Arrowhead-Turnier 2017 Lisa Unruh: „Bogenschießen ist eine coole Sache“

Von Richard Schmid

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Eine Olympia-Medaillen-Gewinnerin im Schlutter: Lisa Unruh. Foto: Rolf TobisEine Olympia-Medaillen-Gewinnerin im Schlutter: Lisa Unruh. Foto: Rolf Tobis

Schlutter. Mit Lisa Unruh startete die wohl populärste deutsche Bogenschützin beim internationalen Arrowhead-Turnier des Vereins Bogensport Delmenhorst im Schlutter Wald.

Vor noch nicht einmal zwölf Monaten gelang Lisa Unruh eine der größten Überraschungen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Mit ihrem Gewinn der Silbermedaille bescherte sie den deutschen Bogenschützen den größten Erfolg, hatte doch noch nie eine deutsche Athletin in dieser Sportart bei Olympia eine Einzelmedaille gewonnen. So konnte sich der Verein Bogensport Delmenhorst freuen: Mit der Startzusage von Lisa Unruh für das internationale Arrowhead-Turnier stellte sich die wohl populärste deutsche Bogenschützin der Konkurrenz im Schlutterwald.

Seit ihrem Triumph in Rio hat sich für die Berlinerin, die bis dahin nur Insider kannten, vieles verändert. „Vor allem das Medieninteresse ist groß“, sagt sie, „die haben entdeckt, dass Bogenschießen eine coole Sache ist. Ich bin aber immer noch die Alte.“ Zum Bogenschießen kam Unruh, die zunächst als Schülerin im Schwimmbecken erste Erfolge feierte, über ihre Mutter. „Nachdem im Schwimmen meine Leistungen stagnierten, hat sich meine Mutter nach sportlichen Alternativen umgesehen, so kam ich mit 13 Jahren zum Bogensport“, erzählt sie. „Das war gleich so geil und hat Riesenspaß gemacht.“ Seither ist sie ihrem Sport treu, seit elf Jahren startet Unruh international. Inzwischen heimste sie bei Europa- und Weltmeisterschaften zahlreiche Medaillen ein, auch im nicht olympischen Feldbogenschießen wurde sie 2014 im kroatischen Zagreb Weltmeisterin.

Yoga als mentaler Ausgleich

Hinter ihren Erfolgen steckt viel intensives Training. Neben dem eigentlichen Schießtraining gehört regelmäßiges Kraft- und Lauftraining dazu. „Bogenschießen sieht relativ leicht aus, ist aber sehr schwer“, erläutert Unruh. „Während des Wettkampfs konzentriere ich mich nur auf mich selbst und natürlich auf meine Technik.“ Um die notwendige Konzentration und Spannung während des Wettkampfs aufrecht zu erhalten, unterzieht sie sich zudem speziellen ideomotorischen Übungen. Die Abläufe eines Wettkampfs spielen sich dabei nur vor dem inneren Auge ab. Inzwischen hat die 29-Jährige auch Yoga als mentalen Ausgleich für sich entdeckt.

Gefragt nach ihren Zielen, kommt aus ihrem Mund wie aus der Pistole geschossen: „Tokio“, Austragsort der nächsten Olympischen Sommerspiele 2020. Und vielleicht gelingt dort der sympathischen Sportlerin die Vergoldung ihrer olympischen Silbermedaille. In näherer Zukunft geht es für Lisa Unruh um eine erfolgreiche Teilnahme bei den in diesem Jahr in Slowenien stattfindenden Europameisterschaften im Feldbogenschießen sowie um die „World Games“ in Breslau.


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