Schleppende Vorbereitung Besorgnis beim SV Baris nach schwachen Testspielen

Symbolisch: Die Spieler des TV Jahn (weiße Trikots) sprangen meistens höher als die Konkurrenz vom SV Baris. Foto: Rolf TobisSymbolisch: Die Spieler des TV Jahn (weiße Trikots) sprangen meistens höher als die Konkurrenz vom SV Baris. Foto: Rolf Tobis

Beim SV Baris läuft es in der Vorbereitung nicht, schlechte Testspiele schlagen dem Aufsteiger aufs Gemüt. Vor seiner ersten Saison in der Fußball-Bezirksliga muss der Club diverse Baustellen schließen, um die Euphorie des Frühjahrs zurückzugewinnen.

Delmenhorst. Die Eckfahnen waren längst eingesammelt, die Zuschauer schon auf dem Heimweg, da stand Önder Caki immer noch auf dem Sportplatz am Blücherweg und redete. Seine Spieler saßen vor ihm auf dem Rasen, das 1:4 (0:1) gegen den Kreisligisten TV Jahn hatte vielen offenkundig den Sonntagnachmittag verdorben, Trainer Caki wohl am gründlichsten. Eine gute Viertelstunde lang nahm er seine Mannschaft ins Gebet, auch einige Führungsspieler ergriffen das Wort – es hatte etwas von Brandrede beim Bezirksliga-Aufsteiger. Dabei war es nur ein Testspiel gewesen. „Die Spieler sind sauer auf sich und zwar zurecht“, erklärte Caki hinterher, um klarzustellen: „So ist mir das aber lieber, als wenn jetzt alle lachend nach Hause gehen würden.“

Niederlagen gegen klassentiefere Gegner

Einen knappen Monat dauert es noch, dann startet der Verein von der Delmenhorster Lerchenstraße in die erste Bezirksliga-Saison seiner Geschichte, eine Euphorie ist bisher aber noch nicht aufgekommen. In den vergangenen fünf Tagen trat Baris zu drei Testspielen an, die Leistungen waren gegen die klassentieferen Gegner FC Huntlosen (3:4), RW Hürriyet (6:2) und nun gegen einen starken TV Jahn bescheiden. Cuma Caslikan erzielte in der 38. Minute das Tor in einem Spiel, das für Baris ansonsten kaum Lichtblicke bot. Bei den Gegentreffern durch Daniel Eckert (4./27.), Pascal Hoppe (75.) und Marcel Maus (90.) – und bei diversen weiteren Jahn-Chancen – wirkte die Defensive fahrig und unorganisiert. Caki sprach hinterher von den berühmten „individuellen Fehlern“.

Viele Ausfälle

Allerdings fehlten am Sonntag auch zehn Spieler aus dem Kader, Caki stand vorsichtshalber selbst in Stollenschuhen und Stutzen am Spielfeldrand und symbolisierte unfreiwillig das große Problem in der Vorbereitung: Es gibt einfach zu viele Ausfälle. Die Trainingsbeteiligung ist mäßig, dafür suchte Caki vermeintlich schlagbare Testspielgegner aus, um sich eben dort auszutoben – was bisher aber nicht funktioniert. „Kaum jemand hat sich empfohlen“, sagt der Trainer offen.

Caki: Wir sind konkurrenzfähig

Er wird zumindest besorgt in die neue Trainingswoche mit drei Einheiten gehen, was ein ungewohntes Gefühl ist. In der Kreisliga ritt Baris auf einer Euphoriewelle zum Titel, an Niederlagen muss man sich erst wieder gewöhnen. Die Rückschläge reichen aber noch nicht, um die Zuversicht des Trainers zu trüben; mit vielen Bezirksligisten, sagt Önder Caki, könne man mithalten: „Wir wollen viel erreichen, wir haben ein gutes Team und einen großen Vorteil: Die Gegner kennen uns nicht.“

Als Aufsteiger könne man sich viel leichter aufs Kontern konzentrieren – „und dafür haben wir eigentlich die richtigen Leute“. Zum Beispiel den athletischen Torjäger Dennis Kuhn, der in der Kreisliga 32 und in der Vorbereitung schon wieder fünf Tore erzielte – gegen Jahn aber nicht dabei war. „Wir haben zwar noch nie in der Bezirksliga gespielt. Aber wir kennen das Niveau. Davor müssen wir keine Angst haben“, sagt Önder Caki. Auch nicht nach einem 1:4 im Testspiel.


0 Kommentare