Pokale und Erinnerungen Lebenshilfe-Läufer haben Spaß am Rhein und an der Nordsee

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Da sind sie noch entspannt: Das Team der Lebenshilfe Delmenhorst posiert vor dem Start in Köln für das Erinnerungsfoto. Foto: L. NorrenbrockDa sind sie noch entspannt: Das Team der Lebenshilfe Delmenhorst posiert vor dem Start in Köln für das Erinnerungsfoto. Foto: L. Norrenbrock

Delmenhorst. Das Lauf-Team der Lebenshilfe Delmenhorst mit behinderten und nicht-behinderten Athleten bereist wieder die Volksläufe der Republik.

Die ehemalige Biathletin Magdalena Neuner ist zwar auch fünf Jahre nach ihrem Karriereende noch immer ein Liebling des Boulevard, gibt sich in der Öffentlichkeit aber inzwischen eher selten die Ehre. Von daher haben die Läufer der Lebenshilfe Delmenhorst gerade eine schöne Gelegenheit verpasst: Die Gruppe aus behinderten und nicht-behinderten Läufern startete mit knapp 23000 anderen Athleten jüngst beim Firmenlauf B2Run in Köln, wo Neuner als Patin für den Start zuständig war – die Delmenhorster und die Ex-Olypiasiegerin kamen aber irgendwie nicht zusammen. „Ich habe erst hinterher erfahren, dass sie da ist. Wir waren eher mit dem Lauf an sich beschäftigt“, sagte Lebenshilfe-Betreuer Ludger Norrenbrock, der Versäumtes aber im nächsten Jahr nachholen will: „2018 schnappen wir sie uns für ein Foto.“

In gewisser Hinsicht sind die Lebenshilfe-Läufer bei ihren Auftritten ja auch kleine Promis, wenn Norrenbrock mit seinem Team den Sommer hindurch die Volksläufe der Republik bereist – die Delmenhorster sind inzwischen überall bekannt. In Köln waren sie schon zum zehnten Mal dabei, dieses Mal mit einer 18-köpfigen Mannschaft um Edith Voigt, die ehemalige niedersächsische Behindertensportlerin des Jahres. Nach 5,5 Kilometern liefen die Teilnehmer zum Finish ins RheinEnergie-Stadion ein, wo sonst der1. FC Köln seine Bundesliga-Heimspiele austrägt. „Es war ein herausragendes Erlebnis“, schwärmte Norrenbrock – eigentlich bekennender Fan des Kölner Rhein-Rivalen Borussia Mönchengladbach.

Vier Siege in Burhafe

Vordere Platzierungen waren in einem Feld mit Läufern aus der nationalen Spitze nicht zu erwarten, in der Gesamtwertung schaffte es dann auch niemand von der Lebenshilfe unter die besten 1000 Finishern. Norrenbrock selbst war in 24:51 Minuten der schnellste Delmenhorster und landete auf Rang 1572, er war 37 Sekunden schneller und 475 Plätze besser als Peter Reisinger, der nach Edith Voigt einst der zweite geistig behinderte Läufer Deutschlands war, der einen Marathon bewältigte. Nebenbei feuerten die Delmenhorster noch Andreas Kuhlen an, der in der Vergangenheit schon für die Lebenshilfe gestartet war und bei der im Rahmen des B2Run ausgetragenen Deutschen Firmenlaufmeisterschaft Fünfter wurde.

Pokale gab es im ereignisreichen September für die Lebenshilfe aber doch. Am vergangenen Wochenende waren 15 Lauftreffler zu Gast beim ersten Ostfriesischen Lauf- und Walkingfest in Burhafe kurz vor der Nordsee – mit rund 500 Läufern eine Nummer kleiner als Köln. Die Delmenhorster nahmen allein vier Siegertrophäen mit nach Hause. Doris Dörgeloh gewann bei zeitweiligem Nieselregen die 10-Kilometer-Strecke bei den Frauen in 43:51 Minuten, Kim Sanftleben war in 50:54 Minuten Erster der U20-Läufer. Über 5,5 Kilometer war Maren Höhne bei den Frauen nicht zu schlagen, Thorsten Ebert siegte in 30:22 Minuten in der Kategorie M40. Dazu kamen zweite Altersklassen-Plätze durch Norrenbrock und Ekaterina Kun und dritte Ränge durch Voigt und Pascal Wefelmeier. „Beste Stimmung, tolle Läufer, eine sensationelle Veranstaltung“, schwärmte Norrenbrock, der die Laufsaison nun aber in der Region ausklingen lässt. Am 3. Oktober startet er mit seinem Team noch beim Ofener Herbstlauf und am 22. Oktober beim Oldenburg Marathon. Die Wahrscheinlichkeit, dabei Magdalena Neuner über den Weg zu laufen, ist allerdings eher gering.


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