Neuer Trainer des HC Delmenhorst Robert Willig: „Ein Trainer ist ein Verkäufer“

Von Klaus Erdmann

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Worte, die Gewicht haben: Der 63-jährige Trainer Robert Willig schildert den Spielern des HC Delmenhorst seine Sicht der Dinge. Foto: Rolf TobisWorte, die Gewicht haben: Der 63-jährige Trainer Robert Willig schildert den Spielern des HC Delmenhorst seine Sicht der Dinge. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Robert Willig ist der neue Trainer beim Hockey-Oberligisten HC Delmenhorst. Bisherige Stationen des 63-Jährigen sind unter anderem Mexiko, Venezuela, Aserbaidschan und der Club zur Vahr. Mit dem Delmenhorster Oberligisten will er das Tabellenende verlassen.

Robert Willig sagt während des einstündigen Gesprächs im Clubhaus an der Lethestraße viele bemerkenswerte Sätze. „Als Trainer bist du ein Verkäufer“, lautet eine dieser Formulierungen. Natürlich meint der international erfahrene Coach sie im übertragenden Sinne. Er meint damit, dass Übungsleiter „Erfahrungen und Wissen weitergeben“ müssten. Willig verfügt über einen prall gefüllten Erfahrungsschatz. Zur Zeit öffnet er diesen für Spieler des Hockey-Clubs Delmenhorst. Für den Oberligisten ist er bis zum Ende der Feldsaison verantwortlich.

Die eigene Spielerkarriere musste Willig früh aufgeben: „Mit 21 Jahren hatte ich diverse Verletzungen.“ Der Mann, der ein Intensivstudium an der Trainerakademie Köln als staatlich geprüfter Diplomtrainer beendet hat, ist seit 40 Jahren hauptberuflich als Coach tätig. In den vier Jahren zuvor, sagt der Münchener, sei er mit seinem Vater „rumgetingelt“. Danach arbeitete der 63-Jährige, der unter anderem als Co-Trainer der deutschen Damenauswahl Weltmeister wurde, in Spanien und Mexiko, Venezuela und Aserbaidschan mal als Vereins- und mal als Nationaltrainer tätig war, für den bayerischen Landesverband und wiederholt für den Dürkheimer HC. Und für den Club zur Vahr. (Weiterlesen: Robert Willig übernimmt HC Delmenhorst)

HC Delmenhorst greift nach Robert Willigs Trennung beim Club zur Vahr zu

In Bremen fungierte er ab 2013 als Sportlicher Leiter. Kürzlich trennten sich die Wege. „Kompetenzschwierigkeiten“, sagt Willig. Viel mehr sagt er zu diesem Thema, das ihn, den überaus erfolgreichen Routinier, unübersehbar noch beschäftigt, nicht. Als der HCD in Person des Willig-Vorgängers Ulli Hader, der weiter als Spieler dabei ist, von der Trennung Vahr/Willig erfuhr, meldete man sich bei dem Übungsleiter. „Vorsitzender Carsten Schröder hat mich angerufen. Es war ein sympathisches Gespräch“, erzählt der Coach. Er freue sich darüber, wieder arbeiten zu können. „Bevor ich zuhause bin und meine Frau mich rausschmeißt“, sagt er, der seit 1989 verheiratet ist, lachend.

Im Gegensatz zu seinem Kurzeinsatz beim HCD bevorzugte er in der Vergangenheit langfristige Engagements. Das sei immer sein Bestreben gewesen. „Dabei waren es die Highlights, wenn ich Nobodys an die deutsche Spitze geführt habe. Ich habe immer gut bestellte Felder hinterlassen“, sagt er. Andere hätten dann die Ernte eingefahren, fügt er schmunzelnd hinzu. Aber das mache ihm nichts aus.

Robert Willig will beim HC Delmenhorst neue Denkanstöße liefern

Sein Ziel beim HCD ist es, neben der Weitergabe von Erfahrungen und Wissen, mit den Herren den letzten Platz zu verlassen. Über das 3:3 gegen Hannover 78 II, Vorletzter der Oberliga, sagt er: „Die Spieler waren sehr bemüht.“ Er hoffe, dass das Team jetzt komplett sei, damit er intensiver und gezielter arbeiten könne. Was kann er in der Kürze der Zeit bewirken? Schwerpunkte seien die Taktik und der mentale Bereich. Er wolle neue Ideen und Impulse geben, Denkanstöße liefern.

Willig sagt, dass man unter Zeitdruck stehe: „Das letzte Spiel ist bereits am 10. Juni.“ Nach der Saison geht es nach Dürkheim, wo die Familie der Frau und Freunde lebten („Das war immer unsere Lebensplanung“). Er werde ab dem 1. September in der Region Kurpfalz ein neues Engagement antreten. „Das steht zu 99 Prozent fest. In den nächsten Tagen ist alles unterschriftsreif“, gibt er bekannt. Ihn erwarte ein „interessantes Aufgabengebiet“. Will er nicht 2023, nach dann 50-jähriger Trainertätigkeit, ein Buch schreiben? „Sie werden lachen – ich bin schon dabei“, antwortet Robert Willig schmunzelnd. Familie und Freunde dürfen auf viele bemerkenswerte Sätze gespannt sein.


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