„Ich lebe meinen Traum“ Tolga Üzüm besteht seine Prüfung zum Fußballmanager

Von Frederik Böckmann

Stolzer Absolvent: Tolga Üzüm hält sein Zertifikat zum Fußballmanager in der Hand. Foto: ÜzümStolzer Absolvent: Tolga Üzüm hält sein Zertifikat zum Fußballmanager in der Hand. Foto: Üzüm

Delmenhorst. Der 27-jährige Tolga Üzüm gehört zu den ersten 60 Absolventen in ganz Deutschland, die die Berechtigung besitzen, sich offiziell Fußballmanager zu nennen. Mit seinem Zertifikat möchte der Delmenhorster den Grundstein legen, „in fünf bis zehn Jahren“ in der Bundesliga zu arbeiten.

Als der offizielle Teil der Verleihung mit der Übergabe seines Hochschulzertifikats beendet war, die Fotos mit den stolzen Eltern Kemal und Zeynep und seiner Freundin Denise Schauberer geschossen waren und die Abschlussparty gerade Fahrt aufgenommen hatte, da hielt Tolga Üzüm auf der Tanzfläche in der VW-Arena für einen kurzen Moment inne: „Da habe ich zum ersten Mal realisiert, was ich geschafft habe – und war wahnsinnig stolz auf mich“, erzählt der Delmenhorster und strahlt dabei über das ganze Gesicht.

Stolz war Üzüm auf die Urkunde, die er kurz zuvor überreicht bekommen hatte. Denn der 27-Jährige darf sich seit einer Woche offiziell Fußballmanager nennen. Üzüm nahm in den vergangenen Monaten an einer Weiterbildung beim Bundesligisten VfL Wolfsburg teil. „Sportbusiness Management“ heißt das Angebot des „VfL Campus“ in Zusammenarbeit mit der Steinbeis Business Academey, das in der VW-Arena, in den Funktionsräumen der Lizenzmannschaft und in der Geschäftsstelle unterrichte wurde.

Tolga Üzüm schreibt wissenschaftliche Arbeiten über Jerome Boateng und Borussia Dortmund

In fünf Modulen (Sportkommunikation, Sportmarketing, Sportökonomie, Sportevent-Management und Fußball-Management) bekamen die Studenten von renommierten Professoren vieles von dem mit auf den Weg, was einen Fußball-Manager bei seiner Arbeit möglicherweise erwartet. Bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten war es Üzüm wichtig, aktuelle Themen aufzugreifen. Der Spieler des FC Hude beschrieb anhand des Beispiels von Jerome Boateng die Marketingmöglichkeiten von Fußballern mit Migrationshintergrund oder analysierte die derzeitige Marketingstrategie von Borussia Dortmund. Seine Projektstudienarbeit hatte das Thema „Spielerberater im Amateurfußball“.

Üzüm sagt, dass er sich „Tage und Nächte um die Ohren gehauen habe“, um einen möglichst guten Abschluss zu bekommen. Doch die Anstrengungen, die Mühen und die Entbehrungen für die 4900 Euro teure Weiterbildung hatten sich gelohnt: Üzüm schloss den Kurs mit „gut“ und der Gesamtnote 1,8 ab – nur vier der insgesamt 60 Absolventen waren besser.

Tolga Üzüms Plan A: Als Manager in der Fußball-Bundesliga arbeiten

Dieser Jahrgang genießt ein Privleg: Er ist als bisher erster und einziger berechtigt, die Bezeichnung „Fußballmanager (SHB)“ zu führen. Fortuna Düsseldorf und Greuther Fürth folgten dem Beispiel der „Wölfe“ und bilden derzeit ebenfalls Fußballmanager aus.

Das Zertifikat möchte Üzüm natürlich nicht nur in seiner Wohnung aufhängen. Nein, es soll auch den Grundstein legen, um „jetzt meine Karriere als Fußballmanager zu starten“. Aus seinen Ambitionen macht Üzüm keinen Hehl. Er möchte „in fünf bis zehn Jahren“ als Manager bei einem Fußball-Bundesligisten arbeiten. „Das ist der Plan A.“ Einen Plan B oder C hat Üzüm, der zwei abgeschlossene Berufsausbildungen als Versicherungskaufmann sowie Sport- und Fitnesskaufmann in der Tasche hat, zwar im Kopf. Aber er setzt derzeit alles auf diese Karte. Er möchte nun Bewerbungen an die Bundesliga-Vereine verschicken, um dort über Praktika Erfahrungen schnuppern zu können.

Erstes Ziel der To-Do-Liste: Die Trainer-A-Lizenz machen

Mit Fleiß und viel Ehrgeiz könne er sich auch als Neuling in der Branche etablieren. Davon ist er überzeugt, sagt der frühere türkische U18-Nationalspieler. Er habe nicht nur in Wolfsburg, sondern schon in ganz Deutschland einige Kontakte knüpfen können. (Weiterlesen: Tolga Üzüm – der Innenverteidiger mit dem Torinstinkt)

Um sein Ziel zu erreichen, in der Bundesliga zu arbeiten, werde er alles tun, betont Üzüm – und erzählt von seiner Do-To-Liste, die er nach und nach abhaken möchte. Der nächste Punkt darauf: die Trainer-A-Lizenz machen. „Ich möchte alles aufsaugen, was einmal wichtig sein kann“, sagt er. Vor den Herausforderungen, die da auf ihn warten, hat er keine Angst, sagt Üzüm – und man glaubt es ihm jedes Wort, wenn er mit leuchtenden Augen erzählt: „Ich lebe gerade meinen Traum.“


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