Fußball-Landesliga Stadion wird für den SV Atlas zum großen Plus

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Erfolgreich im heimischen Stadion: Dominik Entelmann (Mitte) und Florian Knipping (rechts) spielen für den SV Atlas im Delmenhorster Stadion regelmäßig vor großer Kulisse. Foto: Rolf TobisErfolgreich im heimischen Stadion: Dominik Entelmann (Mitte) und Florian Knipping (rechts) spielen für den SV Atlas im Delmenhorster Stadion regelmäßig vor großer Kulisse. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Mit über 870 Fans hat Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst den achthöchsten Zuschauerschnitt aller Vereine in Niedersachsen. Am Sonntag soll gegen Holthausen-Biene der nächste Heimsieg folgen.

Mark Spohler hatte sich einen hervorragenden Platz für sein erstes Heimspiel ausgesucht. Hinter der Auswechselbank hatte der Innenverteidiger, der im Sommer zum SV Atlas wechselt, beste Sicht auf das Landesligaspiel seines zukünftigen Vereins gegen den VfL Oythe, er war einer von fast 900 Zuschauern, die dem 3:1 im Delmenhorster Stadion vor zwei Wochen beiwohnten. Und er war angemessen beeindruckt. „So eine Kulisse“, staunte er, „ist für die Landesliga unfassbar. Da träumen Regionalligisten von.“

Publikum ist „ein Privileg“

Womit er zu fast 100 Prozent Recht hat. In den neun bisherigen Heimspielen hat Atlas im Schnitt knapp über 870 Fans ins Stadion gelockt, das wäre in der Regionalliga Nord Platz fünf. Unter allen Vereinen in Niedersachsen hat Atlas den achthöchsten Zuschauerschnitt – als Sechstligist wohl gemerkt. In der klassenhöheren Oberliga wären die Delmenhorster mit großem Abstand Zuschauerprimus, Tabellenführer SSV Jeddeloh bringt es im Vergleich auf einen Schnitt von unter 400. „Es ist ein tolles Gefühl, vor so einem Publikum zu spielen“, sagt Torjäger Dominik Entelmann, der dieses Privileg schon eine Weile genießt. Er trägt im vierten Jahr das Trikot des SV Atlas und ist einer der dienstältesten Spieler im Team.

Zuletzt Heimsieg gegen Oythe

Die imposante Atmosphäre wird immer mehr zum Faktor im Titelrennen der Landesliga. Zuletzt trugen die Fans maßgeblich dazu bei, dass der Ligaauftakt 2017 gegen Oythe nicht in die Hose ging. Die Gäste hatten in der ersten Hälfte noch alles im Griff und führten mit 1:0, brachen nach Entelmanns Ausgleich aber völlig ein und mussten schließlich auch vor der Kulisse kapitulieren. „Das Momentum war komplett auf unserer Seite, Oythe hat den Faden verloren“, sagte Atlas-Trainer Jürgen Hahn.

Dieses Phänomen hat er wahrlich nicht zum ersten Mal erlebt. Auswärtsspiele bei Atlas gehören sportlich zum Schwersten, dem sich die Ligarivalen stellen müssen, die sonst vor einem Bruchteil dieser Zuschauerzahlen spielen und sich auch durch die nicht immer ganz friedfertigen Schlachtrufe des lautstarken Atlas-Anhangs verunsichern lassen. 72 Heimpartien hat der Club seit der Wiedergründung 2012 in vier verschiedenen Ligen ausgetragen, darunter waren nur vier Niederlagen. Von den letzten 30 Partien im Stadion ging nur eine verloren, das war das erste Landesligaspiel nach dem Aufstieg gegen den SV Bad Rothenfelde im August (1:3). Mit 19 Zählern aus neun Spielen hat Atlas den höchsten Heim-Punkteschnitt der Landesliga.

Wer schafft es in den Kader?

Am Sonntag muss sich der SV Holthausen-Biene Atlas und dem Delmenhorster Stadion stellen, ganz wohl wird den Gästen dabei nicht sein. Die Lingener sind nach Platz sieben im Vorjahr nun abstiegsbedroht; zum Teil deshalb, weil sie die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft sind. Hahn wird aber an das Hinspiel erinnern, in dem Tom Witte mit seinem Tor in der 73. Minute ein 1:1 rettete.

Witte wird wegen seiner Handverletzung am Sonntag fehlen, ansonsten sind aber alle fit, was Hahn die Qual der Wahl lässt. Er kann aus seinem 23er-Kader nur 18 Spieler nominieren. „Das nenne ich ein Luxusproblem“, sagt der Trainer. „Für die fünf, die nicht spielen können, ist es natürlich bitter.“ Besonders vor einer Kulisse, wie sie in der Landesliga nur das Delmenhorster Stadion bietet.


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