Fußball-Landesliga VfL Wildeshausen feiert „schmutzigen Sieg“ über Kickers Emden

Von Frederik Böckmann

Zweikampfstark wie eh und je: Wildeshausens Abwehrchef Lennart Flege (links). Foto: Rolf TobisZweikampfstark wie eh und je: Wildeshausens Abwehrchef Lennart Flege (links). Foto: Rolf Tobis

Wildeshausen. Der VfL Wildeshausen hat dem nächsten Spitzenteam in der Fußball-Landesliga ein Bein gestellt: Er schlug Kickers Emden etwas glücklich mit 3:1 (1:0).

Als der erlösende dritte Treffer für den VfL Wildeshausen in der zweiten Minute Nachspielzeit im Spiel gegen den BSV Kickers Emden gefallen war, stürmte Marcel Bragula in bewährter Manier aufs Feld und schloss sich seiner jubelnden Spielertraube an. Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff hatte der VfL-Trainer seine Emotionen dann aber schnell wieder im Griff.

„Dieser Sieg bringt gar nichts, wenn wir nicht nächste Woche nachlegen“, sagte Bragula. Die mahnenden Worte des 42-Jährigen überraschten auf den ersten Blick, denn der VfL Wildeshausen hatte am Ostermontag mit dem 3:1 (1:0) über Kickers Emden dem nächsten Spitzenteam ein Bein gestellt. Doch im Abstiegskampf waren die drei Punkte gegen den Titelkandidaten a. D. nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Denn Wittekind liegt als Viertletzter weiter auf einem Abstiegsplatz – und hat Sonntag (15 Uhr) mit dem Drittletzten VfR Voxtrup ein Schlüsselspiel vor der Brust.

Torben Schütte trifft jeweils nach einem Standard

Matchwinner für Wildeshausen war Torben Schütte, der bei zwei Standards goldrichtig stand. Erst traf der Neuzugang des TV Munderloh nach einer flache Ecke von Lukas Schneider und einem Tunnel von Sascha Görke am kurzen Pfosten per Fuß zum 1:0 (40.). Dann köpfte Schütte einen Freistoß von Jan Lehmkuhl aus vier Metern zum 2:1 ein (76.) – auch, weil Kickers-Torwart Karsten Buß zögerte, bei der harmlosen Flanke die Linie zu verlassen. Den Schlusspunkt zum 3:1 setzte Angreifer Rene Tramitzke, der nach einem Konter und einer Vorlage von Jan Lehmkuhl nur noch ins leere Tor einschieben brauchte (90.+2). Für Emden hatte Bundeswehr-Nationalspieler Holger Wulff nach einer klasse Vorarbeit von Sebastian Bloem zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen (63.).

Den Sieg gegen die Ostfriesen wusste Bragula richtig einzuordnen. Wildeshausen zeigte eine taktisch und vor allem kämpferisch starke Leistung, hatte aber auch das „Quäntchen Glück“ auf seiner Seite, wie der VfL-Trainer richtig einräumte. „Das war ein schmutziger Sieg. Wir haben Emdens Drangphase nach dem 1:1 irgendwie überstanden ...“, atmete Bragula tief durch.

Emdens Trainer Rudi Zedi stocksauer

Denn vor 250 Zuschauern hatte Emden Spiel- und vor allem Chancenvorteile. Vor dem 0:1 hatte Emden schon fünf gute bis sehr gute Möglichkeiten vergeben. In seiner besten Phase um den Ausgleich hätte dann vor allem Wulff das 2:1 machen müssen (67.). Mindestens ein Punkt wäre für die Gäste deshalb verdient gewesen. Wenn nicht sogar mehr. Ein Umstand, den Kickers-Trainer Rudi Zedi nach Spielende brodeln ließ. „Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz und hochkarätige Chancen, treffen aber aus sieben Metern das leere Tor nicht. Unfassbar.“ Einmal in Rage, wetterte Zedi weiter gegen seine Mannschaft. Er schimpfte über die eigene „Sorglosigkeit“ bei Standards im Allgemeinen („Wir hatten klare Zuteilungen, sind dann aber gar nicht anwesend“), über das 1:2 im Speziellen („Wenn der Ball fünf Minuten in der Luft ist, muss ich mir den auch mal runterpflücken“) und das Aus im Titelrennen nach drei Pleiten in Folge („Schauen wir mal, welcher Spieler nächste Woche spielt und nächste Saison überhaupt noch da ist“).


VfL Wildeshausen - Kickers Emden 3:1

Wildeshausen: Pundsack - Wallner (75. Tramitzke), Flege, Schütte, Schneider - J. Lehmkuhl, Görke (46. Apostel) - A. Kari, Schmidt, O. Lehmkuhl (62. Dittmer).

Tore: 1:0 Schütte (40.), 1:1 Wulff (63. Steffens), 2:1 Schütte (76.), 3:1 Tramitzke (90.+2).

Zuschauer: 240.

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