Huderin eingeladen Ashley Butler träumt vom Nationalteam

Stark am Ball, schnell auf den Beinen: Ashley Butler von der HSG Hude/Falkenburg beeindruckte am Wochenende den US-Nationaltrainer. Foto: Rolf TobisStark am Ball, schnell auf den Beinen: Ashley Butler von der HSG Hude/Falkenburg beeindruckte am Wochenende den US-Nationaltrainer. Foto: Rolf Tobis

Hude/Falkenburg. Ashley Butler von der HSG Hude/Falkenburg wird zur US-Auswahl eingeladen. Die 18-Jährige darf sich im Januar in einem Lehrgang beweisen.

Ashley Butler hat mit ihrer Mannschaft ein Sonntag ein Handballspiel verloren. 21:25 gegen den TV Cloppenburg, zweifellos ein Rückschlag für die ambitionierte HSG Hude/Falkenburg. Die dritte Saisonniederlage in der Oberliga dürfte die Handballerin aber etwas weniger geschmerzt haben als die beiden vorangegangenen – denn Butler bekam ein Trostpflaster von ziemlich prominenter Stelle. Nach dem Spiel sprach sie mit Christian Latulippe, der im Publikum gesessen hatte; der Nationaltrainer der USA war ihretwegen gekommen und hatte frohe Kunde: Butler wurde zu einem Lehrgang Ende Januar nach Paris eingeladen – und steht damit auf dem Sprung von der Oberliga direkt aufs internationale Parkett. „Das ist wirklich toll“, schwärmt sie. „Sowas erlebt man nicht jedes Wochenende.“ Schon gar nicht als 18-Jährige.

Schon 34 Saisontore

Für Butler, die gerade erst die Schule abgeschlossen hat, wäre es ein gewaltiger Schritt in ihrer Laufbahn, die ohnehin schon steil genug verläuft. Mit fünf fing sie mit dem Handballspielen an, mit 16 spielte sie schon in der 3. Liga, eigentlich dürfte sie noch immer in der A-Jugend auflaufen, doch sie wechselte vor der Saison von Werder Bremen zur HSG Hude/Falkenburg. Anpassungsprobleme sind nicht zu erkennen. „Die Mannschaft macht Spaß, ich war sofort drin“, sagt sie, was auch die Zahlen belegen. Butler gehört zu den Besten im Team, traf in den ersten zehn Partien schon 34 Mal, mal per Gegenstoß, mal von Außen und mal aus dem Rückraum. „Sie hat vor nichts Angst“, sagt ihr Trainer Dean Schmidt, „ihr Potenzial ist groß.“

USA in der Weltrangliste auf Platz 25

Das dachte sich wohl auch der US-Trainerstab, der besonders in Europa nach Verstärkungen für das Nationalteam sucht. Die USA sind im Handball ein Entwicklungsland, das Frauenteam steht in der Weltrangliste auf Rang 25 und landete bei den letzten Pan-Amerikanischen Meisterschaften hinter Grönland und Chile. Butler, die aus Minnesota stammt, würde in der Nationalmannschaft auf einige Kolleginnen aus Deutschland treffen, die meisten jedoch spielen höher als in der Oberliga. Dennoch hatte Latulippe für den vergangenen Sonntag seinen Besuch in der Ganderkeseer Halle am Steinacker angekündigt – und sein Kommen dann nicht bereut.

Tatsächlich schien Butler ihre eigene Aufregung zu beflügeln. Sie zeigte eine glänzende Partie, erzielte fünf Treffer und wies im Rückraum ihre außergewöhnliche Sprungkraft nach – die sie bei 1,63 Meter Körpergröße auch braucht. „Ich spiele am liebsten im Rückraum, da bin ich im Vergleich zu anderen etwas klein“, sagt sie selbst. Aber: „Man muss nicht immer oben drüber werfen, dran vorbei tut es auch.“

Schnelligkeit als Waffe

Ihre größte Waffe ist aber ihre Schnelligkeit, die sie besonders bei Gegenstößen gefährlich macht. „Man sieht ja, wie viele Tore sie dadurch macht“, sagt Schmidt; auch am Wochenende waren es wieder einige. Butler hofft nun, dass sie ihre Qualitäten auch während des Lehrgangs im Januar angemessen präsentiert, dort sollen die Plätze für den Kader vergeben werden, der sich auf die Pan-Amerikanische Meisterschaft 2017 im kanadischen Sherwood Park vorbereitet, bei der die WM-Tickets vergeben werden.

Erst einmal spielt Butler am Wochenende aber wieder Oberliga in Habenhausen. Auch für eine Senkrechtstarterin kommt eben ein Schritt nach dem anderen.


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