Kreissporttag 2017 in Wardenburg Viel Lob für Ehrenamtliche in den Vereinen

Von Lars Pingel

Freut sich auch über die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Politik: Peter Ache, Vorsitzender des Kreissportbunds Landkreis Oldenburg. Archivfoto: Richard SchmidFreut sich auch über die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Politik: Peter Ache, Vorsitzender des Kreissportbunds Landkreis Oldenburg. Archivfoto: Richard Schmid

Wardenburg. Vertreter der Vereine im Kreisportbund Landkreis Oldenburg haben sich in Wardenburg zum Kreissporttag 2017 getroffen. Die ehrenamtliche Arbeit, die sie leisten, wurde viel gelobt.

Selbstbewusstsein demonstrieren. Das dürfen und sollen die Sportvereine, die dem Kreissportbund Landkreis Oldenburg angehören - und zwar mit „Fug und Recht“, findet der Vorsitzende des Verbands. „Nicht die Vereinsvorsitzenden müssen dankbar sein für die Unterstützung aus den Gemeinden und dem Landkreis“, sagte Peter Ache, „sondern die Gemeinden und Landkreise müssen dankbar sein, dass wir das geben, was wir geben können.“ Das sei sehr viel, sehr wichtig und führe zudem dazu, fuhr er während des Kreissporttags 2017 in Wardenburg fort, dass die Gemeinden weniger Geld, zum Beispiel, für ein gutes, breites Sportangebot mit qualifizierten Übungsleitern, gute Jugendarbeit oder die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Ferien ausgeben müssten.

Carsten Harings dankt Vereinen

Während der Jahrestagung des Kreissportbunds, dem 157 Vereine mit 46 715 Mitgliedern angehören, im „Wardenburger Hof“ hatte Landrat Carsten Harings dem KSB-Vorsitzenden die Vorlage geliefert. Harings, der 2016 wegen Terminüberschneidungen nicht am Kreissporttag hatte teilnehmen können, erinnerte in seinem Grußwort an den Herbst 2015, in dem im Landkreis kurzfristig Sporthallen geschlossen wurden, um dort zeitweise Flüchtlinge unterbringen zu können. „Wir waren uns sehr bewusst darüber, dass das enorme Einschnitte und Entbehrungen für den Vereinssport bedeuten würde“, sagte der Landrat. „Das Verhalten der Vereinsverantwortlichen und der Sportlerinnen und Sportler war großartig. Dafür bedanke ich mich, auch im Namen der Menschen, denen wir ein Dach über dem Kopf und Verpflegung bieten konnten, ganz herzlich.“

Die Bedeutung des Sports für die Integration der geflüchteten Menschen sei sehr groß, sagte Harings: „Sport verbindet und hat eine große integrative Kraft.“ Sportvereine seien besonders wichtig für das Zusammenleben, von ihnen gehen vielfältige Impulse aus. Das läge vor allem an den engagierten Übungsleitern an der Basis.

Jeder große sportliche Erfolg habe seinen Ursprung in einem Verein, wie denen, die dem KSB angehören, und damit bei denen, die sich ehrenamtlich engagieren. Mit diesem Engagement werde aber eben nicht nur Leistung gefördert. Damit werde auch „ein riesigen Anteil an unserem gesellschaftlichen Konsens“ erbracht. Er sei deshalb sehr froh, dass der Kreistag einer Erhöhung der finanziellen Förderung des Sportstättenbaus zugestimmt hat. „Das ist eine tolle Entscheidung.“

Landrat kritisiert Ablösesummen

Der Landrat erklärte dann auch noch, dass es ihm Sorgen bereite, dass sich Sportarten im Leistungsbereich von dieser Basis entfernen und entfremden. Sein Beispiel war der Profi-Fußball. „Eine astronomische Summe von 222 Millionen Euro für einen jungen Mann, der seinen Sport betreibt, kann ich nicht verstehen und nicht vermitteln“, erklärte Harings. Er frage sich, wie lange die Anhänger mitziehen werden. Die Antwort, dass der Markt das doch hergibt, reiche ihm nicht, denn: „Der Markt hört nicht bei der Bezahlung der Ablösesummen auf. Das Geld muss auch wieder reingeholt werden.“ Das führe dazu, dass es „zerfledderte Bundesliga-Spieltage“ gibt, die von verschiedenen Sendern übertragen werden, und dass die Champions League ab 2018 ausschließlich im Pay-TV zu sehen sein wird. „Der Fan muss immer tiefer in die Tasche greifen, um Fußball zu sehen. Ich glaube, dass diese Schraube irgendwann ihre Fassung verliert. Dann fällt sie raus.“

Gute Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik

Harings und Ache lobten die „gute, vertrauensvolle“ Zusammenarbeit von KSB und Landkreis. Sie helfe dabei, dass die Vereine ein gutes Sportangebot bereitstellen können, erklärte Ache: „Dafür brauchen sie Sportstätten, Übungsleiter und ordentliche Strukturen.“

Gute Beziehungen und konstruktive Zusammenarbeit gäbe es aber auch mit den Gemeinden, berichtete Ache, und mit der Politik. Beim Kreissporttag waren unter anderem die Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag und Astrid Grotelüschen und die Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Axel Brammer zu Gast. Für die Gemeindevertreter dankte der stellvertretende Bürgermeister von Wardenburg, Peter Kose, den Delegierten für das ehrenamtliche Engagement, das in ihren Vereinen geleistet wird.

91 von 191 stimmberechtigten Delegierten anwesend

Der KSB-Vorsitzende freute sich, dass so viele Vereinsvertreter zum Kreissporttag nach Wardenburg gekommen waren. 97 von möglichen 191 stimmberechtigten Delegierten nahmen an der Sitzung teil (50,79 Prozent). „So hoch war der prozentuale Anteil noch nie“, sagte der KSB-Vorsitzende.

Nur eine Wahl

Die Delegierten mussten am Dienstagabend allerdings nur viermal abstimmen. Es galt, die sogenannte Niederschrift des Kreissporttags von 2016 zu genehmigen (1 Enthaltung), den Haushaltsvorschlag für das Jahr 2018, der Einnahmen und Ausgaben von je 436 600 Euro vorsieht, zu genehmigen und den Vorstand zu entlasten (beides einstimmig). Und einmal wurde auch gewählt: Alle Delegierten stimmten dafür, dass Ellen Deepe vom TSV Großenkneten Kassenprüferin wird.


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