2. Fußball-Bundesliga TV Jahn fiebert Heimpremiere gegen Herforder SV entgegen

Von Klaus Erdmann

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Heimpremiere: Magdalena Flug (links), hier gegen Werders Jessica Golebiewski, und ihr TV Jahn Delmenhorst treffen auf den Herforder SV. Foto: Rolf TobisHeimpremiere: Magdalena Flug (links), hier gegen Werders Jessica Golebiewski, und ihr TV Jahn Delmenhorst treffen auf den Herforder SV. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Zweite Bundesliga, erstes Heimspiel – die Fußballerinnen des Aufsteigers TV Jahn Delmenhorst fiebern ihrer Premiere entgegen, die ihnen am Sonntag ab 14 Uhr im Stadion ein Treffen mit dem Herforder SV Borussia Friedenstal beschert.

Nach dem überraschenden 0:0 bei Mitaufsteiger FF USV Jena II sagt Claus-Dieter Meier: „Herford ist eine andere Hausnummer.“ Einige Spielerinnen seien sicherlich aufgeregt, vermutet der Cheftrainer. Friedenstal, ein Bereich des Stadtviertels Neustädter Feldmark, gilt als „Fahrstuhlmannschaft“ und hat sich dieses Etikett redlich erarbeitet.

Während der vergangenen zehn Jahre stieg der Gast dreimal in die Erste Liga auf, um sie jeweils umgehend wieder zu verlassen. Zuletzt ging Herford nach der Saison 2014/15 runter – mit fünf Punkten. In Liga zwei folgte Rang vier und 2016/17 der zehnte und drittletzte Platz. Da sich der Drittletzte der 2. Liga Süd, SC Sand II, zu einem freiwilligen Rückzug entschloss, blieb dem HSV die Relegation erspart.

„Wir sind dem Abstieg gerade entronnen. Wir gehören nicht zu den Topfavoriten und sind entspannt“, betont Trainer Ralf Lietz, der Herford Ende März übernahm, und dessen Elf mit einem 0:0 gegen BW Hohen Neuendorf in die Saison startete. Sein Ziel ist Position sechs, die der Mannschaft 2018/19 zu einem Platz in der dann eingleisigen 2. Bundesliga verhelfen würde. Diese Klasse, so der 51-Jährige, sei sportlich wichtig für den Verein, denn man wisse ja nie, was danach komme. Sollte man das Ziel nicht erreichen, so Lietz, würde der Verein nicht zugrunde gehen. „Der Herforder SV wird traditionell gut geführt und hat ein gutes Umfeld“, sagt der Coach. Ein Ziel sei es immer, Spielerinnen aus der Jugend – vorzugsweise aus dem eigenen Nachwuchs – zu integrieren.

Trainer des Herforder SV: Ralf Lietz. Foto: imago/foto2press

Lietzʾ Kollege Meier rechnet mit einem Gegner, der sowohl über junge als auch erfahrene Spielerinnen verfügt. Zu den Routiniers gehört Giustina Ronzetti. Die 25-Jährige, die seit 2011 in Herford unter Vertrag steht, avancierte 2015/16 mit 23 Treffern zur Torschützenkönigin der 2. Bundesliga Nord. In der vergangenen Saison erzielte sie 14 der 34 Herforder Tore. Auf eine weitere Offensivkraft muss Lietz verzichten: Der 18-jährige Neuzugang Celine Demirönal (zuvor VfL Bochum) traf bei der Pokalniederlage gegen Arminia Bielefeld (2:3 nach Verlängerung), schied dann jedoch mit einem Innenbandriss im rechten Knie aus. „Sie wird uns sechs bis acht Wochen fehlen“, bedauert Lietz.

Jahns Coach Meier meldet hingegen zwei Kader-Zugänge: Kira Grotheer hat den Urlaub beendet und Malin Knodel ist nicht – wie vor einer Woche beim 0:0 in Jena – beruflich verhindert (wir berichteten). Meier: „Sie hat aber nur einmal trainiert.“ Ob es für die beiden Spielerinnen zu einem Startelf-Einsatz reiche, vermochte er am Freitag noch nicht zu sagen. Auf jeden Fall sei es interessant zu sehen, ob man mit Herford mithalten könne.

Herfords Trainer musste „Jahn Delmenhorst“ googeln

Auf die Frage, welche Informationen ihm denn über die Gastgeberinnen vorlägen, antwortet Ralf Lietz, dass man sich erst einmal auf die eigene Mannschaft konzentrieren müsse. Gleichwohl habe er den Namen „Jahn Delmenhorst“ gegoogelt. „Ich weiß, dass die Mannschaft viele Tore geschossen und wenig kassiert hat“, sagt er. Delmenhorst wolle das erste Heimspiel sicherlich gewinnen. Er rechne mit einem „ordentlichen Spiel“.

Übrigens steht nicht nur Aufsteiger TVJ, sondern auch Herfords Trainer vor einer Premiere. „Nein“, sagt Lietz, „nein, ich war noch nicht in Delmenhorst.“ Er habe von 2013 bis 2015 für den FSV Gütersloh in der Zweiten Liga gearbeitet und einige Stationen gesehen. Delmenhorst aber kenne er noch nicht. „Aber ich habe gehört, dass Sarah Connor aus eurer Stadt kommt“, fügt er hinzu. Beim TV Jahn Delmenhorst hoffen sie, dass Lietz fortan nicht so sehr an die erfolgreiche Sängerin denkt, wenn der Name „Delmenhorst“ fällt, sondern vielmehr an einen erfolgreichen Aufsteiger.


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