserunde erzählt, wie „froh er über die drei Punkte“ sei. Die Sonne schien ihm dabei ins Gesicht, Steindor sah aus wie ein ziemlich zufriedener Mann.

Einige Meter weiter frönte sein Wildeshauser Kollege Marcel Bragula einer Frust-Zigarette und strahlte verständlicherweise nicht ganz so viel gute Laune aus; seine Mannschaft hatte ja nach acht Siegen in Folge erstmals in dieser Saison verloren und Brake nach Punkten gleichziehen lassen müssen. „Es war ein würdiges Spitzenspiel vor toller Kulisse. Die Leistung war gut, das Ergebnis nicht“, stellte er fest.

350 Zuschauer beim Gipfel

Besonders hatte er damit die taktische Reife der beiden Clubs gemeint, die die Bezirksliga dominieren und mit jeweils 24 Zählern schon acht Punkte vor dem Rest stehen. Sollte das direkte Duell ein Vorgeschmack auf die kommenden Monate gewesen sein, so ist zumindest ein spannendes Titelrennen zu erwarten – denn das Spiel am Sonntag stand gleich mehrfach auf Messers Schneide. Brake beeindruckte besonders durch überraschend frühes Pressing, giftige Zweikämpfe und Zielstrebigkeit im Abschluss, die Gastgeber waren im ersten Durchgang eindeutig Herr im eigenen Haus. Bei der Führung in der 22. Minute half aber auch der Zufall mit. Nach einer viel zu lang geratenen Ecke landete der Ball bei Andre Jädtke, der ihn vom Strafraumeck aus in den langen Winkel schoss. „Eine traumhafte Einzelleistung“, nannte Bragula den feinen Schlenzer.

Brake-Keeper Lahrmann hält gegen Flege

Das Braker 1:0 wäre ein verdienter Pausenstand gewesen, Wildeshausen nutzte aber unmittelbar vor der Halbzeit seine einzige Chance, als Michael Eberle eine schlecht gestellte Braker Mauer nutzte und einen Freistoß aus 22 Metern verwandelte. Ruhende Bälle versorgten die 350 Zuschauer auch danach mit den Höhepunkten – und sie bestimmten den Ausgang des Spiels. Nach einem Foul von Dennis Pleus an Ole Lehmkuhl bekam der VfL in der 57. Minute einen Foulelfmeter, den Lennart Flege dem Braker Torwart Patrick Lahrmann aber in die Arme schob. Drei Minuten später gab es nach einem Handspiel von Niklas Heinrich Strafstoß auf der anderen Seite – und Brake ging durch Norman Preuß wieder in Führung. „Unser Elfmeter war der Knackpunkt“, sagte Bragula und auch Steindor fand: „Das war die Schlüsselszene.“

Die Wildeshauser spielten danach „Sekt oder Selters“, wie Steindor es ausdrückte und standen in der Nachspielzeit tatsächlich vor dem Ausgleich. Ein Kopfball von Christoph Stolle aus fünf Metern landete aber genau in Lahrmanns Armen. „Es hätte anders ausgehen können. Aber so ist Fußball“, sagte Bragula. Er könnte sich damit trösten, dass sein VfL immer noch die um zehn Treffer bessere Tordifferenz und damit die Tabellenführung hält, „aber das ist nur eine Momentaufnahme“.


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