Mutter, Lebensgefährtin und Tochter Eine reitsportverrückte Familie: Damentrio lebt einen Reitertraum

Von Katrin Brandes

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Harmonisches Damentrio: Jule mit Pony O’Mara und Mutter Yvonne Freericks, Svenja Hempel mit Herzenspferd Lantzelot. Foto: Katrin BrandesHarmonisches Damentrio: Jule mit Pony O’Mara und Mutter Yvonne Freericks, Svenja Hempel mit Herzenspferd Lantzelot. Foto: Katrin Brandes

Bookholzberg. Reiterin Svenja Hempel lebt mit Lebensgefährtin Yvonne Freericks und deren Tochter auf dem eigenen Hof. Die mehrfache Landesmeisterin genießt das Leben in der kleinen Familie. Die elfjährige Jule Freericks hofft auf einen Start beim Landesturnier. Zu Besuch bei einer reitsportverrückten Familie.

Es ist ein kleiner Traum, den sie sich erfüllt haben: Das Damentrio Svenja Hempel und Yvonne Freericks mit Tochter Jule lebt mit ihren Pferden in Hohenböken. Im renovierten Elternhaus der mehrfachen Landesmeisterin Hempel dreht sich fast alles um das Reiten, bei der täglichen Stallarbeit packen alle mit an – eine pferdesportverrückte Familie.

Kennengelernt hat sich das Paar Ende 2013 über Freericks’ Tochter Jule. Sie nahm Reitunterricht bei der da schon überregional erfolgreichen Svenja Hempel, Mutter Yvonne schaute zu – und die damals noch verheiratete Flugbegleiterin merkte irgendwann, dass zwischen ihr und der Reitlehrerin ihrer Tochter eine besondere Beziehung entstand. Und so zog sie mit Jule im Juli 2014 mit Svenja Hempel zusammen.

Nah bei den Pferden

Die erfolgreiche Bereiterin entscheidet seit einem schweren Reitunfall 2011 selbst, welche Pferde sie ausbildet: „Ich habe aus dem Unfall gelernt und bin sehr froh, jetzt eine kleine Familie zu haben.“

Schnell kam daher der Wunsch, auf einem Hof mit eigenen Stallungen zu leben und die Selbstständigkeit auszubauen. Dass es ausgerechnet das eigene Elternhaus werden würde, damit rechneten sie anfangs nicht. Umso mehr genießen sie nun das Leben dort und die Nähe zu ihren Pferden. „Es ist so toll, die Pferde am Haus zu haben“, schwärmt besonders Tochter Jule Freericks. Auch wenn es für sie erst an die Hausaufgaben geht und dann erst in den Pferdestall.

Jule Freericks träumt vom Landesturnier

Die Elfjährige ist selbst eine erfolgreiche Nachwuchsreiterin, sie mag Sport und Kunst und interessiert sich für Geschichte. Auch tanzt sie gern Hip-Hop. In diesem Jahr steht sie im sportlichen Vordergrund des Damentrios. „Ihr Ziel ist ein Start beim Landesturnier Rastede, für das nun die Qualifikationen anstehen,“ erklärt Svenja Hempel. Dafür trennte sich Jule von ihrem Pony und trainiert nun auf dem Rappen Procult.

Mit dem erfahrenen Pferd lernt sie „mehr rhythmisches Reiten“, freut sich Svenja Hempel als Trainerin. „Jule hat sich auf dem Turnier schon richtig einen Prüfungs-Tunnelblick von Svenja abgeguckt“, erklärt Yvonne Freericks. Denn vor einer Prüfung redet das Paar kaum: „Svenja fährt dann richtig runter.“

Und die gibt zu: „Ich bin schon sehr angespannt, wenn ich mir etwas vornehme. Am meisten kribbelt es aber im Gelände.“ Beim Landesturnier kündigte sie im vergangenen Jahr sogar an: „Yvonne, wir schaffen es zur Ehrung ins Schloss!“ Und nach Rang drei mit der Mannschaft des RC Hude ist das auch gelungen.

Tag startet um sechs Uhr morgens

Svenja Hempel baut aktuell ihr Nachwuchspferd Quillan weiter auf und setzt dosiert ihren Fast-Rentner Lantzelot ein. „Der hat sich nach einer Krankheit so tapfer hochgekämpft und will immer noch nicht richtig in Rente. Er hat sich gerade erst wieder platziert“, schmunzelt sie über ihr 18-jähriges Herzenspferd, das ihr viele Erfolge beschert hat.

Natürlich steht das Reiten im Alltag im Mittelpunkt. Der typische Tag beginnt für die Kleinfamilie morgens um sechs Uhr. Svenja Hempel übernimmt das Pferdefüttern, Yvonne macht Frühstück. Den gemeinsamen Kaffee morgens lassen sie sich nicht nehmen.

Dann geht es für Jule zur Schule und für Svenja Hempel zur Arbeit; sie ist vormittags in einem Springstall in Großenkneten im Einsatz. Derweil kümmert sich Lebensgefährtin Yvonne um Pferde und Boxen – wenn sie keinen Flugeinsatz hat. „Unglaublich, was Pferde einem zurückgeben“, ist sie begeistert.

Abschalten im Urlaub

Das Mittagessen ist dann wieder gemeinsamer Treffpunkt. „Svenja kann eigentlich auch kochen, vermeidet es aber“, schmunzelt Yvonne. „Wir können den ganzen Tag zusammenarbeiten. Yvonne ist drinnen der Chef, ich draußen“, erklärt die 30-jährige Svenja Hempel grinsend. Sie sehen sich als Team, haben viel durchgestanden und sich gegenseitig immer wieder aufgebaut.

Nachmittags gilt es dann, die eigenen und die Beritt-Pferde zu bewegen und Unterricht zu geben. Jeder packt mit an. „Am Ende des Tages ist dann immer alles erledigt“, sagt Yvonne Freericks. Da geht es dann auch mal gerne bei einem schönen deutschen Film mit einem Glas Wein aufs Sofa. Frei haben die drei nur am Sonntag, wenn kein Turnier ist. Dann werden Waffeln gebacken, Spaziergänge oder gemeinsame Ausritte gemacht. Am Abend ist der Tatort Pflichtprogramm.

Zeit für andere Hobbys bleibt den Dreien kaum, umso mehr genießen sie daher ihre Urlaube – für die sie sich auf dem eigenen Hof vertreten lassen. Im Urlaub selbst ist dann tatsächlich mal „Pferdetabu“.


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