Agravis Cup 2016 in Oldenburg Amazonen dominieren in den großen Springprüfungen

Von Katrin Brandes

Gewann am Sonntag den Großen Preis von Oldenburg: Kendra Claricia Brinkop. Mit A la Carte gelang ihr im Stechen die schnellste fehlerfreie Runde. Foto: Stefan Lafrentz/www.sportfotos-lafrentz.deGewann am Sonntag den Großen Preis von Oldenburg: Kendra Claricia Brinkop. Mit A la Carte gelang ihr im Stechen die schnellste fehlerfreie Runde. Foto: Stefan Lafrentz/www.sportfotos-lafrentz.de

Oldenburg. Kendra Claricia Brinkop aus Warendorf und Jana Wargers aus Emsdetten haben die höchstdotieren Springprüfungen des Agravis Cups 2016 in Oldenburg gewonnen. Auch Reiter aus dem KRV Delmenhorst boten an den beiden letzten Tagen gute Leistungen.

Zwei junge Reiterinnen haben an den beiden letzten Tagen des Agravis Cups 2016, einem internationalen Spring- und Dressurturnier in der EWE Arena in Oldenburg, in den höchstdotierten Prüfungen für Furore gesorgt. Die 22-jährige Kendra Claricia Brinkop aus Warendorf gewann auf A la Carte am Sonntagnachmittag den Großen Preis von Oldenburg. Bereits am Samstag war die 25-jährige Jana Wargers aus Emsdetten in einer weiteren Springprüfung der Klasse S, in der Weltranglistenpunkte vergeben wurden, mit Lacoste Erste geworden. Auch Reiter aus dem Kreisverband Delmenhorst boten gute Leistungen.

Mario Stevens Dritter im Großen Preis

Brinkop, Mitglied des Perspektivkaders Springen, gelang am Sonntag im spannenden Stechen des Großen Preises, das zehn Paare erreicht hatten, in 35,00 Sekunden der schnellste fehlerlose Ritt. Sie war nur etwa eine Zehntelsekunde schneller als der B-Kader-Reiter Jörg Oppermann (Gückingen) auf seinem „Lebenspferd“ Che Guevera (35,11). Dritter wurde Lokalmatador Mario Stevens (Molbergen) mit Banana Pancake (0.00/35,83).

Am Samstag hatte Wargers auf Lacoste als letzte Starterin in einem ebenfalls spannenden Stechen in 34,89 Sekunden den Niederländer Frank Schuttert mit Bugatti (42,84) noch von Platz eins verdrängt. „Wirklich gerechnet“ hatte sie mit ihren Sieg nicht, sagte Wargers. Aber: „Lacoste ist schnell.“ Dritter wurde Toni Haßmann (Lienen) auf Bien Aimee de la Lionne (4.00/34,89).


Schreckmoment der Prüfung war der glimpfliche Sturz des erst 16-jährigen Tim Hartlaub bei einem Steher. Sein Pferd Luxor sprang mit hängender Trense noch über vier Hindernisse, ehe es beruhigt und aus dem Parcours geführt werden konnte.

Wargers sicherte sich in Oldenburg auch noch Platz eins im Agravis-Zukunftspreis 2016 vor Maurice Tebbel (Emsbühren) und Maximilian Lill (Antdorf). Für diese Punktewertung wurden die Platzierungen in den drei Weltranglistenspringen herangezogen, ebenso wie zuvor schon die anspruchsvollsten Springen beim K+K Cup in Münster und beim Burgturnier in Nörten-Hardenberg.

Laura Tomlinson gewinnt Grand Prix Special

In der internationalen Dressurprüfung der Klasse S, einer Grand Prix Kür, sicherte sich am Samstag Inessa Makulova (Russland) auf Mister X, Grand-Prix-Siegerin des Vortags, einen viel diskutierten Sieg vor n Laura Tomlinson (Großbritannien) auf Rosalie. „Mister X hat die Lektionen korrekt gezeigt, aber die überstarken Zügelhilfen gehörten geahndet“, war vielfach im Publikum zu hören. Tomlinson war dann aber am Sonntag im Grand Prix Special auch noch siegreich. Ihr Ritt auf Rosalie wurde mit 75,882 Prozent bewertet. Damit lag sie vor der Schwedin Michelle Hagman auf Happiness (74,569) und Carola Koppelmann (Warendorf) mit Deveraux (72,490).

Ganderkeseerin Sandra Auffarth zweimal platziert

Einen wie immer schönen Reitstil zeigte Sandra Auffarth (RV Ganderkesee), die Mannschafts-Olympiasiegerin (2012) in der Vielseitigkeit. Sie trat in Oldenburg in Springprüfungen an. Mit Nupafeed’s la Vista erreichte sie am Samstag im Stechen des Youngster-Tour-Finals mit acht Fehlerpunkten Rang sieben. Der Sieg ging an Hartwig Rohde (Lastrup) auf Lord Pezi Junior. Ebenfalls mit einem Lord Pezi-Sohn, mit Landlord, sicherte sich Auffarth als Achte eine weitere Platzierung in einem internationalen Springen der Klasse S: „Ich bin sehr zufrieden und freue mich sehr, dass mir diese beiden tolle Pferde zur Verfügung gestellt werden“, sagte sie.

Routinier Werner Hagstedt in Finalprüfung fehlerfrei

Die in Ganderkesee wohnende und für den RFC Niedervieland startende junge Amazone Laura Voigt sammelte in den hohen Springklassen bei neun Starts fünf Platzierungen, darunter Rang drei in einer internationalen Springprüfung der Klasse M auf dem erst sechsjährigen, Coco genannten, Cracker by Jet. In der Escon Large Tour auf Niveau der Klasse S sprang mit ihrer bewährten Stute Ashley bei einem Abwurf Rang acht heraus. „Wir sind total zufrieden, besonders mit den Ergebnissen unserer Nachwuchspferde,“ freuten sich Laura und ihre Mutter Carmen Voigt.

Altmeister Werner Hagstedt (Ganderkesee), der einem Messestand für Pferdeanhänger betreute, ließ sich dennoch auch in diesem Jahr eine aktive Teilnahme an dem Turnier nicht nehmen. In der Small Tour platzierte er trotz jeweils eines Abwurfs seine beiden Pferde Unestor Ardent und Cara auf Platz sieben und neun. In der Finalprüfung legte er dann mit fehlerfreien Ritten Rang vier auf Unestor Ardent und Rang sieben mit der achtjährigen Cara nach.

Etwas Pech vor der großen Kulisse am Samstagabend hatten die zwei Nachwuchsreiter. Loort Fleddermann (RC Hude) auf Qalito und Marius Horstmann (Ganderkesee) auf Constantin rutschten knapp aus der Platzierung der Special Junior Trophy der Klasse M**. Die Prüfung hatte den Galaabend, der mit Freiheitsdressuren und Trainingssauschnitten erfolgreicher Reiter erneut für ein volles Haus in der EWE-Arena sorgte, geteilt.