Fußball-Bezirksliga VfL Wildeshausen mit Luxusproblemen

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Höhenflug: Sebastian Bröcker und der VfL Wildeshausen. Foto: Rolf TobisIm Höhenflug: Sebastian Bröcker und der VfL Wildeshausen. Foto: Rolf Tobis

Wildeshausen. Nach einem Heimrechttausch steigt das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga am Sonntag in Brake, wo der VfL Wildeshausen seinen Vorsprung ausbauen will.

Es gab eine Zeit, da war der Kunstrasenplatz in Brake ein geradezu mythischer Ort in der Fußball-Region, was nicht unbedingt positiv zu verstehen war. Man spielte auch im Winter lieber auf einer durchgeweichten Matschwiese als auf dem löchrigen und notdürftig geflickten Teppich des SV Brake, der 1976 der erste in Deutschland gewesen war. Zum Glück für alle wurde der Kunstrasen im Poligrasstadion 2014 für rund 460000 Euro erneuert und gehört nun zu den modernsten seiner Art.

Es wird am Sonntag ab 15 Uhr also auf dem Anlass angemessenem Geläuf ermittelt, wer in der Bezirksliga wohl mindestens bis zum Winter die Bürde des Favoriten tragen muss. Der Tabellenzweite SV Brake erwartet Spitzenreiter VfL Wildeshausen, beide Vereine sind dem Rest der Liga schon nach acht Spielen enteilt – momentan ist es schwer vorstellbar, dass am Ende ein anderer Club Meister werden könnte.

Bragula von Brake beeindruckt

Eigentlich hätte die Partie im Wildeshauser Krandelstadion stattfinden sollen, das nach dem jüngsten Dauerregen aber unbespielbar ist. Nach acht Siegen in Folge mit 23:2 Toren ist der VfL aber auch auswärts leichter Favorit, auch wenn Trainer Marcel Bragula respektvoll die Braker Vorzüge herunterbetet. „Das ist eine starke Mannschaft mit tiefem Kader, robust und geschlossen“, sagt Bragula, der in dem zweitliga-erfahrenen Trainer-Fuchs Gerold Steindor sogar ein kleines Vorbild sieht: „Von ihm habe ich mir schon manchen Kniff abgeschaut.“

Landesliga noch kein Thema

Dennoch sind die Wildeshauser gerade in der komfortableren Position. Selbst bei einer Niederlage (wenn sie höchstens fünf Tore hoch ausfällt) blieben sie an der Spitze, bei einem Sieg würde der Vorsprung sogar bis auf sechs Punkte anwachsen. „Dann wären wir erstmal weg“, sagt Bragula, was ihm allerdings unangenehme Fragen einbringen würde. Denn eigentlich wollte er nach dem Landesliga-Abstieg ein Übergangsjahr einlegen, nun muss er aber gezwungenermaßen darüber nachdenken, was passieren sollte, wenn sein kleiner Kader tatsächlich bis zum Schluss vorne bleibt. „Das können wir sagen, wenn es so weit ist. Die Saison ist noch jung“, sagt Bragula und verweist auf die Vereinsführung: „Wenn es was zu entscheiden gibt, muss man da nachfragen.“ Er räumt allerdings ein, „dass ich als Trainer schon Ambitionen habe und weiß, wo ich hin will“.

Allerdings weiß er selbst genau, wie schnell das Blatt sich wenden kann. Wildeshausen spielt seit Jahren mit einem spielstarken, aber schmalen Aufgebot, das durchaus fragil ist – Mehrfach-Ausfälle, so wie in der Vorsaison, lassen sich schwer kompensieren. „Bisher haben wir Glück, dass die meisten fit geblieben sind und zeitlich vieles gepasst hat“, sagt Bragula. Der Einsatz des zuletzt verletzt ausgewechselten Maximilian Seidel ist zwar unwahrscheinlich, ansonsten sieht es personell gut aus. Die Verletzungsgefahr auf dem Braker Kunstrasen ist seit 2014 ja auch deutlich geringer geworden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN